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Die Gabe des Caminos

Auch mit meinem Sohn bin ich ein paar Tage gepilgert, auf dem Weg nach Bad Wilsnack. Das Waldhaus zur Saubucht nimmt auch – auf besondere Weise – Pilger auf. Mitten im Wald haben wir eine wundervolle Nacht verbracht und wurden von den Wirtsleuten auf das Liebevollste versorgt. Danke dafür! Als wir bei einem reichhaltigen Frühstück saßen, so gar nicht meine Gewohnheit, da gab es plötzlich an der Fensterscheibe einen lauten Knall. Ich schaute schnell hin und sah einen Vogel, der zunächst schwankend auf dem Fensterbrett saß und dann zu Boden fiel. Mit dem Wirt gemeinsam traten wir hinaus, um nach dem Vogel zu sehen. Er nahm den kleinen, benommenen, braungepunkteten Kerl in die Hand, schaute ihn an und sagte zu uns: „Das überleben sie meist nicht.“

Ich bat ihn, mir den Vogel zu geben, setzte mich mit ihm in die Sonne und legte ihm die Hände auf, betete für ihn. Nach einer Weile, während der ich eine Menge von Heilkraft wahrgenommen hatte, machte ich meine Hände auf, so dass er wegfliegen konnte, falls er fliegen könnte. Er blieb sitzen. Also hielt ich ihn weiterhin mit meinen Händen umschlossen und betete noch inständiger für ihn. Nach einer weiteren Weile zuckte er plötzlich. Ich öffnete meine Hände und der Vogel flog von meinen Händen aus ohne Schwanken in die Luft, gewann sofort kraftvoll an Höhe, da bald der Zaun und einige Bäume einem Geradeausflug im Wege waren. Binnen ein paar Augenblicke war er nicht mehr zu sehen.

In der Kathedrale in Madrid hat Jesus mir die Grundlagen meiner Gabe des Caminos geschenkt: Das Leben heilen durch Handauflegen.  In den Wochen darauf hat er mich gelehrt, die Gabe zu nutzen, die Gabe erweitert und vertieft. Allsdann haben wir gemein­sam an mir selbst alles ausprobiert. Anschließend erhielt ich wieder die Gelegen­heit, mit anderen Menschen zu arbeiten und in dieser Arbeit Erfahrungen zu sammeln. Jeder einzelne Mensch, der zu mir kommt, hilft mir, die Gabe intensiver zu begreifen und ihr neue Facetten hinzuzufügen. Aus diesen Erfahrungen heraus entwickel­ten sich wieder neue Fähigkeiten und Erkenntnisse und dies hört nicht auf. Jeder Klient bringt mir auch immer Themen mit, die für mich relevant sind. Ich bin immer gleichzeitig aufgefordert, mich selbst in Frage zu stellen, um mich selbst in die Frage des Klienten zu stellen, damit ich Teil der Antwort sein kann.

Matthäus 9 (Lutherbibel 1984):

35 Und Jesus ging ringsum in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen. 36 Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben.37 Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. 38 Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.

Das Heilen mit Gottes Hilfe beinhaltet im Gegensatz zur Schulmedizin stets die bewusste Einbeziehung von Gottes Macht und Hilfe und die alleinige Hingabe an Seine Weisheit. Dieses Prinzip wird z.B. auch im 12-Schritte-Programm der  Anonymen Alkoholiker genutzt, sie ziehen zum Beispiel auch bewusst Gott bzw. neutralisiert eine „höhere Macht“ mit ein, die DA helfen kann, wo wir selbst nicht mehr weiter kommen.

Heilung geschieht besonders dauerhaft, wenn sich Himmel und Erde vereinigen.

Gottes und Adams Hand von der Decke der Sixtinischen Kapelle im Vatican

Himmel und Erde,

Gott und Mensch

reichen sich die Hand und

wirken gemeinsam,

damit Heilung gelingt.

Wir empfangen von oben den Segen des dreifaltigen Gottes, der unseren Geistkörper dazu anregt, in den Zustand seiner Gottgeschaffenheit zurückzukehren, und so Ver­änderun­gen ermöglicht. Wie oft besiegelte Jesus eine Heilung mit den Worten: Dein Glaube hat dir geholfen. Unser Glaube und unser Vertrauen sind der Schlüssel, dass Heilung gelingt und diese Anregung sich in unserem Geistkörper verankert. Indem wir sie für wirklich halten, gelingt sie. Matthäus 21 (Lutherbibel 1984): 22 Und alles, was ihr bittet im Gebet, wenn ihr glaubt, so werdet ihr’s empfangen.

Der Glaube gibt unseren Gedanken ein neues Fundament, eine neue Ausgangsbasis. Anschließend ist es essentiell und unerlässlich, dass wir hier auf der Erde etwas verändern, mit unserem Körper, in unserem Denken und in unserem Verhalten, wie in Johannes 5 (Lutherbibel 1984):

14 Danach fand ihn Jesus im Tempel und sprach zu ihm: Siehe, du bist gesund geworden; sündige hinfort nicht mehr, dass dir nicht etwas Schlimmeres widerfahre.

Es kommt darauf an, eine notwendige Veränderung zu vollziehen, mag es im Denken oder Handeln sein, womit wir unser Leben immer mehr auf Gott und die grandiose, jedoch oft einfach unglaubliche und unglaublich einfache Lebensform auszurichten, die er uns anbietet.

Exodus 23,25 (Lutherbibel 1984):

Aber dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr dienen, so wird er dein Brot und dein Wasser segnen, und ich will alle Krankheit von dir wenden.

Der Mensch ist ein Erfahrungskörper Gottes. Er nimmt in sich die Erfahrungen des Lebens auf und verarbeitet sie. Im oberen Teil unseres Körpers findet Aufnahme statt, mit unseren Sinnen, mit dem Mund, mit den Lungen. Vom Herzen an abwärts findet Verarbeitung des Erfahrenen, Aufgenommenen statt. Das Herz bekommt von der Lunge das Blut. Das nimmt den Sauerstoff, unseren dringlichsten Überlebensstoff neben dem Geist auf, und leitet ihn an den gesamten Körper weiter, der davon lebt. Ebenso ist es mit der Nahrung. Oben kommen die Dinge herein und unten werden sie verarbeitet, angeleitet durch das Herz, bewirkt durch den Magen und den Darm.

Im unteren Teil des Körpers, ab dem Herzen eben, getrennt durch das Zwerchfell[1], findet keine Aufnahme mehr statt – bis auf den Schöpfungsakt des Menschen, wo die Frau den Mann aufnehmen kann, sondern Verarbeitung, Verdauung. Unser Verdauungs­system scheidet die Nährstoffe und Flüssigkeit, die aufgenommen werden, von Ballaststoffen und Abfall. Dieser materielle Abfall, den der Körper nicht mehr braucht, wird über den Darmausgang entsorgt. Die Niere gibt an die aufgenommenen Flüssig­keiten ebenfalls die Abfallstoffe ab, die sie aus dem Blut ausfiltert. Unser „Abwasser“ wird über die Blase entsorgt werden.

Das gleiche existiert auf der geistigen Ebene. Der „Darmausgang“ des geistigen Körpers sind die Füße. Die Füße geben an die Erde all das ab, was im Geistkörper verdaut wurde und nun für den Menschen geistig / emotional erledigt und damit unbrauchbar, entsorgbar geworden ist, sie entladen und leiten ab. Jesus hat diesen Vorgang des Entsorgens/Reinigens mit der Fußwaschung gemeint und gewirkt, siehe Johannes 13 (Lutherbibel 1984):

Giotto di Bondone, Cappella Scrovegni in Padua, public domain Bild aus wikicommons

3 Jesus aber wusste, dass ihm der Vater alles in seine Hände gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott ging, 4 da stand er vom Mahl auf, legte sein Obergewand ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. 5 Danach goss er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war. 6 Da kam er zu Simon Petrus; der sprach zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen? 7 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, das verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren. 8 Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil an mir.9 Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt! 10 Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, bedarf nichts, als dass ihm die Füße gewaschen werden; denn er ist ganz rein.

Wenn eine Heilung vollzogen ist – „wer gewaschen ist“ – bedarf zum sicheren Abschluss einer „Waschung der Füße“, um alles los zu werden. Wer einen solchen Vorgang schon einmal erlebt hat, weiß um die riesige Erleichterung dieser Entlastung. Und genau so, wie der Darm verstopft oder verschlossen sein kann, so können auch die zugehörigen geistigen Zuwege zu den Füßen verstopft und verschlossen sein. Ist dies der Fall, dann kommen Gedanken und Gefühle, die man eigentlich schon längst verarbeitet hat, trotzdem immer wieder hoch und bedrücken den Menschen ebenso wie ein voller Darm, der nicht abführen kann. Völlegefühl, Schwere und wieder Aufstoßen auf geistig-emotionaler Ebene, Déjà-Vu.  Wie viele Ursachen von Unwohlsein, Schmerzen und Krankheiten man allein über die Füße heilen kann!

Wenn der Mensch Erfahrungen aufnimmt und sie nicht verarbeiten kann, dann wird der Mensch daran krank, und das gilt gleichermaßen für die verhinderte Verdauung

  • des Materiellen – Übelkeit, Völlegefühl, unzureichende Nahrungsverwertung und damit Mangelerscheinungen, Verstopfung, Darmverschluss,
  • des Geistigen – nervösen Magenbeschwerden, Verkrampfung des Darmtraktes[2]
  • der Gefühle – Herzbeschwerden, Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems, Magen- und Darmentzündung, Nieren- und Blasenerkrankungen

Wie eine Schale, wie ein Kelch nimmt der Mensch Erfahrungen auf. Wir sind die Schale, die von Gott getragen, gestützt ist, er ist der Ständer, der Schaft. Leichtverdauliches und glückliche Erfahrungen gehen einfach durch unser System durch, bestehen zum Großteil aus Nährstoffen und es bleibt Dankbarkeit und Freude zurück. Ich fühle mich in Gottes Reich gut ernährt, kraftvoll, gestützt und gut aufgehoben.

