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Eines Tages – im Sommer nach dem Pilgern – machte ich mit einem anderen Menschen einen Spaziergang durch bergiges Gelände. Aus einem warmen, lauschigen Sommerabend heraus mit einem geruhsam-intensiven Gespräch an einem Seeufer entwickelte sich ein heftiges Wärmegewitter. Kurz vor einer baumlosen Kuppe, über die unser Weg führte, bekam mein Bekannter es mit der Angst zu tun, wurde unruhig, gestresst und ging schneller, wurde selbst dunkel wie eine Gewitterwolke, weil er Angst vor einem Blitzschlag auf dem höchsten Punkte hatte. Mich beunruhigte es nicht. Ich war völlig ohne Angst. Durch das lange Pilgern war ich mir dauerhaft meines Geschütztseins durch Gott bewusst, war fest im Glauben geborgen und konnte entspannt weiter gehen. Zudem hatte ich an der Kuppe eine Marienstatue gesehen, die heilige Jungfrau würde doch ihre Hand über uns halten, wenn ich sie darum bitte… Natürlich geschah uns nichts! Doch unsere Körper hatten in der gleichen Situation zwei völlig unterschiedliche Zustände, unterschiedliche biochemische Reaktionen erlebt.
- Wie ist Heil zu erlangen? Wie ist Gesundheit[1] zu erlangen?
- Wie können wir Sünde vermeiden? Wie können wir in Gottes Reich leben?
- Darin alles und jeden akzeptieren, wie es kommt?
- Einen guten, göttlichen Sinn dahinter erwarten?
- Wie funktioniert ein rechtschaffenes Leben?
Es sind vor allem die höchsten Geistesgaben, die Manifestation und das Wirken von Gott auf dieser Erde: Glaube, Liebe und Hoffnung, die uns zur Seite stehen. Also heilt uns zum einen der geistige Weg, die Arbeit an uns selbst, „am Balken in unserem eigenen Auge“, nicht auf den anderen schauen, denn das ist dessen Aufgabe, auch er steht in Gottes Hand. Wir sind zuständig für unsere Gefühle und unseren Anteil, wie Jesus uns auch in Johannes 8 (Gute Nachricht Bibel) klarmacht:
7 Als sie nicht aufhörten zu fragen, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: »Wer von euch noch nie eine Sünde begangen hat, soll den ersten Stein auf sie werfen!«
Schauen wir genau hin und ergreifen wir unsere Verantwortung:
Wenn wir etwas Schreckliches sehen, was unser Herz schmerzlich berührt oder uns zornig macht wie z.B. hungernde Kinder, verwahrloste Kinder, misshandelte Kinder, was macht dann am meisten Sinn? Wie kann ich darauf reagieren? Was brauchen diese Kinder? Was würde ein barmherziges Herz, genau jetzt in diesem Moment, für sie tun? Und es tun! Und Gott dabei um Beistand und Mitwirkung zu bitten!
Wenn ich etwas einen Menschen sehe oder treffe, der anders handelt oder denkt oder anders ist als ich, und mich trifft das, was macht dann Sinn? Was brauche ich, was braucht dieser Mensch? Was kann mich diese Begegnung lehren? Was zeigt sie mir über mich? Wie würde ein liebendes Herz mit ihm umgehen? Und es so tun! Und Gott dazu einladen, es mit uns gemeinsam zu tun, uns den Weg aufzuzeichnen.
Wenn ich reale[2] Angst habe, was kann ich dann tun? Welche Möglichkeiten stehen uns offen zum Besten für alle Beteiligten? Und es tun! Und Gott um Hilfe bitten!
Wenn ich irreale Angst[3] habe, was kann ich dann tun? Dieser Angst mit Gottes Hilfe so lange fest im Glauben ins Gesicht zu sehen, sich mit ihr fluten, bis sie verschwindet.[4]
Wenn ich Zorn spüre, wenn ich mich ungerecht behandelt fühle, was kann ich tun? Besteht eine reale Gefahr für meine körperliche oder seelische Integrität oder die anderer Menschen? Wenn ja, dann ist dieser Zorn ein Handlungsappell, diese Integrität zu schützen. Ist keine reale Gefahr vorhanden, so kann ich diesen Zorn so lange mit Liebe im Herzen, mit der Hilfe von Jesus heiligem Herzen prüfen und zu hinterfragen, bis ich den nächsten Schritt weiß, für den ich gerade durch den Zorn die notwendige Energie zur Verfügung gestellt bekommen habe. Was brauche ich? Was braucht der- oder dasjenige, der oder das meinen Zorn erregt? Was ist die Intention, was ist die Motivation des Anderen? Was könnte Gottes Intention, Gottes Motivation hinter der Situation, hinter dieser Begegnung sein?
- Ist es wichtig und richtig, dass ich Recht habe und Recht behalte? In vielen Dingen des Lebens gibt es mehr als eine subjektive Wahrheit, nämlich die Wahrnehmung eines jeden. Die universelle Wahrheit ist immer die Liebe.
- Ist es wichtig und richtig, dass die Dinge so funktionieren, so sich entwickeln oder so laufen, wie ich es erwarte, wie ich es mir vorstelle, wie ich es mir ausgerechnet habe? Die universelle Wahrheit ist immer Gottes Wille. [5]
Wenn ich keine Hoffnung mehr habe, keinen Sinn mehr sehe: was kann ich dann tun? Die wichtigsten Heilmittel gegen die Depression sind Bewegung und Sonne, d.h. mich in Bewegung setzen und ins Licht gehen. Und Liebe natürlich. Im praktischen Leben heißt es tatsächlich mich zu bewegen: Spaziergänge, Sport, Tanzen, wenn es ganz schlimm wird: Warum nicht pilgern! Ins Licht gehen, indem ich für andere Licht anzünde, d.h. mich von meinem eigenen Leid abkehren und mich in praktischer Barmherzigkeit üben, für Bedürftige etwas Gutes tun, ihnen meine Zeit und meine Liebe schenken.
Ein Bekannter von mir, Anfang 20, war zu einer Zeit sehr orientierungslos und dadurch depressiv stark verstimmt. Eines Tages nahm ein wohlmeinender Freund ihn mit, der mit behinderten Kindern arbeitete. Mein Freund half den ganzen Tag mit. Am Ende des Tages saß er mit breitem Grinsen auf einem Tisch und stellte fest, dass er sich noch nie im Leben vorher so zufrieden, glücklich und ausgefüllt gefühlt hatte. Er lernte daraufhin Heilerziehungspfleger und engagierte sich parallel dazu als ehrenamtlicher Helfer.
Daher: Die Allheilmittel sind nach meiner Erfahrung Glaube, Liebe und Hoffnung – und Dankbarkeit. Doch wenn wir noch nicht dort angekommen sind, und das wird wohl den meisten so gehen, so ist es am sinnvollsten, zunächst vor der eigenen Tür zu kehren und sich genauer anzusehen, wie es denn um die Themen Glaube, Liebe und Hoffnung im eigenen Leben bestellt ist. Sie beeinflussen unser Leben, Alle drei Prinzipien bilden im Alltag Regelkreise des Gefühls und des daraus resultierenden Verhaltens, es gibt keine stärkeren Handlungsimpulse. Es ist wie bei verbundenen Röhren:
- Wenn der Glaube sinkt, dann steigt die Angst an und der Wunsch nach Absicherung.
- Wenn die Liebe sinkt, dann steigt die Gleichgültigkeit und Routine an und der Wunsch nach Trennung.
- Wenn die Hoffnung sinkt, dann steigt die Sinnlosigkeit an und damit die Todessehnsucht.
Nächster Artikel: Regelkreis Glaube und Sorge/Angst
[1] Gesundheit enthält den Wortteil „sund“, dass von dem Wort Sünde nicht weit weg ist. Gesundheit: von der Sünde erlöst.
[2] Realangst: eine aktuelle Bedrohung meines Lebens oder meiner körperlichen Integrität durch eine äußere Gefahr. Z.B. Verhungern, Verdursten, Erfrieren, Ertrinken, getötet oder verletzt werden
[3] Irreale Angst: eine vermeintliche Bedrohung, z.B. Angst vor Armut, Ablehnung, Verlassensangst, einem von meiner Erwarten, Wünschen und Hoffen abweichenden Ergebnis.
