Bild von der Downloadseite des Sanctuario de Lourdes

Lourdes war im 19. Jahrhundert ein kleiner Ort mit ca. 4000 Einwohnern in Südfrankreich am Fuße der Pyrenäen. Im Jahr 1859 erschien die heilige Jungfrau Maria der damals 10-jährigen Bernadette Soubirou. Ihre Eltern, François Soubirous and Louise Castérot, hatten einen sozialen Abstieg vom Betrieb einer Mühle zu einem Dasein als Tagelöhner und Haushalts- und Erntehilfe erlitten. Bernadette war von den Folgen einer Krankheit gezeichnet, litt unter Asthma.

In 1858 sah Bernadette Soubirou beim Holzsammeln das erste Mal in der Grotte Massabielle am Fluss Gave, wo heute das Sanctuarium von Lourdes untergebracht ist, eine weißgekleidete Frauenerscheinung. Sie betet den Rosenkranz und hatte das Gefühl, als ob die Frau mit ihr gemeinsam betet.

Insgesamt 18 Mal erscheint ihr diese Frau in der Grotte. Im Februar 1858 bat die Erscheinende sie, 14 Tage hintereinander zu ihr zu kommen. „Jene“, wie Bernadette sie nannte, brachte ihr ein persönliches Gebet bei. Immer mehr Menschen hörten davon und begleiteten sie. Bernadette wurde von der Polizei und der Kirche verhört. Bei ihren Besuchen zündete Bernadette Kerzen an und betete kniend einen Rosenkranz.

Bei der 8. Erscheinung tritt der Grund der Erscheinungen auf, die Menschheit wurde zur Umkehr aufgerufen, Bernadette soll für die Sünder beten und die Erde als Bußakt küssen. Bei der 9. Erscheinung wurde sie aufgefordert, aus der Quelle zu trinken und wilde Kräuter zu essen. Bernadette entdeckte eine winzige Quelle, aus der sie nach einigen Versuchen trinken kann.

Bei der 12. Erscheinung, inzwischen sind ca. 5000 Menschen anwesend, geschieht das erste Heilungswunder. Eine Frau wird durch Eintauchen ihres Armes in das Quellwasser, das inzwischen verstärkt fließt, von ihrer Lahmheit geheilt.

Bei der 13. Erscheinung wurde Bernadette aufgefordert, den Priestern auszurichten, sie mögen eine Kapelle bauen und an diesem Ort Prozessionen abhalten. Sie ging zum örtlichen Priester Peyramale. Der gab Bernadette als Antwort auf, die Dame nach ihrem Namen zu fragen und als Beweis im Winter den Rosenbusch vor der Grotte zum Blühen zu bringen. Als Bernadette ohne den Namen wiederkehrt, fordert der Priester weiter: „Wenn die Dame wirklich eine Kapelle haben will, so soll sie ihren Namen sagen und den Rosenstrauch der Grotte zum Blühen bringen.“ Die 14 Tage vergingen, ohne dass Bernadette den Namen erhielt, es geschahen keine weiteren Wunder.

Bernadette verspürte zunächst nicht mehr den starken inneren Drang zur Grotte zu gehen, bis sie nach 3 Wochen wieder den inneren Ruf hörte. Diesmal verriet die Dame ihr: „Que soy era Immaculada Councepciou!“ – Ich bin die unbefleckte Empfängnis. Bernadette lief zum Pfarrhaus, während sie diesen Satz immer wieder wiederholte, um ihn nicht zu vergessen. Diese Offenbarung brachte den Priester zum Aufhorchen. Der Papst hatte erst vier Jahre vorher, in 1854, das Dogma der unbefleckten Empfängnis aufgestellt. Woher sollte ein kleines, ungebildetes Tagelöhnerkind davon wissen?

Bei der 17. Erscheinung im April geschah wieder ein Wunder. Bernadette hielt versehentlich ihren Arm in die Kerze und erlitt keinerlei Verbrennung, was ein anwesender Arzt bezeugte.

Die letzte Erscheinung findet am 16. Juli 1859 statt. Die Grotte war inzwischen von offizieller Seite versperrt, Bernadette ging auf die andere Flussseite und kniete sich dort zum Gebet hin. Sie sah die Erscheinung ein letztes Mal, schön wie nie zuvor.

1862 wird die Erscheinung von der Kirche offiziell als echt anerkannt. Lourdes wird zum offiziellen Wallfahrtsort, das Bergdorf wächst. Es geschehen immer mehr Heilungen und Bekehrungen an diesem Ort. Das Wasser der Quelle in der Grotte zeigte heilende Wirkung.

Als die Erscheinungen und die Befragungen ein Ende hatten, wollte Bernadette ins Kloster eintreten, doch mangels Mitgift war ihr das zunächst nicht möglich. Sie begann, im Hospiz die Kranken zu pflegen. 1865 wurde sie vom Kloster in Nevers aufgenommen, Bernadette sah ihre Aufgabe in Lourdes als beendet an. Immer wieder wurde sie krank, doch sie ging ihren Weg als Ordensfrau weiter und legte die Gelübde ab, wurde Krankenhelferin, solange ihre eigene Gesundheit es erlaubte. Sie verstarb im Alter von 31 Jahren.

In 1909 wurde ihr Leichnam exhumiert und völlig unverwest aufgefunden. Bernadette wurde erst selig, dann heilig gesprochen. Ihr Leichnam wird heute in einem Glasschrein ausgestellt in der Kapelle des Klosters Saint-Gildard heute Espace Bernadette Soubirous-Nevers genannt.

Lourdes entwickelte sich zum Wallfahrtsort. Die Grotte wurde zur Anbetungsstätte ausgebaut. 1866 – 1871 wird auf dem Felsen über der Grotte eine Basilica gebaut, die Basilika der Unbefleckten Empfängnis. 1900 wurde eine zweite Basilika, die Basilika Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz errichtet.

http://www.lourdes-france.org/index.php?goto_centre=ru&contexte=de&id=1169

Am 100. Jahrestag 1958 kommen 4,5 Millionen Pilger nach Lourdes. Zu diesem Termin wird unterhalb des Wallfahrtsbezirk eine große Basilika St. Pius X. gebaut, ein moderner Zweckbau mit einem mittigen Altar, in dem mehrere 25.000 Menschen Platz finden. Jährlich sind es ca. 5 Millionen Menschen. Im 150. Jubiläumsjahr in 2008, kamen rund 9 Millionen Pilger nach Lourdes. Die Stadt wurde dadurch auch zu einer der reichsten Kommunen Frankreichs.

Als „moderner“ Pilgerort kommt der normale Pilger per Bus, Auto oder Bahn nach Lourdes, es gibt keine speziellen Fußpilgerwege und –traditionen nach Lourdes. Der Voie de Piemont des Jakobsweges von Narbonne nach St. Jean Pied de Port führt heute durch Lourdes.

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