Für die Verdauung des Schwerverdaulichen, der Sorgen, der Nöte und des Leides und der Heilung durch Gott sieht es so aus: Wir nehmen die schwerverdauliche seelische und geistige Erfahrung auf und dann beginnt in unserem Herzen die Stütze durch Gott mittels des heiligen Herz Jesu. Wir sind gehalten, uns an ihn zu wenden und ihn um Hilfe zu bitten, damit wir das Schwerverdauliche verarbeiten – verstehen – können. Damit wir aus jeder Erfahrung die Nährstoffe aufnehmen können und die Ballaststoffe und das Unbrauch­bare abgeben können. Alles Schwere birgt eine wichtige Erfahrung. Wenn wir ihn nicht aktiv um Hilfe bitten, die Kooperation einleiten, und das beginnt tatsächlich schon mit einem Stoßseufzer, dann öffnen wir uns diesem Verdauungsprozess nicht. Durch Nichtverdauen passiert dann:

  • Ärger führt zu mehr Ärger, zur Wut, zur Explosion, zur Säure, zur Entzündung, zum Eiter, zum Flächenbrand. Neuer Ärger trifft auf alten, unverarbeiteten Ärger und dieser alte verstärkt den neuen. Die Eiterbeule platzt und der ausfließende Eiter greift andere Organe an. Ein Tropfen bringt das Fass zum Überlaufen und aller aufgelaufener Ärger entlädt sich und vergiftet die Umwelt gleich mit, d.h. andere ärgern sich auch.
  • Angst und Sorge führt zu mehr Ängsten und Sorgen, zu Absicherungsverhalten, zum nicht vorwärts gehen sondern anhalten,  zu Festhalten, zum Stau, zur Nicht-Verdauung, zur Verstopfung, zum Zumachen, zur Vergiftung, weil das zu Verrottende im Körper statt außerhalb verrottet, zur Nahrungsverweigerung. Neue Situationen von „ich weiß nicht“ führen durch Erinnerung zu alten, unerlösten Sorgen und diese wandeln die zunächst neutrale Situation wieder in Verunsicherung, in Entscheidungsschwäche, in Schwarz-Sehen, in Selbsterfüllenden Prophezeiungen, anstatt sie sich einfach entfalten zu lassen.
  • Unverarbeitete Schicksalsschläge und gebrochene Herzen führen zu Hadern mit dem Schicksal, zu Nicht-Annehmen, zu Seh- und Hörstörungen, zu allergischen Reaktionen, zu Schock, posttraumatischen Belastungsstörung und zur Belastungsdepression, zur Todessehnsucht, zu Herzinfarkt und Schlaganfall, zu Stillstand.
  • Trennung von der eigenen Essenz führt zu Selbstunsicherheit, mangelnder Selbstliebe bis hin zu Selbsthass, dies führt zu Ängsten und deren Folgeerscheinungen, geprägt durch den Gedanken „die wollen mich nicht, nehmen mich nicht so, wie ich bin“ und zu „ich muss anders sein, damit sie mich wollen“ und damit zu noch mehr Anpassung, Selbstentfernung und Leistungsdruck, um zu sein, wie die anderen einen wollen könnten. Da aber alle etwas Unterschiedliches wollen, ist es schwer, es allen recht zu machen. Man schleift sich selbst von immer mehr Seiten ab und das Wundsein, innen wie außen, nimmt zu.
  • Trennung von der eigenen Essenz führt auch zu Ärger und dessen Folgeerscheinungen, geprägt durch den Gedanken „ich ärgere mich, dass die mich nicht wollen (d.h. annehmen, wie ich bin)“ und zu „die müssen mich aber so nehme wie ich bin“ und dem damit verbundenen „die anderen sind nicht in Ordnung“, was ja ebenso wenig stimmt und damit zu einer Verschärfung der bereits bestehenden Konflikte führt, innen wie außen.
  • Sinnlosigkeit, damit zum Grübeln und Gedankenkreisen, weil kein Gedanke einen befreienden Ausgang findet, zu dem, was ich Gedankenkrankheit  (s. o.) nenne, zu Kopfschmerzen, Verspannungen im Nacken und Schulterbereich, zu Rückenschmerzen, zu chronischen Schmerzzuständen, zu Schlaflosigkeit, zu Depression, zu Demenz
  • Unverarbeitete Fehler, unvergebene Sünden, führen zu dem Schrecken, zu Lügen, zu Scham, zur Schuldenlast, zum Abweichen vom eigenen Weg und der eigenen Spontaneität, zu Manipulierbarkeit aus Angst vor Entdeckung oder Anklage, zum Verdrängen und Verstecken, zu Schuldgefühlen, zu Schluckbeschwerden, zu Darmbeschwerden und Darmkrebs (das darf nicht (wieder) ans Tageslicht kommen).

Kurz und gut: wir befinden uns in der sprichwörtlichen Hölle.

Auch heute schon haben wir Institutionen, die uns beim Verdauen von schwierigen Erfahrungen helfen können, die Psychotherapie und die Seelsorge.  Ich denke, diese Verdauung auf allen Ebenen bedarf der innigen Vereinigung zwischen Mensch und Gott, der Verbindung von Psychotherapie und Seelsorge. Den Weg zur Gesundheit kennt nur Gott, manche „Verdauungssäfte“ muss einfach Gott beisteuern, nur er besitzt die vollständige Weisheit. Der Wegweiser ist der Körper des Menschen. Die Symptome zeigen die Störungen im Geist auf der „Leinwand“ des Körpers. Die Kraft Gottes ist wie ein kräftiger Strahl sauberen Wassers, mit dem die Trübheit des Geistes an sich gereinigt wird und alles, was sich noch unklar, verschmiert oder verstaubt in der Seele befindet. Die Erlebnisse des Lebens sind dann kein „Schrott“ mehr, sondern erscheinen zum rechten Zeitpunkt im klaren Wasser der Erkenntnis als Trittsteine des Lebenslaufs.

Wieder zurück zum Bild des Kelches: der Mensch macht die Erfahrung und Gott hilft, diese Erfahrung zu verdauen und in Nahrung und Unbrauchbares / Ballaststoffe zu scheiden. In jeder schwer verdaulichen Erfahrung ist eine Heilungsimpuls, ein Hinweis Gottes zu verstehen, dafür brauchen wir ihn: „Kind, hier bist Du nicht in meiner Welt, komm doch zu mir!“ zu verstehen. Das Leichtverdauliche kann ich ja leicht verstehen, und das Schwerverdauliche eben schwer verstehen. Manches, was wir zu verdauen haben, ist eben komplex, d.h. sperrig oder nur langfristig zu entwirren und zu verarbeiten, weil uns noch Verdauungsstoffe (Erfahrungen) fehlen. Wenn wir uns mit unserem Herzen bei solchen Problemen an Jesus und sein heiliges Herz wenden, dann kommt alles wieder in Gang, unser Leben wird wieder heil. Er kann uns stützen und uns helfen, das Unverdauliche zu verarbeiten. Wir können das Gute, die Liebe und den Sinn darin entdecken und von uns ausscheiden, was wir nicht brauchen: irrige Gedanken und Gefühle und Verhaltensweisen, die aus solchen Gedanken entstehen, Glaubenssätze, Nichtwissen, eingeschränkte Perspektive, Verständnislosigkeit, Misstrauen, Angst, Wut, alles was oben steht. Gottes Weisheit allein kann uns das Verständnis vermitteln und damit die Verdauung einleiten.

Hiobs heilende Erkenntnis, Buch Hiob 42 (Lutherbibel 1984)

1 Und Hiob antwortete dem HERRN und sprach: 2 Ich erkenne, dass du alles vermagst, und nichts, das du dir vorgenommen, ist dir zu schwer. 3 »Wer ist der, der den Ratschluss verhüllt mit Worten ohne Verstand? « Darum hab ich unweise geredet, was mir zu hoch ist und ich nicht verstehe. 4 »So höre nun, lass mich reden; ich will dich fragen, lehre mich! «

Als Hiob anerkannte, dass mit Gott kein Hadern ist, dass alles Schwere einen Sinn hat und uns gerade DIE Gelegenheit gibt, unseren Glauben zu leben, so die profundesten Glaubenserfahrungen und wunderbarste Rettung zu erleben und eben nicht in Todessehnsucht zu verfallen, war das sein entscheidender Schritt zur Heilung.

Genau eines leitet die Heilung ein, nämlich die Liebe, das liebevolle Annehmen dessen des Menschen und dessen, was ist. Matthäus 11 (Lutherbibel 1984):

28 Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.

Daher ist wohl das Handauflegen auch oft die erste Wahl von Jesus gewesen: die Berührung, das Herzen. Was tut denn eine Mutter, die ein krankes Kind hat oder deren Kind sich wehgetan hat? Sie nimmt es in den Arm und legt ihm die Hände auf die Stirn oder wo auch immer es dem Kind weh tut, küsst es dort, pustet, auf jeden Fall eine körperliche Handlung wie Jesus in Markus 10 (Hoffnung für alle):

16 Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.

In jedem anderen Menschen ist Gott, manchmal kann man auch sagen „verbirgt sich Gott“, wenn ein Mensch für uns schwer annehmbar ist.

Santo Caliz de Valencia von Juan de Juanes, public domain Bild aus wikicommons

Liebe ist immer der Anfang der Heilung. Der Punkt, wo sich Schale und Schaft des Kelches „Mensch“ treffen, ist das Herz. Und das Herz Gottes ist Jesus, der Punkt, wo sich das Menschliche und das Göttliche im Bild des Kelches überlappt. Daher: Mit liebevoller Annahme beginnt die Heilung. Ein schönes Symbol ist der Santo Cáliz von Valencia, der genau an der richtigen Stelle ein stilisiertes Herz enthält. Der Kranke erhält alles, was er braucht, um sich endlich mal wieder „in Ordnung“ zu fühlen. Und das ist genau, was beim Handauf­legen passiert, ein dauerhafter Segensfluß. Segen heißt auf Spanisch Benedición, das bedeutet „Gut-Sagen“, ebenso im Griechischen Ευλογια – Eulogia. Es ist der Zustand, an dem wir fühlen können, wie es ist, wenn alles gut ist. Das alttestamentliche Wort barach/barakh bedeutet „mit heilvoller Kraft begaben“. So fühlt sich Segen für mich an. Der Be­handelte erhält endlich mal wie­der den Zustand zurück, wie es sich anfühlt, wenn alles in Ord­nung ist, wie der gottgewoll­te Zustand des Menschen ist. Es ist zunächst vielleicht ein wenig so wie die entspannende und erleichternde Wirkung, die durch den Konsum chemischer Ersatz­stoffe wie Alkohol, Drogen und Schmerz­tabletten eintritt, lediglich ohne Neben­wirkungen und länger anhaltend – bis hin zur Spontanheilung. Es gibt keinen Kater oder Turkey. Sehnsucht nach Liebe und Gott ist die Mutter aller Süchte, fehlt Liebe, so setzen suchende und leider oft suchtbildende Verhaltens­weisen ein.

Unser aktuelles medizinisches System hält diese Liebes-Qualität nicht vordergründig zur Verfügung. Doch der Einfluss von liebevollen Schwestern und Pflegern auf den Gesun­dungs­­­­­­vorgang ist enorm wichtig. Je mehr diese von der tätigen Sorge um die Kran­ken durch andere Pflichten und Rationalisierung abgelenkt werden, umso langsamer die Gesundung. Wenn wir heute am Tag der Operation noch aus dem Krankenhaus „raus­geschmissen“ werden, dann ist das schon ein ganz schlechter Anfang der Genesung, vor allem, wenn zuhause keiner da ist, der den Kranken liebevoll umsorgt. Doch eigentlich liegt hier schon das Kind im Brunnen. Die Verdauung kann ja schon viel früher einsetzen, und zwar bevor Schwerverdauliches zur Krankheit geführt hat.