[4] In der Verhaltenstherapie: von der Exposition bis zum Fluten mit dem Angstauslöser, z.B. bei Flugangst
[5] Oft kommt mir unsere Wut über das Nichtfunktionieren von Dingen und Menschen, die Enttäuschung von Erwartungen so vor wie die Wut eines Kindes, das sich an der Kasse schreiend auf den Boden schmeißt, weil es gerade keine Süßigkeiten bekommt.
Sorge besteht in der Annahme, dass etwas, was in unserem Leben ist bzw. wir in unserem Leben zu brauchen meinen, in unserem Leben plötzlich oder irgendwann mal nicht da sein kann, wenn wir es brauchen. Das können zunächst materielle Dinge sein wie die Grundlagen Essen, Bekleidung, Dach über dem Kopf. Doch ist es nicht voraus genommener Mangel, wenn ich etwas haben muss, damit ich es in Zeiten des Mangels besitze? Mein Vater sagte immer: Wer hat, hat auch Gelass, d.h. der der etwas besitzt, muss dafür auch Raum schaffen. Wofür wollen wir also Raum schaffen in unserem Leben? Was ist unser Glauben? Dass wir selbst für alles sorgen müssen oder dass wir zur rechten Zeit erhalten, was wir brauchen?
Die andere Seite sind die immateriellen Dinge: Liebe, Sympathie, Harmonie, Zuwendung, Freunde, Familie, Nähe wie Distanz, Anerkennung, positive Selbstwahrnehmung, Erfolg, Image, Freiheit. Deren Verlust kann uns hart ankommen. Was tun wir nicht beispielsweise alles, um uns die Sympathie und die Anerkennung Anderer zu erhalten!
Der Glaube in unseren guten Gott weiß, das alles, was wir wirklich brauchen, immer da ist, wenn wir es brauchen. Dass er uns Menschen zur Seite stellt, die uns weiterhelfen. Er setzt eine Lebensweise voraus, in der wir den Pool dessen, was von allen gebraucht wird, von unserer Seite aus immer wieder mit auffüllen, nämlich Gottes Reich miterschaffen, auf unsere einzigartige Weise. Und wir können uns sicher sein, dass das, was nicht da ist, wir entweder nicht brauchen oder wir brauchen die Erfahrung, dass es nicht da ist, damit wir es feststellen und unseren Sinn und unser Sehnen darauf richten, unsere Prioritäten verändern. Oder wir merken: Das brauch ich ja gar nicht.
Primäre Angstkreise, die zu klären sind:
Überlebensbedürfnisse: Essen, Trinken, Kleiden, Wohnen, körperliche und seelische Unversehrtheit
-> Hier geht es um den Glauben
Austausch, Anerkennung, freier Wille: Partnerschaft, Familie, Freunde, soziales Umfeld, Werkfreude
-> Hier geht es um Liebe
Teilhabe[1] am Leben, Beruf und Berufung, Sinn, Zukunft
-> Hier geht es um Hoffnung
Alle darüber hinausgehenden Ängste sind aufgesattelte Illusionen, Gedankenkonstrukte, die auf primäre Angstkreise zurückzuführen sind. Dies geht ganz einfach mit der kontinuierlichen Frage nach dem: Warum ist das wichtig? Solange wir uns weiterfragen, werden wir irgendwann mal bei einem der o.a. Themen landen. Denn nur dies ist es, was wir wirklich brauchen.
Sorgen sind eine negative Zukunftsaussicht. Sorge und Angst kann am besten durch die Verankerung in Gott und tätige Nächstenliebe gelöst werden. Das schafft keine Menge an Geld, auch wenn Geld vorübergehend beruhigen mag. Gottvertrauen und das Leben in Gottes Reich und unsere Beiträge dazu können uns das Gefühl geben: für uns ist immer gesorgt und tätige Nächstenliebe führt die Liebe in unser Herz zurück. Wenn wir alle so handeln, ist ja immer einer da, der auch uns hilft, wenn wir irgendwann mal in Not sind.
Typische Verhaltensweisen des Regelkreises im Angstpol: Horten, Sammeln, Sparen, sich Sorgen machen, Geiz, Neid; sich anbiedern; sich verkaufen; sich über die Selbstverträglichkeit hinaus anpassen; nicht zu sich, zu Gott, zum Nächsten stehen, sich verstellen, lügen, Arroganz
Typische Erkrankungen des Regelkreises Glauben und Angst: Magenkrankheiten, Stress und Burnout, Kopfschmerzen, Chronische Schmerzen, Rückenschmerzen, Osteoporose, alles, was durch Kontrollverhalten ausgelöst wird, Zwangskrankheiten, Verstopfung, Hämorrhoiden
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[1] Teilhabe am Leben: Mit welcher Aktivität, welchem So-Sein bringen wir uns ins Leben ein, wie Beruf, Berufung, Austausch, Geben und Nehmen, Selbstausdruck, Werk? Durch was kann Gott am besten durch uns wirken? Was schenken wir der Welt von uns? Wo und wie sind wir in ein dem Selbst übergeordneten Zusammenhang integriert?
Gleichgültigkeit beginnt immer dann, wenn wir etwas nicht lieben können, wenn das Maß der Emotionen gegen Null geht. Auf dem Wege bedeutet es nichts Schlechtes, wenn wir zunächst erstmal etwas nicht lieben können, sondern es gibt uns wichtige Hinweise, ebenso das, was wir lieben. Was wir lieben, gehört zu uns, was uns gleichgültig ist, nicht. D.h. ein Mensch, der uns gleichgültig ist, mit dem wir nicht in Resonanz sind, hat mit uns erstmal wenig zu tun. Es gibt Menschen, die uns mehr uns selbst spüren lassen können als dieser. Daher sollten wir den Menschen und Tätigkeiten, die mit uns in großer emotionaler Resonanz stehen, nicht den Weg versperren durch Menschen und Tätigkeiten, die uns nicht berühren und nicht unsere Liebe fühlen lassen. Durch Liebe und Anziehung entdecken wir, was zu tun uns gut tut, wo wir am besten unsere Teilhabe und -gabe am Leben ausleben können.
Je mehr wir lieben können, je mehr Gott durch uns liebt, umso mehr sind wir in der Lage, die Welt mit Liebe zu füllen, um so mehr geraten wir auch in Resonanz zu immer mehr Wesen dieser Welt. Wer also hauptsächlich seine Pflichten erfüllt, ohne dabei Freude und Liebe zu empfinden und sein Werk mit Liebe anzureichern, der verpestet die Welt mit Lieblosem, was niemand braucht., frei von Resonanz, ohne „vibrations“. Wenn jemand einen Tag oder ein Werk mit „Ich muss“ beginnt, sollte am besten noch einmal beginnen, und zwar dann, wenn er weiß, was er daran lieben kann, warum es gut ist. Selbst eine Steuerklärung kann man mit Liebe ausfüllen. Wer einen Beruf hat, den er nicht liebt und den er aus Pflicht oder Angst ausübt, sollte seinen Beruf lieben lernen oder ihn wechseln.
Jesus Sirach 37
Doch achte auch auf den Rat deines Herzens. Wer ist dir treuer als dieses? 14 Das Herzen des Menschen gibt ihm bessere Auskunft als sieben Wächter auf der Warte. 15 Bei alledem bete zu Gott! Er wird in Treue deine Schritte lenken. 16 Der Anfang eines jeden Werkes ist das Wort, der Anfang jeder Tat die Überlegung. 17 Die Wurzel der Pläne ist das Herz.
Grund zum Handeln gibt es also, wenn wir gleichgültig gegenüber uns selbst, unseren Kindern, unserem Partner, unsere Familie und unserer Teilhabe handeln, wenn wir uns selbst, unsere Kinder, unseren Partner vernachlässigen und ihnen nicht die Sorge zukommen lassen, die sie benötigen. Ein wichtiger Schlüssel, jedoch nicht der einzige, ist dabei die Eigenliebe, was bitte nicht mit Egoismus oder Egozentrik verwechselt werden sollte, einer Erhöhung des Selbstes gegenüber anderen.
Wir haben unser Leben, unser Selbst als wichtigstes, wunderbares Geschenk von Gott erhalten, daher sollten wir uns darum kümmern, dieses Geschenk und damit uns selbst lieben und in Demut seine Gabe zu schätzen. Gleichzeitig sind wir Sein Werkzeug, um Gottes Reich zu schaffen, zu betreiben. Daher sollten wir dieses Werkzeug mit aller Sorgfalt pflegen, nähren und instand halten, eben wie ein guter Handwerker sein Werkzeug pflegt. Auch jeden anderen werden wir immer nur in dem Maße lieben können wie uns selbst. Wir mögen vielleicht zu einer Zeit eine andere Person erhöhen, doch dies ist nicht von Dauer und kehrt sich irgendwann ins Gegenteil um.