Nicht jeder Mensch schafft es „gleich so“ anzufangen, mit Jesus direkt alle seine Probleme zu besprechen und die Heilung einzuleiten. Manchmal braucht er erst mal materiellere Hände und Arme und Stimmen, nämlich die eines anderen Menschen oder sogar die eigenen Hände. Jemand, der ihm von seinem eigenen Vertrauen zu Jesus abgibt. Er kann durch seine realen Ohren die tröstende Stimme des anderen Menschen hören, er kann die Wärme der Hände und den Herzschlag der Umarmung spüren. Dafür sind wir Menschen auch füreinander da, dafür gibt uns Gott einander, wir sind einander Engel / Boten.

Als Jesus die Menschen berührt hat, als er auf der Erde wandelte, da war der Heilungs­impuls durch seine unvergleichliche Liebe und seinen unverbrüchlichen Glauben natürlich so groß, dass der Mensch in seiner direkten Umgebung diesen Verdauungs­vorgang im Nu bewältigen konnte. Allein seine Präsenz, sein geistiger Körper, stellte diesen Zustand her, siehe die Geschichte der Heilung der Frau mit dem Blutfluss (z.B. in Lukas 8).  Auch ich habe schon häufig seine heilende Gegenwart spüren können. Wenn ich beim Rosenkranz das Geheimnis der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor bete, dann ist es besonders deutlich, ebenso bei seiner Geburt, wenn er als Kind auch in meinen Armen liegt. Heutige Heiler haben eine breite Spannweite, wann bzw. wie schnell sie Heilung durch Berührung bewirken können. Das hängt eben vom Maß ihrer eigenen Liebesausstrahlung, der Präsenz ihres eigenen gesundeten Geistkörpers und der Tiefe und Stabilität ihres eigenen Glaubens ab.

Ebenso sind die kirchlichen Sakramente wichtige rituelle Heilungsvorgänge. Die Beichte, das „an das Tageslicht bringen des bisher Verborgenen“ und die Vergebung der Sünde, und zwar in der Form: Dies war eine Erfahrung, Du hast die Erfahrung gemacht, wie es sich anfühlt, wenn du… „Thema der Erfahrung“ zulässt. Du bist gestraft gewesen durch „die Sünde selbst“. Das genügt. Lass den Fehler los. Komm zurück auf den Weg der Liebe. Verändern können wir die Vergangenheit eh nicht. Und lass ebenso die Fehler anderer los, sie sind ebenso schon gestraft durch „die Sünde selbst“. Vergib ihnen selbst. Dies ist die einzige Aufforderung an den Menschen im Vaterunser: „wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“ oder die für mich deutlichere, sinnvollere Übersetzung des spanischen Textes „wie auch wir denen vergeben, die uns verletzt haben“, wobei für das benutzte Wort „ofender“ folgende weitere Übersetzungen angeboten werden: ärgern, beleidigen, beschimpfen, brüskieren, kränken, misshandeln, schmähen, zu nahe treten. Handeln können wir nur heute, durch Umkehr, durch gesundes Denken und daraus folgende Rechtschaffenheit, wenn es möglich ist der Bitte um Entschuldigung oder sogar Wiedergutmachung. Das haben wir jetzt in der Hand, die Vergangenheit nicht.

Exodus 15 (Einheitsübersetzung):

26 Er sagte: Wenn du auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst und tust, was in seinen Augen gut ist, wenn du seinen Geboten gehorchst und auf alle seine Gesetze achtest, werde ich dir keine der Krankheiten schicken, die ich den Ägyptern geschickt habe. Denn ich bin der Herr, dein Arzt.

Wir können das Gewicht, den Ballaststoff „Schuld“ loslassen, der Ankläger wird entmachtet, die uns würgende Schlange muss ihren Griff öffnen. Das bisher Versteckte darf ans Tageslicht und ich bin davon befreit. Wer immer schon die Erfahrung einer Vergebung gemacht hat, der weiß, welche Last einem da von den Schultern genommen wurde, welcher Stein einem dann von Herzen fällt, wie einem ein Eisblock aus dem Unterbauch verschwinden kann. Meine frühere Psychotherapeutin sagte: Schuldgefühle sind so sinnvoll wie ein Kropf. Ich denke heute: An Schuld festzuhalten, sich darin zu „verbeißen“, das ist sinnlos. Die Last der Schuld jedoch erst einmal zu fühlen, um den Wunsch entstehen zu lassen, sie loszuwerden, das halte ich für hilfreich, eine Lehre daraus zu ziehen für wichtig. Und Jesus hat das auf seine Art gesagt: Ich sterbe für Euch, damit Ihr wisst, dass ich alle Sünden auf mich nehme und ihr sie daher nicht mehr haben müsst. Das ist mein neuer und ewiger Bund.

Und hierfür gilt die Eucharistie-Feier, die heilige Handlung mit dem Kelch. Leider findet die Laienkommunion mit der Gestalt des Weines für mein Gefühl in der katholischen Kirche zu wenig statt, gerade das Ritual des Kelches findet oft nur am Altar und für eine Elite statt, doch er war für uns alle da. Markus 14 (Neues Leben):

23 Anschließend nahm er einen Becher Wein, dankte Gott und gab den Becher seinen Jüngern. Sie tranken >> alle << daraus. 24 Jesus sagte: «Das ist mein Blut, mit dem der neue Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt wird. Es wird zur Vergebung der Sünden vergossen.“

Die Reinigung durch Blut, das alte biblische Bild, symbolisiert durch den Wein, wird hier denen vorenthalten, die es dringend brauchen. Durch das geistige Nachempfinden dieser Aufnahme während der Gabenbereitung können wir uns selbst helfen: während der Lesung des letzten Abendmahls uns in die Schar und Reihe seiner Jünger einreihen und trinken.

Die Kooperation zwischen einem Mensch als Mittler und Gott bei der Heilung wird solange gebraucht, bis eine sichere Kommunikation und Heilungsbeziehung zwischen dem Kranken und Jesus bestehen, die Wahrnehmung mit der Hilfe des heiligen Geistes etabliert ist, das Bibelwort als heilsam erfahren wird. Bis der Kranke die Stimme Jesu in seinem Inneren hören kann und ihr trauen kann. Bis er vielleicht sogar die Anwesenheit Jesu körperlich spüren kann. Eins kann ich aus Erfahrung sagen: Sehr häufig beginnt Jesus mit den Worten: Das ist ganz einfach[3]! Oder: Ich bin da, ich bin bei Dir! Daran könnt Ihr ihn erkennen. Und ja: das Leben ist so gut, kann so gut sein, wie er sagt. Außer den begnadeten und gesegneten Menschen, die von Seiner Stimme, vom Heiligen Geist selbst berufen werden und Ihn selbst spüren und entdecken können, geht der Weg des verlorenen Sohnes oft über einen anderen Menschen und seine Liebe. Jesus hat damit angefangen, er ist als Mensch zu uns gekommen, und die Apostel haben diesen Weg fortgesetzt.

Und dies tun Eltern für ihr Kind und wir alle füreinander. Besinnen wir uns wieder darauf, seien wir füreinander da! Und hier kommt mein „Gott ist ja nicht bescheuert, er macht nichts ohne Sinn“ wieder zum Tragen. Er gibt uns erstmal fühlbar einander, damit wir einander zum Lieben und Wärmen und Heilen haben, damit wir nicht wirklich krank werden. Sinn und Heil durch heilende Sinneserfahrung.

Wenn wir an Seele, Geist oder Körper erkrankt sind, dann ist der beste Heiler der, der sich als Mensch Jesus zur Verfügung stellt, ob nun durch Handauflegen oder Gebet oder ein hörendes Herz. Der Seine Stimme schon sicher hören kann und seine Hinweise deuten kann, der ihm auch Halt aus dem Bibelwort und eigenen Gotteserfahrungen heraus mitgeben kann. Jemand, der durch den Körper die Seele versteht. Jemand, der ihn sanft und liebevoll berührt und Gottes Segen so direkt an den Kranken weitergibt. Jemand, der ihm zuhört und vorübergehend als Dolmetscher zu Gott wirkt.

Einfach solange, bis die Worte und die Denkweise so vertraut sind, dass wir wissen, ja, das sagt jetzt Gott zu uns, wenn wir die innere Stimme hören. Heilung ist damit auch ein kontinuierlicher Vorgang, von der Befreiung spezifischer, akuter Krankheitsauslöser bis zur vollständigen Reinigung und Reinerhaltung unseres gesamten Geistkörpers.

Ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass das Handauflegen Gottes Gnade deutlich erfahrbar macht, dass die Menschen sich entspannen und das Gefühl erhalten, mit Gott kann man sich wirklich wohlfühlen. Die dieses Gefühl schon fast vergessen hatten, weil sie es so lange schon nicht gefühlt hatten, auch dass sich jemand für sie einfach lange und liebevoll Zeit genommen hat und nur für ihn da war, ihn einfach so nahm, wie er gerade war. Sie tauen auf. Das Wort, das Gespräch allein reicht oft nicht aus, denn das bleibt oft in unserem Denkapparat stecken, stößt dort auf Widerstand und verstrickt sich dort in Widersprüche und Rationalisierungen, wie oft kommt es nicht in unserem Herzen an! Die Wärme umsorgender Hände, so wie die Hände unserer Mutter, in die wir uns als Kind Trost suchend geflüchtet haben, hat eine unvergleichlich öffnende Funktion. Die Gedanken ebben ab, wir verlegen uns auf das Fühlen, unsere Sinne öffnen sich in Stille und Zeit. Eine meiner Klientinnen bestätigte mir: „Das, was Du mir gesagt hast, das hat mir auch schon eine andere Frau gesagt, doch von ihr konnte ich es nicht annehmen, hatte viel Widerstand. Unter deinen Händen konnte ich es fühlen, mich in der Situation wahrnehmen, konnte durch die Stille heilende Bilder sehen und dadurch verstehen, wie es wirklich ist, hatte die Zeit, mit dem Herzen wahrzunehmen und so es  jetzt selbst zu wissen.“

Wichtig ist in jedem Fall bei solchen Beziehungen, keine dauerhafte Abhängigkeit entstehen zu lassen und immer wieder die direkte Verbindung zwischen Gott und dem Menschen zu fördern und in den Vordergrund zu stellen, auf Jesus selbst zu verweisen. Ein Heiler oder geistiger Lehrer sollte wie ein Medikament nur eine vorübergehende Erscheinung im Leben eines Anderen sein und wie in der Erziehung von Kindern die Selbständigkeit – hier in der Gottesbeziehung – fördern. Irgendwann muss er aus dem Weg treten und den Anderen in Demut der direkten Kommunikation mit Gott über­lassen. Das ist das Ziel der Heilung: Ein stabiles Leben in Gott.

Nach der Heilung durch Gott gilt es, im Guten zu bleiben, alte Gewohnheiten, ob nun im Denken oder Handeln aufzugeben, kontinuierliche Rechtschaffenheit. Das ist wie bei einer Sucht. Auch Jesus kannte dies:

Matthäus 12 (Einheitsübersetzung):

43 Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht einen Ort, wo er bleiben kann. Wenn er aber keinen findet, 44 dann sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe. Und wenn er es bei seiner Rückkehr leer antrifft, sauber und geschmückt, 45 dann geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen dort ein und lassen sich nieder. So wird es mit diesem Menschen am Ende schlimmer werden als vorher.

Was kann dabei helfen? Zum einen ist es das tägliche Widerstehen, ein kleines, schaffbares Ziel sich vorzunehmen, nämlich:  Die nächsten 24 Stunden neu zu handeln!

Lukas 9 (Gute Nachricht Bibel) 23 Dann wandte sich Jesus an alle und sagte: »Wer mir folgen will, muss sich und seine Wünsche aufgeben, muss Tag für Tag sein Kreuz auf sich nehmen und auf meinem Weg hinter mir hergehen.

Das ist ebenfalls so im 12-Schritte Programm der Anonymen Alkoholiker und in den Reiki-Lebensregeln mit „Nur heute sorge dich nicht, nur heute ärgere dich nicht, nur heute sei dankbar.“ Darüber hinaus können im Moment vor dem drohenden Rückfall z.B. folgende Methoden helfen:

  • Das Beste: „Lass mich teilhaben an Deinem Heiligen Geist und Deinem Heiligen Herzen in Jesus Christus!“ „Erfülle mich mit Deinem Geist!“
  • Ein inniges Gebet: „Bitte Herr, nimm diesen Drang, diesen Gedanken von mir“ oder „Erlöse uns von dem Bösen“, die Gnade und Erlösung erfahren
  • die Hand auf dem Herzen, das Einhalten und tiefe Atmen, um sich wieder zu fühlen und den Willen zu stärken
  • ein stärkendes, im Bedarfsfall innerlich gesungenes  Lied, z.B. „Lobe den Herrn“, um einer Versuchung entgegenzuwirken
  • Schaffung und Erlernen neuer, heilsamer Gewohnheiten
  • die bewusste Stärkung von Glaube, Liebe und Hoffnung im eigenen Leben: Immer wieder innehalten und sich fragen: trägt dieser aktuelle Gedanke, diese Handlung jetzt zur Förderung meiner Gesundheit, meines persönlichen Wohlbefindens, zur Stärkung von Glaube, Liebe und Hoffnung bei? Und wenn nicht? Weg damit!
  • eine Rückkehr zu und ein Festhalten an positiven Leitsätzen, heilsamen inneren Bilder
  • ein klares NEIN, ein Gedankenstopp (den Gedanken aktiv wegschicken: „Jetzt aber raus, und mach die Tür von außen zu!“)
  • eine nebenwirkungsfreie Ersatzhandlung (wie z.B. ein Glas Wasser trinken, Abreagieren durch Bewegung, wie der Kaugummi bei der Raucherentwöhnung)

helfen, um die Stimme und das innere Drängen, das „Craving“ zum Verstummen zu bringen.

Und irgendwann kamen diese Worte zu mir: „Herr, bitte befreie mich von der Schlange!“ Das tut er dann auch. Einfach den Satz dreimal aussprechen, dann wurde es mir immer viel leichter und offener in der Gegend des Zwerchfells, ich bekam wieder Luft, und ich konnte mich aus drängenden, unangenehmen Gedanken lösen. Eine gute Sicht kam hinzu.

Das Wichtige an einem solchen Heiler und Therapeuten ist nicht so sehr das Studium (schadet jedoch auf keinen Fall), sondern eigene Heilung und Heilungserfahrung, sichere Verankerung in Gott durch den Heiligen Geist und Vertrauen in seine Gaben, denn der Heilige Geist gibt uns sehr häufig, was wir wissen und sagen sollten, vergleichbar zu Markus 13 (Lutherbibel 1984).

11 Und wenn sie euch hinführen und überantworten werden, so sorgt euch nicht vorher, was ihr reden sollt; sondern was euch in jener Stunde gegeben wird, das redet. Denn ihr seid’s nicht, die da reden, sondern der Heilige Geist.

Oft helfen auch Gleichnisse, ob aus Bibel, eigene positive, ermunternde Erfahrungen oder die anderer.

Zwei weitere Dinge sind unersetzlich: Der Glaube ist die entscheidende Kraft, ob wir es uns zutrauen, zu einem Lahmen zu sagen, „Im Namen Jesu Christi, geh umher!“ wie einst Petrus und uns dann ganz sicher sind, dass er es auch tut. Wenn ein Pfarrer im Sakrament der Eucharistie die Hostien wandelt, dann glauben wir auch jedes Mal daran, und keiner zweifelt, dass die Wandlung geschieht. Das Ergebnis können nur wenige prüfen. Beim Heilen ist das Ergebnis sichtbarer. Man könnte sich ja blamieren…[4]

Die andere Zutat ist die Liebe, die Liebesaustrahlung des Heilers, sein Mitgefühl, sein inniger Heilungswunsch für seinen Nächsten, sein barmherziges Wirken und Gebet, sein Spürenlassen von Liebe. Der Behandelte sollte in seiner Liebe „baden“ können. Wenn die Ausstrahlung von Glaube und Liebe groß genug ist, dann kann sich der Kranke, auf den Glauben und die Liebe des Heilers sich einlassend, ganz einfach „in den Glauben fallen“, dann tritt es ein, das „dein Glaube hat dir geholfen“. Je stärker der Glaube des Heilers, umso mehr vermittelt er durch seine Ausstrahlung und seinen authentischen Habitus statt eines: „Wollen wir mal  sehen, ob wir was tun können!“ ein „Mit Gott sind alle Dinge möglich!“.

Die tiefe Versenkung in Gott und das Geschehen während der Behandlungen, der religiösen Vertiefung ist ebenfalls eine wichtige Zutat. Hierfür ist es gut, wenn der Heiler über einen freien Kopf, einen gelösten Alltag und innere Ruhe und Balance verfügt.

Im Anschluss an einen sonntäglichen Gottesdienst schenkte mir eine Frau eine CD mit Liedern aus dem Marienwallfahrtsort Medjugorje. Ich hörte sie erstmals zwei Tage später während einer Behandlung. Eines der Lieder hieß „Veni Sancte Spirito – komm Heiliger Geist“, danach ein Lied, in dem einfach nur der Name Jesus wie ein Mantra wiederholt wurde. In dieses Lied und in seinen Namen geriet ich so tief hinein, dass ich mich selbst intensiv, eben seelisch-innig mit Jesus verbunden fühlte. Es ist viel passiert in dieser Behandlung, der stachelige Schmerz eines Bandscheibenvorfalls verschwand dauerhaft!

Der Heiler braucht darüber hinaus die Durchlässigkeit für Seine Worte und Seine Kraft und die seiner Helfer, die sichere Kenntnis (inkl. steter Anwendung im eigenen Leben) und Verabreichung von Gottes Medikamenten:

  • Liebe – zum Annehmen, wie es ist, gegen Gleichgültigkeit, Hass, Süchte

Johannes 15 (Lutherbibel 1984): 9 Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe! 10 Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe.

  • Berührung und Wärme – zum Auftauen, gegen Kälte und Einsamkeit
  • Vertrauen und Geborgenheit -  zum Mut fassen, für Veränderungsbereitschaft, für Hoffnung, gegen Angst, Sorgen und Eifersucht; kein Problem ist größer als Gott

Matthäus 6 (Gute Nachricht Bibel): 34 Quält euch also nicht mit Gedanken an morgen; der morgige Tag wird für sich selber sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last hat.

  • Vergebung – zur Entlastung, gegen Schuldgefühle, Verdrängung und sich Verstecken und Verharren,
  • Frieden – zum Vereinen von Gegensätzen, gegen Ärger, Wut, Konflikt und Gegensätzlichkeit,

Römer 15 (Lutherbibel 1984): 13 Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.

  • Dankbarkeit – zum Annehmen, gegen Mangelgefühle, Leidfokussierung, Einfallslosigkeit und Nicht-Verstehen der Realität

1. Thessalonicher 5 (Gute Nachricht Bibel): 18 Dankt Gott in jeder Lebenslage! Das will Gott von euch als Menschen, die mit Jesus Christus verbunden sind.

  • Freude  – zur Motivation, gegen Niedergedrücktheit, Antriebslosigkeit und Verzweiflung

Jakobus 1 (Einheitsübersetzung): 2 Seid voll Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet. 3 Ihr wisst, dass die Prüfung eures Glaubens Ausdauer bewirkt. 4 Die Ausdauer aber soll zu einem vollendeten Werk führen; denn so werdet ihr vollendet und untadelig sein, es wird euch nichts mehr fehlen.

  • Sinn und Verständnis – zum Finden von Gottes Welt, zur Stärkung von Akzeptanz, gegen die Entfremdung und Entfernung davon
  • Verbindung mit der inneren Essenz – zur Entwicklung von Selbstvertrauen, Gottvertrauen durch gemeinsame Heilserlebnisse und Selbstheilung, gegen Wankelmütigkeit, Selbstverleugnung, Selbstablehnung bis hin zum Selbsthass
  • Vereinfachung und Entschleunigung – zum Leben im Hier und Jetzt, gegen die Zersplitterung des Lebens und die Ablenkung vom Wesentlichen

Ohne Beteiligung des Kranken geht es allerdings nicht:

  • Heilungsbereitschaft – die Bereitschaft, sich in seinem Selbst in Liebe anzunehmen
  • Sich selbst gut weiterpflegen durch ein ausgewogenes Maß an Bewegung, Aktivität und Ruhe und eine nährstoffreiche materielle Ernährung

Prediger 10,10 (Einheitsübersetzung): Wenn die Axt stumpf geworden ist und ihr Benutzer hat sie nicht vorher geschliffen, dann braucht er mehr Kraft – Wissen hätte ihm den Vorteil gebracht, dass er sein Werkzeug vorbereitet hätte.

  • Sinnfindung im eigenen Sein und in den eigenen Werken
  • Veränderungsbereitschaft: Situationen und Beziehungen, die zur Veränderung anstehen, auch wirklich ändern, im echten Leben handeln, Umkehr
  • Dem Rückfall aktiv vorbeugen und seine schlechten Gewohnheiten abzulegen
  • Sich selbst einbringen in Seine Welt und zwar genau so, wie man ist.

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[1] Im antiken Griechenland hielt man das Zwerchfell für den Sitz der Seele… Als ob die Seele ein Filter wäre, durch die alles Aufgenommene passieren muss.

[2] Beim Handauflegen am Kopf, am Herzen und am Magen passiert es regelmäßig, dass sich der Darm entspannt und gehäuft Darmgeräusche wie Glucksen auftreten. Dies wird in der Bioenergetik auch als Psychoperistaltik genannt, wo sich bei geistigen und seelischen Verdauungsprozessen eben diese Darmgeräusche einstellen, die nicht durch materielle Verdauung verursacht sind, sondern durch die Entspannung des Darms.

[3] Einfach immer, leicht nicht unbedingt.