Fragen wir also zusätzlich nach: wo gibt es Überhöhungen, wo stellen wir uns oder einen Menschen und seine Bedürfnisse über die Interessen und den Wert eines anderen oder unseres eigenen oder der Gemeinschaft? Wo erniedrigen wir einen anderen Menschen oder uns, und wem oder was fließt das Maß des Höhenunterschiedes zugute und warum?
Unsere Kinder sind uns ebenso als Geschenk für eine Zeit anvertraut. Und auch sie stehen in Gottes Gnade, er kümmert sich auch um sie. Das wichtigste Liebeswerk daher ist es, sie in die Lage zu versetzen, sich zu lieben und sich um sich selbst zu kümmern zu lernen und in gleicher Weise andere zu lieben und sich um sie zu kümmern, damit auch sie sich als Werkzeug Gottes erkennen und erfahren können und durch ihn und mit ihm in dieser Welt wirken, bewusst Gottes Liebe, Sorge und Zuwendung zu erkennen und zu erfahren.
Zuviel Sorge ist dabei genau so schädlich wie zu wenig Sorge, wenn nicht schädlicher. Wenn ein Kind nicht lernt, hinzufallen und wieder aufzustehen, auch mal ein „finsteres Tal“ mit Ihm an seiner Seite zu durchqueren und trotzdem weiter zu gehen, Glaubensprüfungen zu erleben, dann ist es als Erwachsener nicht ausreichend stark, geübt und angemessen in der Lage, sich selbst zu regulieren, für sein Wohl und das anderer zu sorgen und für sich selbst Verantwortung zu übernehmen, d.h. sein Kreuz zu tragen und auch mit geschultertem Kreuz, unter schwierigeren Vorzeichen wieder aufzustehen.
Und zum erstwichtigsten Gebot: Welchen Stellenwert in diesem Leben hat Gott? Oder: Welchen Gott hat sich dieser Mensch erwählt? Worin setzt er sein Vertrauen? Lassen wir uns den Idealzustand einer Person erkennen und wir erkennen das Gottesbild.
Kurz gesagt: Es gilt zu hinterfragen, wer oder was geliebt, geehrt und gewertschätzt wird und wer oder was nicht geliebt wird, was mit Liebe getan wird und was ohne Liebe getan wird? Was wird vernachlässigt und erniedrigt und was wird überhöht? Und: wer oder was ist unser höchster Gott?
Typische Verhaltensweisen im Gleichgültigkeitspol: „Ich-muss“, Pflichtmensch, Stress, Anpassung, Intoleranz, Langweile, Routine, sich opfern, Entscheidungsschwierigkeiten, Empfindungslosigkeit
Typische Erkrankungen zum Regelkreise Liebe und Gleichgültigkeit: Über- und Untergewicht, Herzkrankheiten, Kreislauferkrankungen, Immunsystemkrankheiten, Diabetes (Abgrenzung), Über- und Unterverantwortungsfolgen, Rheuma, Arthrose und Arthritis, Süchte, Diabetes (Süße des Lebens)
Nächster Artikel: Regelkreis Hoffnung und Sinnlosigkeit/Teilnahmslosigkeit
Hoffnung ist die Veranlassung, mit dem Leben fortzufahren und sich ins Leben einzubringen, dabei zu sein. Ist die Hoffnung aus dem Leben verschwunden, dann wird uns alles schwer, es fehlt an Motivation, dem wissen, warum wir etwas tun. Es fällt uns schwer, morgens aufzustehen und einen neuen Tag zu wagen. Die Todessehnsucht beginnt. Ich frage bei der psychosomatischen Diagnose in meinen Behandlungen die Seele meines Klienten: Was ist der wichtigste Satz, den ich jetzt dieser Person mitgeben kann? Wie häufig habe ich dabei schon den heilenden Satz gehört: „Ich lebe gern“. Wenn ich diesen Satz höre, bedeutet dies immer, dass eben nicht gern gelebt wird, dass das Leben eine Last ist, dass das Leben in Frage gestellt wird, womit es auch gefährdet ist.
Wenn unser Leben Sinn enthält, dann ist diese Frage immer beantwortet. Und Sinn entsteht entscheidend durch Liebe und die Teilhabe am Leben, dass Gott durch uns liebt und Gott durch uns handelt. Hoffung ist Glauben, in die Zukunft projiziert.
Römer 8 (Einheitsübersetzung):
24 Denn wir sind gerettet, doch in der Hoffnung. Hoffnung aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung. Wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht? 25 Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann harren wir aus in Geduld. 26 So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an.
Totale Hoffnungslosigkeit, nämlich Todessehnsucht finden wir häufig bei tödlichen Krankheiten, aus meiner Erfahrung gerade sehr häufig bei Krebs, ebenso Lungenentzündung. Auch die Depression mit einer Suizidalität von 15 % trägt sie in sich. Depression bedeutet Niederdrücken, die eigene Lebenskraft wird niedergedrückt. Der Mensch sieht keinen Sinn in seinem Leben und daher kann er nicht die Energie aufbringen, es in der gewohnten Form fortzusetzen, hat keinen Antrieb, kann sich nicht aufraffen. Die Seele schaut auf das Leben und sagt sich: „Was soll ich in einem solchen Leben! Da investiere ich keine Kraft mehr hinein!“ Die Luft ist raus. Und das Vorbeischleichen der Tage, in denen nichts passiert, verursacht zusätzliche Trauer, auch Trauer über ein Leben, das nicht den eigenen Bedürfnissen und der Berufung der Seele entspricht, Trauer über ein Leben, das einem nicht mehr wertvoll erscheint, gelebt zu werden, Trauer über sich daraus ergebende traurige Tage, Trauer über nicht lieben und nicht geliebt zu werden, Trauer aus Mangel an Glücksgefühl an Körper, Geist und Seele. Auch ein Mangel an Sexualität kann diese Trauer auslösen und tut dies häufig.
Gehen wir einfach mal nicht davon aus, dass sich eine Störung im Gehirnstoffwechsel einfach so ergibt, denn nichts in Gott ist ohne Sinn. Fragen wir also nach dem Sinn im Leben dieses Menschen, wie er sich einklinkt, wie und wo er sich gibt und wie viel Freude und positive Selbstwahrnehmung er hat. Wo hat er das Gefühl, dass Gott sich aus seinem Leben zurückgezogen hat, dass Er nicht mehr durch diesen Menschen liebt und wirkt.
Das Gute an der Depression ist: Sie schafft so viel Zeit im Leben des Betroffenen, dass die Seele den Raum erhalten kann, Vorschläge für Veränderungen wahrnehmbar zu machen, Vorschläge für ein Leben, dem sie wieder ihre Lebenskraft zuwenden würde. Die Stunden des morgendlichen Früherwachens, eines der Leitsymptome der Depression, sind ein versuchter Terminvorschlag der Seele, in Ruhe ihre Änderungswünsche anbringen zu können, gehört zu werden, wenn sonst kein Laut die Welt erfüllt, wenn wirklich keine andere Aufgabe ansteht. Wenn wir darüber hadern, schlagen wir unserer Seele die Tür zu.
Und: wie viel körperliche Bewegung gibt es im Leben eines depressiven Menschen, Frischluft? Bewegung ist der Schlüssel zur Hoffnung, aus Bewegung entwickelt sich Beweglichkeit, aus Beweglichkeit Flexibilität und Veränderungsfähigkeit. Erst Veränderungsfähigkeit ermöglicht Veränderungsbereitschaft. Denn ein Mangel an Hoffnung ist in der Regel auch ein Mangel an Lebendigkeit/Bewegung, der Kraft des Heiligen Geistes. Was blitzt, was erhellt das Leben dieses Menschen? Das ist hier die entscheidende Frage: Wenn es kein Licht gibt, was könnte dieses Licht anzünden, den Heiligen Geist in diesem Menschen wieder entfachen?