[4] Eine geschickte und praktische Gedankenbrücke gibt es in einem Zweig alternativer Medizin, den meine Mutter anwendet. Ab dem Zeitpunkt der Heilung sind alle Wahrnehmungen am Krankheitsherd so genannte „Regelungen“, Wirkungen der Gesundung. Der Geheilte sagt sich, wenn er was fühlt: „Aha, da tut sich was für meine Gesundung!“ anstatt Zweifel oder Unglaube an der Heilung: „Bin ich jetzt doch noch krank oder was ist das jetzt?“ Kränkende Gedanken werden dadurch sehr schön ausgebremst, der Glaube an die Heilung gestärkt, sowohl beim Heiler wie beim Geheilten, das Glaubensgerüst stürzt nicht so schnell wieder ein, der Zweifel findet für seinen giftigen Widerhaken keine Anhaftung.

Eines Tages – im Sommer nach dem Pilgern – machte ich mit einem anderen Menschen einen Spaziergang durch bergiges Gelände. Aus einem warmen, lauschigen Sommerabend heraus mit einem geruhsam-intensiven Gespräch an einem Seeufer entwickelte sich ein heftiges Wärmegewitter. Kurz vor einer baumlosen Kuppe, über die unser Weg führte, bekam mein Bekannter es mit der Angst zu tun, wurde unruhig, gestresst und ging schneller, wurde selbst dunkel wie eine Gewitterwolke, weil er Angst vor einem Blitzschlag auf dem höchsten Punkte hatte. Mich beunruhigte es nicht. Ich war völlig ohne Angst. Durch das lange Pilgern war ich mir dauerhaft meines Geschütztseins durch Gott bewusst, war fest im Glauben geborgen und konnte entspannt weiter gehen. Zudem hatte ich an der Kuppe eine Marienstatue gesehen, die heilige Jungfrau würde doch ihre Hand über uns halten, wenn ich sie darum bitte… Natürlich geschah uns nichts! Doch unsere Körper hatten in der gleichen Situation zwei völlig unterschiedliche Zustände, unterschiedliche biochemische Reaktionen erlebt.

  • Wie ist Heil zu erlangen? Wie ist Gesundheit[1] zu erlangen?
  • Wie können wir Sünde vermeiden? Wie können wir in Gottes Reich leben?
  • Darin alles und jeden akzeptieren, wie es kommt?
  • Einen guten, göttlichen Sinn dahinter erwarten?
  • Wie funktioniert ein rechtschaffenes Leben?

Es sind vor allem die höchsten Geistesgaben, die Manifestation und das Wirken von Gott auf dieser Erde: Glaube, Liebe und Hoffnung, die uns zur Seite stehen. Also heilt uns zum einen der geistige Weg, die Arbeit an uns selbst, „am Balken in unserem eigenen Auge“, nicht auf den anderen schauen, denn das ist dessen Aufgabe, auch er steht in Gottes Hand. Wir sind zuständig für unsere Gefühle und unseren Anteil, wie Jesus uns auch in Johannes 8 (Gute Nachricht Bibel) klarmacht:

7 Als sie nicht aufhörten zu fragen, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: »Wer von euch noch nie eine Sünde begangen hat, soll den ersten Stein auf sie werfen!«

Schauen wir genau hin und ergreifen wir unsere Verantwortung:

Wenn wir etwas Schreckliches sehen, was unser Herz schmerzlich berührt oder uns zornig macht wie z.B. hungernde Kinder, verwahrloste Kinder, misshandelte Kinder, was macht dann am meisten Sinn? Wie kann ich darauf reagieren? Was brauchen diese Kinder? Was würde ein barmherziges Herz, genau jetzt in diesem Moment, für sie tun? Und es tun! Und Gott dabei um Beistand und Mitwirkung zu bitten!

Wenn ich etwas einen Menschen sehe oder treffe, der anders handelt oder denkt oder anders ist als ich, und mich trifft das, was macht dann Sinn? Was brauche ich, was braucht dieser Mensch? Was kann mich diese Begegnung lehren? Was zeigt sie mir über mich? Wie würde ein liebendes Herz mit ihm umgehen? Und es so tun! Und Gott dazu einladen, es mit uns gemeinsam zu tun, uns den Weg aufzuzeichnen.

Wenn ich reale[2] Angst habe, was kann ich dann tun? Welche Möglichkeiten stehen uns offen zum Besten für alle Beteiligten? Und es tun! Und Gott um Hilfe bitten!

Wenn ich irreale Angst[3] habe, was kann ich dann tun? Dieser Angst mit Gottes Hilfe so lange fest im Glauben ins Gesicht zu sehen, sich mit ihr fluten, bis sie verschwindet.[4]

Wenn ich Zorn spüre, wenn ich mich ungerecht behandelt fühle, was kann ich tun? Besteht eine reale Gefahr für meine körperliche oder seelische Integrität oder die anderer Menschen? Wenn ja, dann ist dieser  Zorn ein Handlungsappell, diese Integrität zu schützen. Ist keine reale Gefahr vorhanden, so kann ich diesen Zorn so lange mit Liebe im Herzen, mit der Hilfe von Jesus heiligem Herzen prüfen und zu hinterfragen, bis ich den nächsten Schritt weiß, für den ich gerade durch den Zorn die notwendige Energie zur Verfügung gestellt bekommen habe. Was brauche ich? Was braucht der- oder das­jenige, der oder das meinen Zorn erregt? Was ist die Intention, was ist die Motivation des Anderen? Was könnte Gottes Intention, Gottes Motivation hinter der Situation, hinter dieser Begegnung sein?

  • Ist es wichtig und richtig, dass ich Recht habe und Recht behalte? In vielen Dingen des Lebens gibt es mehr als eine subjektive Wahrheit, nämlich die Wahrnehmung eines jeden. Die universelle Wahrheit ist immer die Liebe.
  • Ist es wichtig und richtig, dass die Dinge so funktionieren, so sich entwickeln oder so laufen, wie ich es erwarte, wie ich es mir vorstelle, wie ich es mir ausgerechnet habe? Die universelle Wahrheit ist immer Gottes Wille. [5]

Wenn ich keine Hoffnung mehr habe, keinen Sinn mehr sehe: was kann ich dann tun? Die wichtigsten Heilmittel gegen die Depression sind Bewegung und Sonne, d.h. mich in Bewegung setzen und ins Licht gehen. Und Liebe natürlich. Im praktischen Leben heißt es tatsächlich mich zu bewegen: Spaziergänge, Sport, Tanzen, wenn es ganz schlimm wird: Warum nicht pilgern! Ins Licht gehen, indem ich für andere Licht anzünde, d.h. mich von meinem eigenen Leid abkehren und mich in praktischer Barmherzigkeit üben, für Bedürftige etwas Gutes tun, ihnen meine Zeit und meine Liebe schenken.

Ein Bekannter von mir, Anfang 20, war zu einer Zeit sehr orientierungslos und dadurch depressiv stark verstimmt. Eines Tages nahm ein wohlmeinender Freund ihn mit, der mit behinderten Kindern arbeitete. Mein Freund half den ganzen Tag mit. Am Ende des Tages saß er mit breitem Grinsen auf einem Tisch und stellte fest, dass er sich noch nie im Leben vorher so zufrieden, glücklich und ausgefüllt  gefühlt hatte. Er lernte daraufhin Heilerziehungspfleger und engagierte sich parallel dazu als ehrenamtlicher Helfer.

Daher: Die Allheilmittel sind nach meiner Erfahrung Glaube, Liebe und Hoffnung – und Dankbarkeit. Doch wenn wir noch nicht dort angekommen sind, und das wird wohl den meisten so gehen, so ist es am sinnvollsten, zunächst vor der eigenen Tür zu kehren und sich genauer anzusehen, wie es denn um die Themen Glaube, Liebe und Hoffnung im eigenen Leben bestellt ist. Sie beeinflussen unser Leben, Alle drei Prinzipien bilden im Alltag Regelkreise des Gefühls und des daraus resul­tierenden Verhaltens, es gibt keine stärkeren Handlungsimpulse. Es ist wie bei verbundenen Röhren:

  • Wenn der Glaube sinkt, dann steigt die Angst an und der Wunsch nach Absicherung.
  • Wenn die Liebe sinkt, dann steigt die Gleichgültigkeit und Routine an und der Wunsch nach Trennung.
  • Wenn die Hoffnung sinkt, dann steigt die Sinnlosigkeit an und damit die Todessehnsucht.

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[1] Gesundheit enthält den Wortteil „sund“, dass von dem Wort Sünde nicht weit weg ist. Gesundheit: von der Sünde erlöst.

[2] Realangst: eine aktuelle Bedrohung meines Lebens oder meiner körperlichen Integrität durch eine äußere Gefahr. Z.B. Verhungern, Verdursten, Erfrieren, Ertrinken, getötet oder verletzt werden

[3] Irreale Angst: eine vermeintliche Bedrohung, z.B. Angst vor Armut, Ablehnung, Verlassensangst, einem von meiner Erwarten, Wünschen und Hoffen abweichenden Ergebnis.

[4] In der Verhaltenstherapie: von der Exposition bis zum Fluten mit dem Angstauslöser, z.B. bei Flugangst

[5] Oft kommt mir unsere Wut über das Nichtfunktionieren von Dingen und Menschen, die Enttäuschung von Erwartungen so vor wie die Wut eines Kindes, das sich an der Kasse schreiend auf den Boden schmeißt, weil es gerade keine Süßigkeiten bekommt.

Sorge besteht in der Annahme, dass etwas, was in unserem Leben ist bzw. wir in unserem Leben zu brauchen meinen, in unserem Leben plötzlich oder irgendwann mal nicht da sein kann, wenn wir es brauchen. Das können zunächst materielle Dinge sein wie die Grundlagen Essen, Bekleidung, Dach über dem Kopf. Doch ist es nicht voraus genommener Mangel, wenn ich etwas haben muss, damit ich es in Zeiten des Mangels besitze? Mein Vater sagte immer: Wer hat, hat auch Gelass, d.h. der der etwas besitzt, muss dafür auch Raum schaffen. Wofür wollen wir also Raum schaffen in unserem Leben? Was ist unser Glauben? Dass wir selbst für alles sorgen müssen oder dass wir zur rechten Zeit erhalten, was wir brauchen?

Die andere Seite sind die immateriellen Dinge: Liebe, Sympathie, Harmonie, Zuwendung, Freunde, Familie, Nähe wie Distanz, Anerkennung, positive Selbstwahrnehmung, Erfolg, Image, Freiheit. Deren Verlust kann uns hart ankommen. Was tun wir nicht beispiels­weise alles, um uns die Sympathie und die Anerkennung Anderer zu erhalten!

Der Glaube in unseren guten Gott weiß, das alles, was wir wirklich brauchen, immer da ist, wenn wir es brauchen. Dass er uns Menschen zur Seite stellt, die uns weiterhelfen. Er setzt eine Lebensweise voraus, in der wir den Pool dessen, was von allen gebraucht wird, von unserer Seite aus immer wieder mit auffüllen, nämlich Gottes Reich miterschaffen, auf unsere einzigartige Weise. Und wir können uns sicher sein, dass das, was nicht da ist, wir entweder nicht brauchen oder wir brauchen die Erfahrung, dass es nicht da ist, damit wir es feststellen und unseren Sinn und unser Sehnen darauf richten, unsere Prioritäten verändern. Oder wir merken: Das brauch ich ja gar nicht.