Hoffnung ist immer Licht, und wenn es der Silberstreif am Horizont ist. Wenn das Leben keinen Sinn gibt, dann macht der aktuelle Lebenszustand keinen Sinn, dann muss er verändert werden, innerlich durch die Einstellung und/oder äußerlich durch die Umstände. Welche Form der Teilhabe am Leben zieht diesen Menschen an, löst Liebe und Lust wieder aus? In diese Richtung sollte die Veränderung stattfinden.
Römer 5 (Einheitsübersetzung)
1 Gerecht gemacht aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn. 2 Durch ihn haben wir auch den Zugang zu der Gnade erhalten, in der wir stehen, und rühmen uns unserer Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. 3 Mehr noch, wir rühmen uns ebenso unserer Bedrängnis; denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld, 4 Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung. 5 Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.
Typische Verhaltensweisen im Sinnlosigkeitspol: Grübeln, Ablenkung/Verdrängung, Unaufmerksamkeit, mangelnde Präsenz, Zeit vergeuden, Konsumhaltung, Ausbau des „Second life“, Hadern mit Gott und seinem Schicksal, Verharrung, Starrheit, Orientierungslosigkeit, „Wo ist jetzt eigentlich vorn?“
Typische Hoffnungsmangelkrankheiten: Gedankenkrankheit, Schwindel, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Alltagstrancen, Hysterie, Depression, Krebs, einige Lungen- und Darmerkrankungen
Nächster Artikel: Wie wirkt Heilen durch Handauflegen in meiner Praxis?
Psalm 90 (Einheitsübersetzung)
17 Es komme über uns die Güte des Herrn, unsres Gottes. Lass das Werk unsrer Hände gedeihen, ja, lass gedeihen das Werk unsrer Hände!
Nun kann ich wenig sagen über die direkte Heilung von körperlichen Krankheiten, denn ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie, ich setze in meiner Arbeit bei der Seele und den aktuellen Lebensumständen an.
Heilen durch Handauflegen hat keine andere Quelle der Wirkung als Gottes Gnade, Heilung und Segen. Ich beginne jede Behandlung mit einem Gebet, das an die Worte Salomos (1. Könige 3,9) angelehnt ist:
Herr, auf Dich vertraue ich,
in Deine Hände lege ich mein Leben.
Herr schenke mir ein hörendes Herz,
damit ich die Not in Deinem Volk erkenne
und ihm in Liebe diene.
Bitte heile dieses Wesen nach Deinem Willen
und Deinem Plan und nutze mich bitte als Werkzeug
Deiner Liebe, Deiner Heilung und Deines Segens,
auf jede von Dir gewollte Art und Weise.
Ich bitte von ganzem Herzen um Heilung für den Menschen vor mir, ich bitte um die Anwesenheit, Begleitung und Wirken von Vater, Sohn und Heiligem Geist. Und wer könnte anderes antworten, als der Dreieinige Gott selbst. Denn:
Lukas 11 (Lutherbibel 1984)
Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. 10 Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. 11 Wo ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn, wenn der ihn um einen Fisch bittet, eine Schlange für den Fisch biete? 12 Oder der ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion dafür biete?13 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!
Der Behandler kann nichts tun, außer sich und seine Hände zur Verfügung stellen und seine Wahrnehmungen zu äußern, auch seine Stimme zur Verfügung zu stellen, seinen Geist gelöst aufmerksam, frei und offen zu halten für Wahrnehmung. Der Empfänger öffnet sich unbewusst und unwillkürlich für Gottes Gnade. Nicht der Behandler bestimmt oder kann festlegen oder versprechen, was geheilt wird, wie sich die Heilung zeigt, sondern Gottes Gnade allein zeigt den Weg auf, der zu mehr Gesundheit, mehr Lebendigkeit führt, nicht das Bewusstsein oder der Wille des Behandlers noch der des Empfängers. Beide müssen sich ganz darauf verlassen, was von Oben einfließt, von Gott zufließt und was es bewirkt.
Heilen durch Handauflegen hat viele Wirkungen, die genau dem oben Beschriebenen entsprechen. Ich möchte hier von meinen Erfahrungen und aus meiner Praxis berichten.
- Es fördert die Liebesfähigkeit. Durch eine Behandlung können Zorn und Groll auf andere Menschen oder Situationen aufgelöst werden, die man aktuell hegt und in Verständnis, Akzeptanz, Toleranz umgewandelt werden. Eine vorher undenkbare Versöhnung wird dann möglich.
Eine Klientin von mir erlebte eine sehr schwierige Situation voller Ungewissheit mit ihrem Lebenspartner. Während zunächst Schock und Wut die vorherrschende Emotion war, gepaart mit Trauer, wandelte sich ihre Einstellung innerhalb einer Woche zu einer Akzeptanz der Situation, sie konnte ihm die Freiheit lassen, seinen eigenen Entscheidungen zu folgen. Sie konnte sein Schicksal in Gottes Hand legen und es dort belassen, sie akzeptierte ihre eigene Ohnmacht. Genauso konnte sie akzeptieren, dass dieses Geschehen etwas mit ihr selbst machte, sie auf sich selbst zurückwarf. Sanft mit sich nahm sie sich eine berufliche Auszeit, um mit sich selbst liebevoll und angemessen umzugehen und ihr eigenes Leben neu zu konfigurieren.
- Es fördert die Hoffnung. Wenn wir krank sind, dann fühlen wir uns nach einer Behandlung ruhiger, erleichtert und entspannter, oft werden Schmerzen gelindert und die Hoffnung auf Heilung steigt. Depressives oder zwanghaftes Gedankengut fließt ab und neue Gedanken, die Hoffnung schüren, dass es doch alles besser sein kann, stellen sich ein.
Ein junger Mensch Anfang zwanzig, hatte bei der Behandlung zunächst einen Kopf, der sich anfühlte wie ein Bienenstock. Durch die Behandlung legte sich diese Aktivität und er schlief nach einer Weile tief und fest ein. Nach der Behandlung fühlte er sich wunderbar und erleichtert. Anschließend erzählte er: „Zunächst dachte ich die ganze Zeit daran, was ich jetzt und in den nächsten Wochen, Tagen und Monaten noch alles zu tun habe, wie schwierig und ungewiss doch das alles sei. Ich hab schon mal daran gedacht, es wäre gut, für die nächsten 1 ½ Jahre aufzuschreiben, was ich an jedem der Tage tun würde. Doch nach einer Weile ließ das nach und ich wurde ruhig in dem Gedanken: Alles zu seiner Zeit. Das kommt ja alles noch, ich muss es ja noch nicht heute alles bewältigen. Und dann konnte ich plötzlich schlafen, was mir in den letzten Tagen fast unmöglich war.”
- Es fördert die Gabe, Informationen aus der geistigen Welt zu empfangen. Dieses Buch basiert in keinster Weise allein auf meinen eigenen Gedanken, sehr viel Gedankengut habe ich durch meine Gespräche vor allem mit Jesus und dem heiligen Geist erhalten, die Hintergründe, die Erklärung der Trinität, die Methoden, die Wirkungen. Ich kann diese Weisungen von meinen eigenen Ideen unterscheiden, weil ich weiß, dass ich diese Informationen vorher definitiv nicht wusste und auch nicht in meinem Kopf hatte. Sie tauchen einfach vor mir auf oder werden mir im inneren Gespräch vermittelt. Ich habe in der Zwischenzeit einen Glaubenskurs absolviert. Das, was mir vorher in meiner Einzelarbeit zugefallen war, deckte vollständig ab, was in dem Glaubenskurs gelehrt wurde, und mehr als das.
Das Bild der Trinität, die drei miteinander verbundenen Kreise in der Bewegung im Uhrzeigersinn als ewiges Kontinuum habe ich als Vision erhalten, ich kannte es vorher nicht. Die drei Kreise stehen für die höchsten Gaben Glaube, Liebe und Hoffnung, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Später habe ich dann im Internet nachgesehen und plötzlich gab es viele Bilder davon, die sie ganz ähnlich zeigten. Die deutlichste Übereinstimmung erhielt ich durch eine Darstellung auf einem Ring, den sich meine Wohnungsgeberin zur Zeit des Schreibens dieses Buches als Belohnung aus Santiago de Compostela mitgebracht hatte. Den Ring hatte ich vorher nicht gesehen.
Als ich dann beim Behandeln das Symbol visualisierte und im Uhrzeigersinn in den Körper einschwang, konnte ich immer wieder feststellen, dass das Symbol plötzlich nicht mehr gleichmäßig erschien. Ich fragte meine Klienten, ob sie mit dem jeweiligen der Grundprinzipien Glaube, Liebe und Hoffnung ein aktuelles Problem hätten, und zwar dem Kreissegment, was unförmig oder nicht zu formen war. Es stimmte jedes Mal mit meiner Wahrnehmung überein. Eine neue Diagnoseform war geboren.
- Es fördert den Glauben und Glaubenserfahrungen. Mit den Behandlungen wird es einem klar: es gibt Gott, denn sonst wäre hier keine Verbesserung oder Veränderung möglich.
Einem Behandelten begannen die Tränen zu fließen. Hinterher erzählte er ganz berührt und außer sich, dass er während der Behandlung sein erstes Erleben von Gottes Einheit erlebt hätte. Er habe sich mit allem verbunden gefühlt, als ein Organismus, ein Wesen, ein Geist und sich in diesem Moment so geborgen und so glücklich wie noch nie in ihrem Leben gefühlt.
Mein Weg der Heilung begann als von der Kirche abgewandte Atheistin, die zwar getauft, aber dann durch unverdaute Erfahrungen nur noch in Platons Kaloskagathos, das Gute und Schöne, etwas Glaubenswertes fand, eine unpersönliche Vorstellung, Kraft. Doch durch die vielen Behandlungen und vor allem die Arbeit mit Engeln rückte Gott und mein Verständnis von ihm immer mehr in den Mittelpunkt meiner Arbeit, weil ich ihn immer und stetig spürte und seine Wahrheit in der Heilungsweise des Handauflegens entdeckte. Es gipfelte dann im Kennenlernen des Jesus in Gestalt des „Sagrado Corazón de Jesús“ in Barcelona. Das Ergebnis meiner Glaubensentwicklung vorerst ist dieses Buch.
- Es fördert Vergeben und ermöglicht uns, den Kummer, den Groll und die Trauer loszulassen, die uns oft aus einer gescheiterten Beziehung verbleiben.
- Handauflegen bewirkt Heilung
Messbare Wirkung: Mein Sohn hatte 40 ° C Fieber, das ist der Moment, in dem die Kinderärztin mir beigebracht hatte, sofort einzuschreiten, um einen möglichen Fieberkrampf zu verhindern. Daraufhin behandelte ich ihn – statt ein Paracetamol- Zäpfchen zu geben – intensiv erst am Kopf und anschließend an den Füßen. Schon nach einer halben Stunde war die Temperatur auf 39,2 ° abgesunken, das Kind war nicht mehr fiebrig unruhig, sondern ist tief und fest eingeschlafen. Am nächsten Tag war er wieder fit.
Anlässlich eines Tages der offenen Tür kam eine Frau mit einem kleinen Jungen zu mir. Er hatte einen steifen Hals und dort Schmerzen, weil sein Vater am Tag vorher spielerisch beim Haare Abtrocknen etwas zu intensiv gerubbelt hatte. Ich legte ihm die Hände auf und nach einer Viertelstunde war jeder Schmerz und jede Bewegungseinschränkung verschwunden. Die Mutter testete es nochmals überrascht, alles war verschwunden. Das Wochenende war gerettet.
- Es bringt die Wahrheit ans Licht/ Unterscheiden können, was aus dem Geist Gottes kommt und was nicht. Als Behandlerin halte ich es in der Regel wie der Friseur: wenn der Klient während der Behandlung schweigen will, dann schweige ich mit ihm, will er reden, so rede ich mit ihm. Wenn wir dann jedoch gemeinsam reden und ich gerade eine Blockade z.B. in den Beinen behandle, also einen Ort, an dem ich keinen Energiefluss erfühle, dann stellt sich oft plötzlich ein Energiefluss ein, wenn der Klient einen Satz der Wahrheit sagt, also wenn er ausspricht, was wirklich gut für ihn wäre, um eine erdachte Welt zu verlassen und sich wieder Gottes Reich zuzuwenden. Sobald dann wieder ein Satz gesagt wird, der als Zukunft in Betracht zieht, was den Körper heute schon kränkt, dann hört der Energiefluss wieder auf.
- Handauflegen tröstet. Während einer Behandlung passiert es immer mal wieder, dass der Behandelte beginnt zu weinen, fast immer Tränen, die er in der Regel schon lange zurückgehalten hat. Die Tränen beginnen zu fließen und dann irgendwann stellt sich tiefer Trost ein.
Eine Klientin hatte sehr nah am Wasser gebaut. Häufig hatte sie aufgrund kleiner Anlässe plötzlich die Tränen in den Augen stehen. Einmal erzählte sie mir, dass es ihr ganz häufig passierte, dass sie bei bestimmten Szenen im Fernsehen oder bei dem Gedanken an verstorbene Familienmitglieder plötzlich in Tränen ausbrach und nichts dagegen tun konnte. Für sie hatte das Ausmaße angenommen, die weit über das normale Mitgefühl oder das manchmal „wohlige Weinen“ bei rührenden Filmen hinausging.
In einer Serie von Behandlungen, in denen sie fast pausenlos weinte, während meine Hände auf ihrem Herzen lagen. Wir gingen alle die Szenarien durch, die sie zum Weinen brachten, und von Mal zu Mal wurde sie weniger empfindlich. Die letzte Behandlung diente auf meinen Vorschlag hin ihrer aktuellen Lebenssituation. Sie war vor ein paar Monaten verrentet worden und merkte nun, wie sehr sie die Gemeinschaft ihrer langjährigen „Arbeitsfamilie“ vermisste und darüber trauerte, obwohl jeder ihr sagte, wie glücklich sie jetzt sein müsste, nicht mehr arbeiten zu müssen. Ihre bisherige Mittrauer und ihr Mitleiden – ausgelöst durch die Erinnerung an eigenes Leid – wurde durch Tröstung ihrer eigenen Trauer, zu freundlichem Mitgefühl. Sie entschloss sich, künftig Teile ihrer freie Zeit in der tätigen Sorge – mit Da-Sein und Gesprächen – für alte Menschen im Altersheim zu verbringen, selbst zum Tröster zu werden.
- Es hilft bei der Deutung des Wortes/des Gesagten im Sinne von Gottes Welt. Durch die Wahrnehmung der Wirkung, die die Gottes Gnade auf einen Körper hat, können wir den Körper wunderbar lesen lernen. Der Körper erzählt seine Geschichte, und durch diese Geschichte können wir erfahren, was die Kränkung verursacht hat. Wenn man diese Erfahrungen häufig macht, dann wird einem immer klarer, wie Gottes Welt funktioniert. Dadurch kann man Krankheiten und Erfahrungen neu deuten und versteht, was gesund macht.
Zudem wird das Verständnis generell beschleunigt in Form von synthetischem Denken. Ich sehe verschiedene Einzelheiten und kann sie zu einem Gesamtbild kombinieren. Diese Fähigkeit wächst ständig weiter. Manchmal betrachte ich eine Situation und plötzlich fühlt es sich an, als ob Fenster in der Luft vor mir aufgehen und ich einen immer größeren Zusammenhang entdecke, einen neuen Bedeutungsgehalt, der vorher nicht da war, die Weisheit hinter den Dingen. Wenn ich heute die Bibel lese, dann kann ich vieles deuten und in unsere Alltagssprache übersetzen. Und ehrlich gesagt, ich finde immer wieder in den kirchlichen Deutungen der Bibel Vorgehensweisen oder Gedankengut, die nicht mit meinen Heilungserfahrungen übereinstimmen. Wo ich eine Diskrepanz entdecke, das trage ich in ein Gespräch mit Jesus und bekomme es dort oder in den folgenden Behandlungen erklärt.
- Es stärkt Wahrnehmung, Sensorik und Mitgefühl. Meine kinesthetische Wahrnehmung ist inzwischen so sicher, dass ich erkennen kann, was funktioniert und wie sich was anfühlt, ob Heilung geschieht, ob Durchlässigkeit besteht oder nicht. Mein Mitgefühl ist inzwischen so sehr ausgebildet, dass ich die Schmerzen und die Stimmungen des Behandelten fühle. Sobald ich die Hände wieder wegnehme, sind sämtliche Fremdschmerzen oder Fremdgefühle wieder weg, ich trenne mich allerdings auch am Ende der Behandlung bewusst aus dieser Verbindung.