Primäre Angstkreise, die zu klären sind:

Überlebensbedürfnisse: Essen, Trinken, Kleiden, Wohnen, körperliche und seelische Unversehrtheit
-> Hier geht es um den Glauben

Austausch, Anerkennung, freier Wille: Partnerschaft, Familie, Freunde, soziales Umfeld, Werkfreude

-> Hier geht es um Liebe

Teilhabe[1] am Leben, Beruf und Berufung, Sinn, Zukunft
-> Hier geht es um Hoffnung

Alle darüber hinausgehenden Ängste sind aufgesattelte Illusionen, Gedankenkonstrukte, die auf primäre Angstkreise zurückzuführen sind. Dies geht ganz einfach mit der kontinuier­lichen Frage nach dem: Warum ist das wichtig? Solange wir uns weiterfragen, werden wir irgendwann mal bei einem der o.a. Themen landen. Denn nur dies ist es, was wir wirklich brauchen.

Sorgen sind eine negative Zukunftsaussicht. Sorge und Angst kann am besten durch die Verankerung in Gott und tätige Nächsten­liebe gelöst werden. Das schafft keine Menge an Geld, auch wenn Geld vorübergehend beruhigen mag. Gottvertrauen und das Leben in Gottes Reich und unsere Beiträge dazu können uns das Gefühl geben: für uns ist immer gesorgt und tätige Nächstenliebe führt die Liebe in unser Herz zurück. Wenn wir alle so handeln, ist ja immer einer da, der auch uns hilft, wenn wir irgendwann mal in Not sind.

Typische Verhaltensweisen des Regelkreises im Angstpol: Horten, Sammeln, Sparen, sich Sorgen machen, Geiz, Neid; sich anbiedern; sich verkaufen; sich über die Selbstverträglichkeit hinaus anpassen; nicht zu sich, zu Gott, zum Nächsten stehen, sich verstellen, lügen, Arroganz

Typische Erkrankungen des Regelkreises Glauben und Angst: Magenkrankheiten, Stress und Burnout, Kopfschmerzen, Chronische Schmerzen, Rückenschmerzen, Osteoporose, alles, was durch Kontrollverhalten ausgelöst wird, Zwangskrankheiten, Verstopfung, Hämorrhoiden

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[1] Teilhabe am Leben: Mit welcher Aktivität, welchem So-Sein bringen wir uns ins Leben ein, wie Beruf, Berufung, Austausch, Geben und Nehmen, Selbstausdruck, Werk? Durch was kann Gott am besten durch uns wirken? Was schenken wir der Welt von uns? Wo und wie sind wir in ein dem Selbst übergeordneten Zusammenhang integriert?

Gleichgültigkeit beginnt immer dann, wenn wir etwas nicht lieben können, wenn das Maß der Emotionen gegen Null geht. Auf dem Wege bedeutet es nichts Schlechtes, wenn wir zunächst erstmal etwas nicht lieben können, sondern es gibt uns wichtige Hinweise, ebenso das, was wir lieben. Was wir lieben, gehört zu uns, was uns gleichgültig ist, nicht. D.h. ein Mensch, der uns gleichgültig ist, mit dem wir nicht in Resonanz sind, hat mit uns erstmal wenig zu tun. Es gibt Menschen, die uns mehr uns selbst spüren lassen können als dieser. Daher sollten wir den Menschen und Tätigkeiten, die mit uns in großer emotionaler Resonanz stehen, nicht den Weg versperren durch Menschen und Tätigkeiten, die uns nicht berühren und nicht unsere Liebe fühlen lassen. Durch Liebe und Anziehung entdecken wir, was zu tun uns gut tut, wo wir am besten unsere Teilhabe und -gabe am Leben ausleben können.

Je mehr wir lieben können, je mehr Gott durch uns liebt, umso mehr sind wir in der Lage, die Welt mit Liebe zu füllen, um so mehr geraten wir auch in Resonanz zu immer mehr Wesen dieser Welt. Wer also hauptsächlich seine Pflichten erfüllt, ohne dabei Freude und Liebe zu empfinden und sein Werk mit Liebe anzureichern, der verpestet die Welt mit Lieblosem, was niemand braucht., frei von Resonanz, ohne „vibrations“.  Wenn jemand einen Tag oder ein Werk mit „Ich muss“ beginnt, sollte am besten noch einmal beginnen, und zwar dann, wenn er weiß, was er daran lieben kann, warum es gut ist. Selbst eine Steuerklärung kann man mit Liebe ausfüllen. Wer einen Beruf hat, den er nicht liebt und den er aus Pflicht oder Angst ausübt, sollte seinen Beruf lieben lernen oder ihn wechseln.

Jesus Sirach 37

Doch achte auch auf den Rat deines Herzens. Wer ist dir treuer als dieses? 14 Das Herzen des Menschen gibt ihm bessere Auskunft als sieben Wächter auf der Warte. 15 Bei alledem bete zu Gott! Er wird in Treue deine Schritte lenken. 16 Der Anfang eines jeden Werkes ist das Wort, der Anfang jeder Tat die Überlegung. 17 Die Wurzel der Pläne ist das Herz.

Grund zum Handeln gibt es also, wenn wir gleichgültig gegenüber uns selbst, unseren Kindern, unserem Partner, unsere Familie und unserer Teilhabe handeln, wenn wir uns selbst, unsere Kinder, unseren Partner vernachlässigen und ihnen nicht die Sorge zukommen lassen, die sie benötigen. Ein wichtiger Schlüssel, jedoch nicht der einzige, ist dabei die Eigenliebe, was bitte nicht mit Egoismus oder Egozentrik verwechselt werden sollte, einer Erhöhung des Selbstes gegenüber anderen.

Wir haben unser Leben, unser Selbst als wichtigstes, wunderbares Geschenk von Gott erhalten, daher sollten wir uns darum kümmern, dieses Geschenk und damit uns selbst lieben und in Demut seine Gabe zu schätzen. Gleichzeitig sind wir Sein Werkzeug, um Gottes Reich zu schaffen, zu betreiben. Daher sollten wir dieses Werkzeug mit aller Sorgfalt pflegen, nähren und instand halten, eben wie ein guter Handwerker sein Werkzeug pflegt. Auch jeden anderen werden wir immer nur in dem Maße lieben können wie uns selbst. Wir mögen vielleicht zu einer Zeit eine andere Person erhöhen, doch dies ist nicht von Dauer und kehrt sich irgendwann ins Gegenteil um.

Fragen wir also zusätzlich nach: wo gibt es Überhöhungen, wo stellen wir uns oder einen Menschen und seine Bedürfnisse über die Interessen und den Wert eines anderen oder unseres eigenen oder der Gemeinschaft? Wo erniedrigen wir einen anderen Menschen oder uns, und wem oder was fließt das Maß des Höhenunterschiedes zugute und warum?

Unsere Kinder sind uns ebenso als Geschenk für eine Zeit anvertraut. Und auch sie stehen in Gottes Gnade, er kümmert sich auch um sie. Das wichtigste Liebeswerk daher ist es, sie in die Lage zu versetzen, sich zu lieben und sich um sich selbst zu kümmern zu lernen und in gleicher Weise andere zu lieben und sich um sie zu kümmern, damit auch sie sich als Werkzeug Gottes erkennen und erfahren können und durch ihn und mit ihm in dieser Welt wirken, bewusst Gottes Liebe, Sorge und Zuwendung zu erkennen und zu erfahren.

Zuviel Sorge ist dabei genau so schädlich wie zu wenig Sorge, wenn nicht schädlicher. Wenn ein Kind nicht lernt, hinzufallen und wieder aufzustehen, auch mal ein „finsteres Tal“ mit Ihm an seiner Seite zu durchqueren und trotzdem weiter zu gehen, Glaubensprüfungen zu erleben, dann ist es als Erwachsener nicht ausreichend stark, geübt und angemessen in der Lage, sich selbst zu regulieren, für sein Wohl und das anderer zu sorgen und für sich selbst Verantwortung zu übernehmen, d.h. sein Kreuz zu tragen und auch mit geschultertem Kreuz, unter schwierigeren Vorzeichen wieder aufzustehen.

Und zum erstwichtigsten Gebot: Welchen Stellenwert in diesem Leben hat Gott? Oder: Welchen Gott hat sich dieser Mensch erwählt? Worin setzt er sein Vertrauen? Lassen wir uns den Idealzustand einer Person erkennen und wir erkennen das Gottesbild.

Kurz gesagt: Es gilt zu hinterfragen, wer oder was geliebt, geehrt und gewertschätzt wird und wer oder was nicht geliebt wird, was mit Liebe getan wird und was ohne Liebe getan wird? Was wird vernachlässigt und erniedrigt und was wird überhöht? Und: wer oder was ist unser höchster Gott?

Typische Verhaltensweisen im Gleichgültigkeitspol: „Ich-muss“, Pflichtmensch,  Stress, Anpassung, Intoleranz, Langweile, Routine, sich opfern, Entscheidungsschwierigkeiten, Empfindungslosigkeit

Typische Erkrankungen zum Regelkreise Liebe und Gleichgültigkeit: Über- und Untergewicht, Herzkrankheiten, Kreislauferkrankungen, Immunsystemkrankheiten, Diabetes (Abgrenzung), Über- und Unterverantwortungsfolgen, Rheuma, Arthrose und Arthritis, Süchte, Diabetes (Süße des Lebens)

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Hoffnung ist die Veranlassung, mit dem Leben fortzufahren und sich ins Leben einzubringen, dabei zu sein. Ist die Hoffnung aus dem Leben verschwunden, dann wird uns alles schwer, es fehlt an Motivation, dem wissen, warum wir etwas tun. Es fällt uns schwer, morgens aufzustehen und einen neuen Tag zu wagen. Die Todessehnsucht beginnt. Ich frage bei der psychosomatischen Diagnose in meinen Behandlungen die Seele meines Klienten: Was ist der wichtigste Satz, den ich jetzt dieser Person mitgeben kann? Wie häufig habe ich dabei schon den heilenden Satz gehört: „Ich lebe gern“. Wenn ich diesen Satz höre, bedeutet dies immer, dass eben nicht gern gelebt wird, dass das Leben eine Last ist, dass das Leben in Frage gestellt wird, womit es auch gefährdet ist.

Wenn unser Leben Sinn enthält, dann ist diese Frage immer beantwortet. Und Sinn entsteht entscheidend durch Liebe und die Teilhabe am Leben, dass Gott durch uns liebt und Gott durch uns handelt. Hoffung ist Glauben, in die Zukunft projiziert.

Römer 8 (Einheitsübersetzung):

24 Denn wir sind gerettet, doch in der Hoffnung. Hoffnung aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung. Wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht? 25 Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann harren wir aus in Geduld. 26 So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an.