Während einer Behandlung am Freitagnachmittag fühlte ich plötzlich: „Oh nee, ich habe keine Lust mehr, wann ist denn das endlich zu Ende, ich will nach Hause.“ Das ist überhaupt nicht normal für mich, ich liebe meine Arbeit sehr! So fragte ich: „Haben Sie das manchmal, dass sie keine Lust mehr auf ihre Arbeit haben?“ Da sagte der Behandelte: „Momentan ist das ganz schlimm! Schon Montag früh hab ich mir gesagt, hoffentlich ist bald Freitag, ich hatte die ganze Woche auf gar nichts Lust.“ Durch die Behandlung hatte sich das Gefühl aktiviert und es wurde gelöst. So konnte ich es auch wahrnehmen.
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Beim Handauflegen hat sich der im folgenden beschriebene Ablauf herauskristallisiert. Typischerweise beginnen wir mit einer Diagnosebehandlung:
Zunächst frage nach den aktuellen Beschwerden und Bedürfnissen und der Motivation für den Behandlungswunsch. Anschließend erkläre ich, was ich machen werde und welche Optionen der Klient während der Behandlung hat. Er legt sich hin. Ich verbinde mich im Gebet mit dem dreifaltigen Gott. Ich lege die Hände auf. Normalerweise beginne ich beim Kopf, um erst einmal die bei uns so allgegenwärtige Gedankenfülle „herunterzufahren“, Frieden im Kopf zu schaffen, Aufnahmefähigkeit wieder herzustellen. Daraus ergibt sich in der Regel ein Nachlassen des Gedankendrucks und in dessen Folge körperliche und seelische Entspannung. Die besänftigende und beruhigende Heilwirkung, Gottes Gnade wird am eigenen Leibe erfahrbar. Entweder während und nach der Behandlung übersetze ich die Aussagen von Körper und Seele, denn fast immer folgt mittendrin oder hinterher die Frage: „Und, was haben Sie gemerkt?“ Daraus entwickelt sich ein Gespräch, in dem wir die aktuelle Lebenssituation und meine Anamnese von Körper und Seele zu einer Diagnose zusammenführen.
Manchmal ist durch die Diagnosebehandlung bereits alles geklärt und der Zustand ist geheilt. Der Klient begreift die Ursache vollständig und ändert sofort sein Leben. Oft sind jedoch weitere Behandlungen notwendig, um von der Heilung auch zur detaillierten Umsetzung zu kommen und weitere Stolpersteine und Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Diese Behandlungen laufen dann meist folgendermaßen ab:
Über den Kopf oder über das Herz fühle ich mich in die Körperzone und den Körper ein und spüre an meinem Körper oder aus den Aussagen des Klienten die bedürftigen Behandlungszonen und ich bete intensiv für diesen Menschen. Durch das Einfühlen und das Beten habe ich Wahrnehmungen, die mir den aktuellen Zustand des Körpers zeigen, die spezifischen Bedürfnisse nach Glaube, Liebe und Hoffnung. Diese spreche ich dann während der Behandlung oder anschließend an.
Als eifrige Rosario-Beterin bin ich es so gewöhnt, Jesus und Maria mir initial vorzustellen und dann ihre Lebensstationen mitzuerleben, so dass sie häufig auch während der Behandlungen von sich aus auftauchen, um heilend einzugreifen und „Operationen“ durchzuführen. Der symbolische Charakter der Operation erklärt wieder die reale Situation des Klienten und deutet auf seinen Heilungsweg hin. Für dieses Geschehen bin ich besonders dankbar und ich beobachte es jedes Mal verliebt und mit Staunen.
Bei einer Behandlung kam Jesus plötzlich mit einer Operationsliege wie ein OP-Pfleger herein. Doch er fuhr die Liege mit dem Patienten nicht in einen Operationssaal, sondern in unsere Kirche, wo der Pfarrer das Abendmahl zelebrierte und dem Patienten ebenfalls in beiden Gestalten verabreichte. Die bestehende Krankheit war Leukämie, eine Störung der Blutbildung im Knochenmark. Sein Vorschlag war hier, die Heilung über Sein Blut stattfinden zu lassen.
Während der Behandlung entsteht oft beim Klienten ein spontaner Gefühlsausdruck, indem er seine Gefühle anspricht und ausspricht, oft bricht es einfach aus ihm hervor, verbal oder durch emotionale Reaktionen: Lachen, Freude, Erleichterung, Weinen, Wut, Druckgefühl, Trauer, Schmerz. Durch das Gespräch und meine Hände erhält der Klient die Möglichkeit, die Geschehnisse einzuordnen, zu verarbeiten und zu verdauen. Sehr häufig kommt es hierbei zu Perspektivwechseln: „so habe ich das ja noch gar nicht gesehen, damit kann ich jetzt besser klar kommen“ oder zu der Veränderung von Denkmustern und Glaubenssätzen, also den oben beschriebenen Denk- und Weltkonstrukten, die nicht mit Gottes Reich übereinstimmen.
Da, wo köperliche oder emotionale Symptome beim Klienten oder bei mir auftreten, lege ich meine Hände auf, bis sie abklingen. Dabei kann es sich um Überfunktionen, die sich in starken Reaktionen in meinen Händen wie Hitze, Schmerz, Pulsieren zeigen, oder um Unterfunktionen handeln, die sich durch Kälte oder absolute Reaktionslosigkeit zeigen. Manchmal habe ich dabei das Gefühl, den Menschen an diesen Stellen völlig wieder aufzutauen, wieder zu beleben.
Die Bibel, die Weisungen Jesu und die grundlegenden Weisheiten des christlichen Glaubens helfen immer als Leitfaden. Bei Nichtgläubigen verhilft mein Glaube, ausgedrückt durch die Behandlung und ihre Wirkung und durch meine Worte, sehr oft als Anregung zur Annäherung an Jesus als Teil des dreifaltigen Gottes, oder an Maria, die als der sanfteste Ansatz für die verletztesten Seelen dient. Sie schützt die Kinder in der Not und nimmt sich des kindlichen Anteils im Menschen an, der fast automatisch zu ihr flieht, falls ihm die Möglichkeit dazu eingeräumt wird, sie ihm vorgestellt wird. Bei Gläubigen führen die Behandlungen oft zur Intensivierung der eigenen Glaubenspraxis, z.B. zu einer verstärkten Präsenz von Jesus im Alltag.
Eine junge Frau, katholisch aufgewachsen und stetige Kirchgängerin, berichtete mir nach einer einmaligen Behandlung, dass sie danach plötzlich eine solche Liebe zu ihren Kindern und ihrem Ehemann gespürt habe, dass sie selbst ganz überrascht war. Ich hatte sie darüber hinaus dazu angeregt, in ruhigen Zeiten, z.B. bei langen S-Bahn-Fahrten, das Gespräch mit Jesus zu suchen, ihm im Gebet den Wunsch danach auszudrücken. Sie berichtete von seiner plötzlichen ungemein spürbaren Präsenz in ihrem Leben, dass sie erstaunt war, wie intensiv und lebendig sich Glauben anfühlen konnte und was in dieser Kommunikation alles geschah. Die Lesung im Gottesdienst wurde für sie nun jedes Mal zur Offenbarung, sie fühlte sich ganz persönlich angesprochen und erreicht. Nach einem Jahr schrieb sie mir zu Weihnachten: „Seit ich dich vor einem Jahr traf, hat mein Leben sich auf einem sehr positiven Weg entwickelt. Ich habe Gottes Liebe erfahren und kann sie nicht mehr für mich selbst behalten. Ich bin dir sehr dankbar und bete dafür, dass Gott dich in deiner Mission unterstützt.“
Die Erfahrung von Gott und die Sehnsucht nach dieser Gottesnähe führt zur Heilungsmotivation, zu einem „so möchte ich mich öfter/immer fühlen“. Um dies zu erreichen sind oft ganz praktische Veränderungen im Alltag, in den wichtigsten Beziehungen notwendig. Folgebehandlungen dienen also häufig der Planung von Veränderungen und der Begleitung der Umsetzung durch Bestärkung und Detaillierung der einzelnen Schritte vorwärts.
Ich bin nicht der Heiler, der einfach mal kurz die Hände auflegt und dann ist alles geschehen. Als ich Jesus einmal dazu befragte: „Warum läuft das bei mir nicht so?“, da sagte er zu mir: „Du heilst nicht primär Krankheiten, du heilst das Leben der Menschen.“ Ihr neues, heilendes Leben heilt dann die Menschen. Und stimmt! Das war meine Intention, ich hatte meine Arbeitsintention, meine Mission schon vor dem Jakobsweg mit “Heilendes Leben” überschrieben.
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Das Handauflegen, wie es mir durch die Gabe vermittelt wurde, unterscheidet sich von den bisher gängigen Methoden der Schulmedizin, der Seelsorge und der Psychotherapie, bietet jedoch viele Ansätze zur Synergie mit ihnen.
Die Schulmedizin verstehe ich als ein vom Arzt geführter, wissenschaftlicher Prozess, in dessen Fokus die Behandlung von körperlichen Krankheits-Ursachen und Symptomen stehen. Die Anamnese und Diagnose erfolgt durch körperliche Untersuchung, Befragung, Labor & technische Verfahren. Die Heilung erfolgt durch chemische, mechanische und chirurgische Verfahren, regenerierende Ruhe, Übungen, ggfs. Verhaltensänderung. Eine Synergie ist möglich durch das Ergründen der seelischen Ursache der Krankheit und deren Heilung, damit sie nicht wieder auftreten muss bzw. weiter nach innen fällt. Bei physikalischen Eingriffen, z.B. Bestrahlung, kommen die seelischen Ursachen des Krankheitsherdes ins Bewusstsein und können so andere Symptome auslösen. Durch das Handauflegen können sie verarbeitet/verdaut werden. Die schmerzlichen Inhalte können ausgedrückt und durch Glaube, Liebe und Hoffnung ersetzt werden.
Eines Tages – ich arbeitete in Praxisgemeinschaft mit einer Internistin, währenddessen ich auch eine Zeitlang ihre Arzthelferin vertrat – kam ein Mensch in die Praxis. Ich stand gerade bei der Arzthelferin, weil der Klient, den ich erwartet hatte, kurzfristig abgesagt hatte. Ich wollte mich gerade verabschieden. Dieser Mensch klagte über Schwindel und Herzrhythmusstörungen. Er kam gerade von einer Bestrahlung, während der diese Beschwerden ausgelöst worden waren. Da die Ärztin gerade einen anderen Patienten behandelte, nahm ich der Arzthelferin diesen Menschen ab, da noch andere Patienten bei ihr anstanden. Ich legte ihn auf eine Liege und blieb ein wenig bei ihm, hielt die Hand. Ich fragte nach ein paar Minuten, ob ich ihm die Hand auflegen dürfe. Sie stimmte zu und ich hielt meine Hand wegen des Schwindelgefühls über die Stirn. Nach kurzer Zeit war er verwundert über ein helles, warmes Licht, was von meiner Hand auszugehen schien, es ging ihm schnell besser, ihr Herz beruhigte sich.
Die Ärztin kam hinzu, konnte jedoch den Zustand nicht umgehend beheben. Doch da es diesem Menschen unter meiner Hand gut zu gehen schien, war die Ärztin zuversichtlich und der Mensch erklärte sich zu einer Behandlung bei mir bereit. In der Behandlung kam ein Thema zur Sprache, das diesen Menschen lange gequält hatte, über das er jedoch noch nie mit jemandem geredet hatte. Er hatte es nie zuvor ausgedrückt. Ich machte ihm anhand des Bibelgleichnisses von Jesu Gebet im Garten Gethsemane klar, dass kein Mensch, nicht einmal Jesus Christus, jede schwierige Situation sofort, dauerhaft, stets liebevoll, fraglos und klaglos annehmen könnte. Wir beteten gemeinsam das Vaterunser, um ihr Gnade der Vergebung wieder deutlich zu machen, er fühlte Vergebung und ihm wurde leichter ums Herz, alle Symptome verschwanden. Die Bestrahlung hatte das verdrängte, im Tumor gekapselte, gebundene Gefühl wieder aktiviert und an das Bewusstsein herangeführt. So war es in der Behandlung bearbeitbar und lösbar.
Die Psychotherapie sehe ich als einen vom Therapeuten geführten Prozess mittels sprachlich-empathischer Anamnese, Testverfahren, Beobachtung, Auswertung von Gefühlen, Traumgeschehen, teilweise auch körperlichen Übungen, Gefühlsausdruck etc. Katalogisierte Symptome weisen auf die Krankheit (ICD10). Die Heilung erfolgt durch Ansehen und Verstehen der Biographie, Einsicht in kränkende Lebensumstände, Verarbeitung unseres bisher Unverdauten, Veränderung von Verhalten und Umständen, Übungen, Abbau körperlicher Spannungen und Stärkung der Kompetenz für das eigene Leben. Psychotherapie ist oft ein Prozess, in dem die Vergangenheit aus der Seele wie aus einem trübe gewordenen Teich Stück für Stück wieder an die Oberfläche geholt wird, um sie anzusehen, auszusortieren und so die Seele zu reinigen und freizuräumen. Die Lebensphilosophie des Therapeuten bzw. seiner Schule weist die Richtung. Der Therapeut orientiert sich im „was ist gesundes, was ist krankes Denken und Verhalten“ an seinem eigenen Wertebild oder dem seiner jeweiligen Ausbildung / Fachrichtung. Das muss für den jeweiligen Klienten und den Weg, den seine Seele nehmen will, nicht unbedingt passen. Für mich fehlt der heutigen Psychotherapie jedoch meist das Gottes-Element und die Spiritualität, weshalb sich so viele Menschen neben der Therapie spirituellen Halt suchen.
Da die Entscheidung für Psychotherapie meist für an einem Tiefpunkt, dem Umkehrpunkt im Leben geschieht, kann durch das Handauflegen der Klient stabilsiert und in die Lage für den oft anstrengenden Prozess der Psychotherapie versetzt werden. In der Psychotherapie werden viele schmerzhafte Erfahrungen zu Tage gefördert und betrachtet, die Auswirkungen davon können durch das Handauflegen gelindert werden. Der lebendige Prozess gibt Hinweise auf die Richtung, aus der Heilung zu erwarten ist.
Seelsorge habe ich verstanden als einen von Gott geführten Prozess durch den Priester, der auf Glauben basiert. Die Behandlung des Geistes erfolgt durch das Wort, Gebete und Sakramente. Die Grundlage und Voraussetzung der Heilung ist die Einsicht der Sünde und Eigenverantwortung und Umkehr, evtl. Buße und das Erfahren von Vergebung und Gottes Gnade. Der Seelsorger orientiert sich am Wort Gottes und am Regelwerk der Kirche (Kirchenrecht, Katechismus, Überlieferung). Bei Krankheiten und Krisen kann das Handauflegen eine Intensivierung und Individualisierung der Seelsorge bedeuten, das Durchkommen des Wortes kann ermöglicht, erleichtert, vertieft werden. Gottes Gnade wird durch die Hände erfahrbar und erzeugt den Zielzustand und damit das Wissen, dass Heilung möglich ist und wie sie sich anfühlt. Durch die intensive Nähe zum christlich orientierten Heiler als Boten wird die Nähe zu Gott praktisch über den anderen Menschen erfahrbar. Doch die bewusste Aktivität des Heilens ist aus der Kirche weitgehend verschwunden, das ausführliche Handauflegen bis zur Heilung und das intensive Gespräch mit dem Kranken aus spiritueller und therapeutischer Sicht. Kein Priester kann meines Erachtens nach tatsächlich zeitlich gesehen seelsorgerisch eine ganze Gemeinde betreuen und parallel dazu Kirchenmanager und der Träger des Rituals sein. Brüderlich und schwesterlich untereinander können wir sehr wohl durch das Handauflegen füreinander da sein.
Aus meiner eigenen Sicht und Erfahrung mit vielen Menschen möchte ich nochmals auf das Kapitel „Und was ist mit der Sünde?“ verweisen: der angstschürende, anklagende und zusätzlich schuldzuweisende Umgang mit dem Begriff Sünde schreckt heute viele Menschen davon ab, sich dem kirchlichen Heilungsweg hinzugeben, weil er ihr Problem der Unzulänglichkeit und der Selbstanklage, der imperativen Stimme im Innern und des „so, wie ich bin, bin ich nicht in Ordnung“ verschärft.