Totale Hoffnungslosigkeit, nämlich Todessehnsucht finden wir häufig bei tödlichen Krankheiten, aus meiner Erfahrung gerade sehr häufig bei Krebs, ebenso Lungenentzündung. Auch die Depression mit einer Suizidalität von 15 % trägt sie in sich. Depression bedeutet Niederdrücken, die eigene Lebenskraft wird niedergedrückt. Der Mensch sieht keinen Sinn in seinem Leben und daher kann er nicht die Energie aufbringen, es in der gewohnten Form fortzusetzen, hat keinen Antrieb, kann sich nicht aufraffen. Die Seele schaut auf das Leben und sagt sich: „Was soll ich in einem solchen Leben! Da investiere ich keine Kraft mehr hinein!“ Die Luft ist raus. Und das Vorbeischleichen der Tage, in denen nichts passiert, verursacht zusätzliche Trauer, auch Trauer über ein Leben, das nicht den eigenen Bedürfnissen und der Berufung der Seele entspricht, Trauer über ein Leben, das einem nicht mehr wertvoll erscheint, gelebt zu werden, Trauer über sich daraus ergebende traurige Tage, Trauer über nicht lieben und nicht geliebt zu werden, Trauer aus Mangel an Glücksgefühl an Körper, Geist und Seele. Auch ein Mangel an Sexualität kann diese Trauer auslösen und tut dies häufig.

Gehen wir einfach mal nicht davon aus, dass sich eine Störung im Gehirnstoffwechsel einfach so ergibt, denn nichts in Gott ist ohne Sinn. Fragen wir also nach dem Sinn im Leben dieses Menschen, wie er sich einklinkt, wie und wo er sich gibt und wie viel Freude und positive Selbstwahrnehmung er hat. Wo hat er das Gefühl, dass Gott sich aus seinem Leben zurückgezogen hat, dass Er nicht mehr durch diesen Menschen liebt und wirkt.

Das Gute an der Depression ist: Sie schafft so viel Zeit im Leben des Betroffenen, dass die Seele den Raum erhalten kann, Vorschläge für Veränderungen wahrnehmbar zu machen, Vorschläge für ein Leben, dem sie wieder ihre Lebenskraft zuwenden würde. Die Stunden des morgendlichen Früherwachens, eines der Leitsymptome der Depression, sind ein versuchter Terminvorschlag der Seele, in Ruhe ihre Änderungs­wünsche anbringen zu können, gehört zu werden, wenn sonst kein Laut die Welt erfüllt, wenn wirklich keine andere Aufgabe ansteht. Wenn wir darüber hadern, schlagen wir unserer Seele die Tür zu.

Und: wie viel körperliche Bewegung gibt es im Leben eines depressiven Menschen, Frischluft? Bewegung ist der Schlüssel zur Hoffnung, aus Bewegung entwickelt sich Beweglichkeit, aus Beweglichkeit Flexibilität und Veränderungsfähigkeit. Erst Veränderungsfähigkeit ermöglicht Veränderungsbereitschaft. Denn ein Mangel an Hoffnung ist in der Regel auch ein Mangel an Lebendigkeit/Bewegung, der Kraft des Heiligen Geistes. Was blitzt, was erhellt das Leben dieses Menschen? Das ist hier die entscheidende Frage: Wenn es kein Licht gibt, was könnte dieses Licht anzünden, den Heiligen Geist in diesem Menschen wieder entfachen?

Hoffnung ist immer Licht, und wenn es der Silberstreif am Horizont ist. Wenn das Leben keinen Sinn gibt, dann macht der aktuelle Lebenszustand keinen Sinn, dann muss er verändert werden, innerlich durch die Einstellung und/oder äußerlich durch die Umstände. Welche Form der Teilhabe am Leben zieht diesen Menschen an, löst Liebe und Lust wieder aus? In diese Richtung sollte die Veränderung stattfinden.

Römer 5 (Einheitsübersetzung)

1 Gerecht gemacht aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn. 2 Durch ihn haben wir auch den Zugang zu der Gnade erhalten, in der wir stehen, und rühmen uns unserer Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. 3 Mehr noch, wir rühmen uns ebenso unserer Bedrängnis; denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld, 4 Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung. 5 Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.

Typische Verhaltensweisen im Sinnlosigkeitspol: Grübeln, Ablenkung/Verdrängung, Unaufmerksamkeit, mangelnde Präsenz, Zeit vergeuden, Konsumhaltung, Ausbau des „Second life“, Hadern mit Gott und seinem Schicksal, Verharrung, Starrheit, Orientierungslosigkeit, „Wo ist jetzt eigentlich vorn?“

Typische Hoffnungsmangelkrankheiten: Gedankenkrankheit, Schwindel, Schlaf­störungen, Kopfschmerzen, Alltagstrancen, Hysterie, Depression, Krebs, einige Lungen- und Darmerkrankungen

Nächster Artikel: Wie wirkt Heilen durch Handauflegen in meiner Praxis?

Psalm 90 (Einheitsübersetzung)

17 Es komme über uns die Güte des Herrn, unsres Gottes. Lass das Werk unsrer Hände gedeihen, ja, lass gedeihen das Werk unsrer Hände!

Nun kann ich wenig sagen über die direkte Heilung von körperlichen Krankheiten, denn ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie, ich setze in meiner Arbeit bei der Seele und den aktuellen Lebensumständen an.

Heilen durch Handauflegen hat keine andere Quelle der Wirkung als Gottes Gnade, Heilung und Segen. Ich beginne jede Behandlung mit einem Gebet, das an die Worte Salomos (1. Könige 3,9) angelehnt ist:

Herr, auf Dich vertraue ich,

in Deine Hände lege ich mein Leben.

Herr schenke mir ein hörendes Herz,

damit ich die Not in Deinem Volk erkenne

und ihm in Liebe diene.

Bitte heile dieses Wesen nach Deinem Willen

und Deinem Plan und nutze mich bitte als Werkzeug

Deiner Liebe, Deiner Heilung und Deines Segens,

auf jede von Dir gewollte Art und Weise.

Ich bitte von ganzem Herzen um Heilung für den Menschen vor mir, ich bitte um die Anwesenheit, Begleitung und Wirken von Vater, Sohn und Heiligem Geist. Und wer könnte anderes antworten, als der Dreieinige Gott selbst. Denn:

Lukas 11 (Lutherbibel 1984)

Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. 10 Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. 11 Wo ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn, wenn der ihn um einen Fisch bittet, eine Schlange für den Fisch biete? 12 Oder der ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion dafür biete?13 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!

Handauflegen

Der Behandler kann nichts tun, außer sich und seine Hände zur Verfügung stellen und seine Wahrnehmungen zu äußern, auch seine Stimme zur Verfügung zu stellen, seinen Geist gelöst aufmerksam, frei und offen zu halten für Wahrnehmung. Der Empfänger öffnet sich unbewusst und unwillkürlich für Gottes Gnade. Nicht der Behandler bestimmt oder kann festlegen oder versprechen, was geheilt wird, wie sich die Heilung zeigt, sondern Gottes Gnade allein zeigt den Weg auf, der zu mehr Gesundheit, mehr Lebendigkeit führt, nicht das Bewusstsein oder der Wille des Behandlers noch der des Empfängers. Beide müssen sich ganz darauf verlassen, was von Oben einfließt, von Gott zufließt und was es bewirkt.

Heilen durch Handauflegen hat viele Wirkungen, die genau dem oben Beschriebenen entsprechen. Ich möchte hier von meinen Erfahrungen und aus meiner Praxis berichten.

  • Es fördert die Liebesfähigkeit. Durch eine Behandlung können Zorn und Groll auf andere Menschen oder Situationen aufgelöst werden, die man aktuell hegt und in Verständnis, Akzeptanz, Toleranz umgewandelt werden. Eine vorher undenkbare Versöhnung wird dann möglich.

Eine Klientin von mir erlebte eine sehr schwierige Situation voller Ungewissheit mit ihrem Lebenspartner. Während zunächst Schock und Wut die vorherrschende Emotion war, gepaart mit Trauer, wandelte sich ihre Einstellung innerhalb einer Woche zu einer Akzeptanz der Situation, sie konnte ihm die Freiheit lassen, seinen eigenen Entscheidungen zu folgen. Sie konnte sein Schicksal in Gottes Hand legen und es dort belassen, sie akzeptierte ihre eigene Ohnmacht. Genauso konnte sie akzeptieren, dass dieses Geschehen etwas mit ihr selbst machte, sie auf sich selbst zurückwarf. Sanft mit sich nahm sie sich eine berufliche Auszeit, um mit sich selbst liebevoll und angemessen umzugehen und ihr eigenes Leben neu zu konfigurieren.

  • Es fördert die Hoffnung. Wenn wir krank sind, dann fühlen wir uns nach einer Behandlung ruhiger, erleichtert und entspannter, oft werden Schmerzen gelindert und die Hoffnung auf Heilung steigt. Depressives oder zwanghaftes Gedanken­gut fließt ab und neue Gedanken, die Hoffnung schüren, dass es doch alles besser sein kann, stellen sich ein.

Ein junger Mensch Anfang zwanzig, hatte bei der Behandlung zunächst einen Kopf, der sich anfühlte wie ein Bienenstock. Durch die Behandlung legte sich diese Aktivität und er schlief nach einer Weile tief und fest ein. Nach der Behandlung fühlte er sich wunderbar und erleichtert. Anschließend erzählte er: „Zunächst dachte ich die ganze Zeit daran, was ich jetzt und in den nächsten Wochen, Tagen und Monaten noch alles zu tun habe, wie schwierig und ungewiss doch das alles sei. Ich hab schon mal daran  gedacht, es wäre gut, für die nächsten 1 ½ Jahre aufzuschreiben, was ich an jedem der Tage tun würde. Doch nach einer Weile ließ das nach und ich wurde ruhig in dem Gedanken: Alles zu seiner Zeit. Das kommt ja alles noch, ich muss es ja noch nicht heute alles bewältigen. Und dann konnte ich plötzlich schlafen, was mir in den letzten Tagen fast unmöglich war.”

  • Es fördert die Gabe, Informationen aus der geistigen Welt zu empfangen. Dieses Buch basiert in keinster Weise allein auf meinen eigenen Gedanken, sehr viel Gedankengut habe ich durch meine Gespräche vor allem mit Jesus und dem heiligen Geist erhalten, die Hintergründe, die Erklärung der Trinität, die Methoden, die Wirkungen. Ich kann diese Weisungen von meinen eigenen Ideen unterscheiden, weil ich weiß, dass ich diese Informationen vorher definitiv nicht wusste und auch nicht in meinem Kopf hatte. Sie tauchen einfach vor mir auf oder werden mir im inneren Gespräch vermittelt. Ich habe in der Zwischenzeit einen Glaubenskurs absolviert. Das, was mir vorher in meiner Einzelarbeit zugefallen war, deckte vollständig ab, was in dem Glaubenskurs gelehrt wurde, und mehr als das.