Damit werden sie heute zu bedürftigen Kunden der alternativen Heilungsszene, die sie wirklich erstmal so nimmt, wie sie sind, wie man heute so nett sagt, DA abholt, wo sie stehen. Wie es eigentlich der suchende Hirte tut…[1] oder der Vater des verlorenen Sohns. Den Menschen reicht es schon, die Diagnose, die Krankheit zu erleiden. Den meisten fällt es schon schwer genug, allein dafür Verantwortung zu übernehmen,[2] sie wollen sich nicht noch zusätzlich schlecht fühlen und erstmal ihre Schuld unter die Nase gerieben bekommen. Das Bewusstsein „Gott hilft und liebt uns, so wie wir sind“, „Wir sind Menschen, die nun mal Fehler machen, nur hoffentlich nicht ständig die gleichen“, „wir sind Kinder Gottes, die lernen dürfen“, entlastet und öffnet uns – damit wir lernen und umsetzen und damit umkehren.
Offenbarung 12 (Einheitsübersetzung):
10 …denn gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder, der sie bei Tag und bei Nacht vor unserem Gott verklagte.
Mein Verständnis, meine Erfahrung des von mir praktizierten Handauflegens ist ein von Gott geführter Prozess, basiert auf Glauben und Wahrnehmung, in dem Gottes Gnade erfahrbar wird. Der duale Körper ist der Wegweiser, Anamnese, Diagnose und Therapie erfolgt durch Handauflegen und Gespräch. Die Gesprächsinhalte sind rein intuitiv und basieren auf den Wahrnehmungen im Gebet, am Körper und durch Mitgefühl. Das Handauflegen heilt emotionalen Schmerz, Anspannung und Mangelzustände durch die Heilkraft Gottes, Verstehen, Einsicht und Verhaltensveränderung.
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[1] Das sehe nicht nur ich so. Während einer Predigt über Kardinal Bengsch sagte der Berliner Dominikaner-Paters Dr. Thomas Griesbach: „Die Kirche trifft die Menschen zwar da, wo sie stehen, aber sie lässt sie genau dort stehen und nimmt sie nicht mit.“
[2] Daher ist die heutige Schulmedizin so attraktiv für viele. Die Krankheit kommt – ohne eigenes Zutun – zu uns und der Arzt macht sie – ebenfalls möglichst ohne eigenes Zutun – wieder weg. Wir werden repariert, vielleicht ein paar Teile ausgetauscht, gereinigt, geölt, gefettet. Fertig! Und weiter geht es wie bisher…
Psalm 42 (Gute Nachricht Bibel): 2 Wie ein Hirsch nach frischem Wasser lechzt, so sehne ich mich nach dir, mein Gott! 3 Ich dürste nach Gott, nach dem wahren, lebendigen Gott. Wann darf ich zu ihm kommen, wann darf ich ihn sehen?
Johannes 6 (Lutherbibel 1984): 63 Der Geist ist’s, der lebendig macht; das Fleisch ist nichts nütze. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und sind Leben.
Gott regt durch seine Präsenz immer wieder unsere Lebendigkeit an, kein Wunder, denn der Heilige Geist ist am Werk, der Herrscher der Lebendigkeit. Wie ist das zu verstehen?
Manches ist offensichtlich und einfach: wenn wir müde sind, dann ist Erholung und Schlaf Lebendigkeit. Wenn wir wach sind, ist Kreativität und Schaffenskraft der Lebendigkeit. Wenn wir hungrig sind, dann führt Essen zum Leben, wenn wir satt sind, führt Nicht-Essen in die Lebendigkeit. Wenn wir brauchen, dann ist Empfangen lebendig, wenn wir genug oder mehr als genug haben, dann ist (Ab-)Geben lebendig, ob es sich nun um Geld, Arbeit oder Gefühle handelt.
Lebendigkeit zeigt sich immer dann, wenn wir das Gefühl des Fließens haben, uns im Fluss des Lebens befinden, im kreativen Schaffen wird dies auch als Flow bezeichnet. Fragen wir also immer nach, analysieren wir gemeinsam: Was hat sich durch die Behandlung für uns und unseren Empfänger verändert? Lernen wir von diesem Weg! Doch was für den einen stimmig ist, das kann für den Nächsten ganz anders sein. Durch das Anwachsen von Lebendigkeit zeigt sich immer Gottes Wirkung. Gott schafft alles mit Sinn und zeigt es uns.
Gesundheit ist die Wahrheit Gottes im Körper.
So verstehe ich auch eine Facette des „lebendige Wasser“. Alte, überlebte, „tote“ Gefühlen stoppen in der Regel den Fluss der Liebe, wir halten an einer alten Erinnerung an und sagt: „Hey, das habe ich schon mal erlebt, das war nicht gut! Das muss hier aber sofort aufhören!“ Selbst wenn die gute Chance besteht, dass der Verlauf der neuen Erfahrung ganz andere Ursachen oder Folgen hat als das Alte. Diese Stopper jedenfalls sind in der Regel die Ursachen für Neid, Angst, Arroganz, Ärger etc. Sind diese Erinnerungen befriedet, verdaut, dann beginnen die lebendigen Gefühle vollständig zu fließen, Früchte des heiligen Geistes: Glaube, Liebe, Hoffnung, Barmherzigkeit, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Sanftmut und Selbstbescheidung. Und das macht uns innerlich sitt und satt, schenkt uns das lebendige Herz.
Und so verstehe ich den lebendigen Gott, so lebe ich mit ihm: er begleitet uns tagtäglich, er ergänzt uns immer, er gibt uns immer das, was wir brauchen, er steht mit uns ganztägig in Kontakt, ist unsere Versicherung, unser Arbeitgeber und Versorger. Der Weg mit Gott ist nie nur Selbstzweck „ich bin mit Gott“, sondern aus kontinuierlicher Einheit mit Gott kommt die Kraft, die Wahrheit und die Richtung mit, um seinen Willen als sein Werkzeug in der zwischenmenschlichen Gemeinschaft zu manifestieren, damit die Gaben des Heiligen Geistes unter uns Menschen spürbar sind. Daher die Reihenfolge der drei Kreise. Ich richte meine Prioritäten nach ihm aus und nicht an dem, was ich für das Geldverdienen tun muss. Er präsentiert mir täglich auf der Bühne meines Lebens anschaulich und fühlbar die Antworten, die ich für mein Leben, die Wahl meines Weges brauche. Wenn ich wissen will, wo es langgeht, dann brauche ich nur zu betrachten, was vor mir ist, was mir Sorgen bereitet, was mich ärgert, was mich freut. Ich bin nicht äußerlich reich, dafür inzwischen von Tag zu Tag innerlich mehr. Er hat uns allen ein Versprechen gegeben, nämlich dieses:
Ich halte mich daran fest und erlebe es täglich. Ich schätze das Ritual des Gottesdienstes sehr, weil es einmal wöchentlich – gepaart mit der Gemeinschaft in der Gemeinde – mir hilft, mich tief auf Ihn einzulassen und als „Aktuelle Stunde“, als „Pflegestunde“ und Reinigung zur Rekonfiguration meines eigenen aktuellen Lebenszustandes und als grundsätzliche Gelegenheit zu Danksagung und Lobpreis Zeit, wunderbares Umfeld und Fokussierung bietet. Meine Supervisionsstunde! Das ist in unserer Kirche auch ganz besonders einfach, weil im Mittelpunkt der Apsis über dem Altar ein großer, freundlicher Jesus uns mit offenen Armen von Herzen willkommen heißt und uns entgegen kommt.
Matthäus 12 (Gute Nachricht Bibel): 6 Und ich sage euch: Hier ist mehr als der Tempel! 7 Wenn ihr verstanden hättet, was mit dem Wort gemeint ist: Ich fordere von euch nicht, dass ihr mir irgendwelche Opfer bringt, sondern dass ihr barmherzig seid, dann würdet ihr nicht Unschuldige verurteilen.8 Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat; er hat zu bestimmen, was an diesem Tag getan werden darf.«
Doch das Ritual allein genügt nicht, wir würden auf zu viel der Gnade verzichten. Entscheidend ist für mich, Ihn ständig im Herzen, an der Seite zu haben, jeden Weg mir Ihm zu gehen, jede Handlung mit Ihm auszuführen, mich an jeder Wegkreuzung an ihm zu orientieren und alles dafür zu tun, dass sein Reich hier auf Erden entsteht. Es ist der Ort, an dem ich mich am wohlsten, am lebendigsten fühle, am wenigsten in ein Schema gepresst, am meisten Ich. So wie am ersten Pilgertag, als ich in Lourdes aufgebrochen war und fühlte:
Gottes Reich – Es ist doch schon da!
Und – Danke für alles!