Das Bild der Trinität, die drei miteinander verbundenen Kreise in der Bewegung im Uhrzeigersinn als ewiges Kontinuum habe ich als Vision erhalten, ich kannte es vorher nicht. Die drei Kreise stehen für die höchsten Gaben Glaube, Liebe und Hoffnung, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Später habe ich dann im Internet nachgesehen und plötzlich gab es viele Bilder davon, die sie ganz ähnlich zeigten. Die deutlichste Übereinstimmung erhielt ich durch eine Darstellung auf einem Ring, den sich meine Wohnungsgeberin zur Zeit des Schreibens dieses Buches als Belohnung aus Santiago de Compostela mitgebracht hatte. Den Ring hatte ich vorher nicht gesehen.

Als ich dann beim Behandeln das Symbol visualisierte und im Uhrzeigersinn in den Körper einschwang, konnte ich immer wieder feststellen, dass das Symbol plötzlich nicht mehr gleichmäßig erschien. Ich fragte meine Klienten, ob sie mit dem jeweiligen der Grundprinzipien Glaube, Liebe und Hoffnung ein aktuelles Problem hätten, und zwar dem Kreissegment, was unförmig oder nicht zu formen war. Es stimmte jedes Mal mit meiner Wahrnehmung überein. Eine neue Diagnoseform war geboren.

  • Es fördert den Glauben und Glaubenserfahrungen. Mit den Behandlungen wird es einem klar: es gibt Gott, denn sonst wäre hier keine Verbesserung oder Veränderung möglich.

Einem Behandelten begannen  die Tränen zu fließen. Hinterher erzählte er ganz berührt und außer sich, dass er während der Behandlung sein erstes Erleben von Gottes Einheit erlebt hätte. Er habe sich mit allem verbunden gefühlt, als ein Organismus, ein Wesen, ein Geist und sich in diesem Moment so geborgen und so glücklich wie noch nie in ihrem Leben gefühlt.

Mein Weg der Heilung begann als von der Kirche abgewandte Atheistin, die zwar getauft, aber dann durch unverdaute Erfahrungen nur noch in Platons Kaloskagathos, das Gute und Schöne, etwas Glaubenswertes fand, eine unpersönliche Vorstellung, Kraft. Doch durch die vielen Behandlungen und vor allem die Arbeit mit Engeln rückte Gott und mein Verständnis von ihm immer mehr in den Mittelpunkt meiner Arbeit, weil ich ihn immer und stetig spürte und seine Wahrheit in der Heilungsweise des Handauflegens entdeckte. Es gipfelte dann im Kennenlernen des Jesus in Gestalt des „Sagrado Corazón de Jesús“ in Barcelona. Das Ergebnis meiner Glaubensentwicklung vorerst ist dieses Buch.

  • Es fördert Vergeben und ermöglicht uns, den Kummer, den Groll und die Trauer loszulassen, die uns oft aus einer gescheiterten Beziehung verbleiben.
  • Handauflegen bewirkt Heilung

Messbare Wirkung: Mein Sohn hatte 40 ° C Fieber, das ist der Moment, in dem die Kinderärztin mir beigebracht hatte, sofort einzuschreiten, um einen möglichen Fieberkrampf zu verhindern. Daraufhin behandelte ich ihn – statt ein Paracetamol- Zäpfchen zu geben – intensiv erst am Kopf und anschließend an den Füßen. Schon nach einer halben Stunde war die Temperatur auf 39,2 ° abgesunken, das Kind war nicht mehr fiebrig unruhig, sondern ist tief und fest eingeschlafen. Am nächsten Tag war er wieder fit.

Anlässlich eines Tages der offenen Tür kam eine Frau mit einem kleinen Jungen zu mir. Er hatte einen steifen Hals und dort Schmerzen, weil sein Vater am Tag vorher spielerisch beim Haare Abtrocknen etwas zu intensiv gerubbelt hatte. Ich legte ihm die Hände auf und nach einer Viertelstunde war jeder Schmerz und jede Bewegungseinschränkung verschwunden. Die Mutter testete es nochmals überrascht, alles war verschwunden. Das Wochenende war gerettet.

  • Es bringt die Wahrheit ans Licht/ Unterscheiden können, was aus dem Geist Gottes kommt und was nicht. Als Behandlerin halte ich es in der Regel wie der Friseur: wenn der Klient während der Behandlung schweigen will, dann schweige ich mit ihm, will er reden, so rede ich mit ihm. Wenn wir dann jedoch gemeinsam reden und  ich gerade eine Blockade z.B. in den Beinen behandle, also einen Ort, an dem ich keinen Energiefluss erfühle, dann stellt sich oft plötzlich ein Energiefluss ein, wenn der Klient einen Satz der Wahrheit sagt, also wenn er ausspricht, was wirklich gut für ihn wäre, um eine erdachte Welt zu verlassen und sich wieder Gottes Reich zuzuwenden. Sobald dann wieder ein Satz gesagt wird, der als Zukunft in Betracht zieht, was den Körper heute schon kränkt, dann hört der Energiefluss wieder auf.
  • Handauflegen tröstet. Während einer Behandlung passiert es immer mal wieder, dass der Behandelte beginnt zu weinen, fast immer Tränen, die er in der Regel schon lange zurückgehalten hat. Die Tränen beginnen zu fließen und dann irgendwann stellt sich tiefer Trost ein.

Eine Klientin hatte sehr nah am Wasser gebaut. Häufig hatte sie aufgrund kleiner Anlässe plötzlich die Tränen in den Augen stehen. Einmal erzählte sie mir, dass es ihr ganz häufig passierte, dass sie bei bestimmten Szenen im Fernsehen oder bei dem Gedanken an verstorbene Familienmitglieder plötzlich in Tränen ausbrach und nichts dagegen tun konnte. Für sie hatte das Ausmaße angenommen, die weit über das normale Mitgefühl oder das manchmal „wohlige Weinen“ bei rührenden Filmen hinausging.

In einer Serie von Behandlungen, in denen sie fast pausenlos weinte, während meine Hände auf ihrem Herzen lagen. Wir  gingen alle die Szenarien durch, die sie zum Weinen brachten, und von Mal zu Mal wurde sie weniger empfindlich. Die letzte Behandlung diente auf meinen Vorschlag hin ihrer aktuellen Lebenssituation. Sie war vor ein paar Monaten verrentet worden und merkte nun, wie sehr sie die Gemeinschaft ihrer langjährigen „Arbeitsfamilie“ vermisste und darüber trauerte, obwohl jeder ihr sagte, wie glücklich sie jetzt sein müsste, nicht mehr arbeiten zu müssen. Ihre bisherige Mittrauer und ihr Mitleiden – ausgelöst durch die Erinnerung an eigenes Leid  – wurde durch Tröstung ihrer eigenen Trauer, zu freundlichem Mitgefühl. Sie entschloss sich, künftig Teile ihrer freie Zeit in der tätigen Sorge – mit Da-Sein und Gesprächen – für alte Menschen im Altersheim zu verbringen, selbst zum Tröster zu werden.

  • Es hilft bei der Deutung des Wortes/des Gesagten im Sinne von Gottes Welt. Durch die Wahrnehmung der Wirkung, die die Gottes Gnade auf einen Körper hat, können wir den Körper wunderbar lesen lernen. Der Körper erzählt seine Geschichte, und durch diese Geschichte können wir erfahren, was die Kränkung verursacht hat. Wenn man diese Erfahrungen häufig macht, dann wird einem immer klarer, wie Gottes Welt funktioniert. Dadurch kann man Krankheiten und Erfahrungen neu deuten und versteht, was gesund macht.

Zudem wird das Verständnis generell beschleunigt in Form von synthetischem Denken. Ich sehe verschiedene Einzelheiten und kann sie zu einem Gesamtbild kombinieren. Diese Fähigkeit wächst ständig weiter. Manchmal betrachte ich eine Situation und plötzlich fühlt es sich an, als ob Fenster in der Luft vor mir aufgehen und ich einen immer größeren Zusammenhang entdecke, einen neuen Bedeutungsgehalt, der vorher nicht da war, die Weisheit hinter den Dingen. Wenn ich heute die Bibel lese, dann kann ich vieles deuten und in unsere Alltagssprache übersetzen. Und ehrlich gesagt, ich finde immer wieder in den kirchlichen Deutungen der Bibel Vorgehensweisen oder Gedankengut, die nicht mit meinen Heilungserfahrungen übereinstimmen. Wo ich eine Diskrepanz entdecke, das trage ich in ein Gespräch mit Jesus und bekomme es dort oder in den folgenden Behandlungen erklärt.

  • Es stärkt Wahrnehmung, Sensorik und Mitgefühl. Meine kinesthetische Wahrnehmung ist inzwischen so sicher, dass ich erkennen kann, was funktioniert und wie sich was anfühlt, ob Heilung geschieht, ob Durchlässigkeit besteht oder nicht. Mein Mitgefühl ist inzwischen so sehr ausgebildet, dass ich die Schmerzen und die Stimmungen des Behandelten fühle. Sobald ich die Hände wieder wegnehme, sind sämtliche Fremdschmerzen oder Fremdgefühle wieder weg, ich trenne mich allerdings auch am Ende der Behandlung bewusst aus dieser Verbindung.

Während einer Behandlung am Freitagnachmittag fühlte ich plötzlich: „Oh nee, ich habe keine Lust mehr, wann ist denn das endlich zu Ende, ich will nach Hause.“ Das ist überhaupt nicht normal für mich, ich liebe meine Arbeit sehr! So fragte ich: „Haben Sie das manchmal, dass sie keine Lust mehr auf ihre Arbeit haben?“ Da sagte der Behandelte: „Momentan ist das ganz schlimm! Schon Montag früh hab ich mir gesagt, hoffentlich ist bald Freitag, ich hatte die ganze Woche auf gar nichts Lust.“ Durch die Behandlung hatte sich das Gefühl aktiviert und es wurde gelöst. So konnte ich es auch wahrnehmen.

Nächster Artikel: Der Ablauf einer Behandlung

Beim Handauflegen hat sich der im folgenden beschriebene Ablauf herauskristallisiert. Typischerweise beginnen wir mit einer Diagnosebehandlung:

Zunächst frage nach den aktuellen Beschwerden und Bedürfnissen und der Motivation für den Behandlungswunsch. Anschließend erkläre ich, was ich machen werde und welche Optionen der Klient während der Behandlung hat. Er legt sich hin. Ich verbinde mich im Gebet mit dem dreifaltigen Gott.  Ich lege die Hände auf. Normalerweise beginne ich beim Kopf, um erst einmal die bei uns so allgegenwärtige Gedankenfülle „herunterzufahren“, Frieden im Kopf zu schaffen, Aufnahmefähigkeit wieder herzustellen. Daraus ergibt sich in der Regel ein Nachlassen des Gedankendrucks und in dessen Folge körperliche und seelische Entspannung. Die besänftigende und beruhigende Heilwirkung, Gottes Gnade wird am eigenen Leibe erfahrbar. Entweder während und nach der Behandlung übersetze ich die Aussagen von Körper und Seele, denn fast immer folgt mittendrin oder hinterher die Frage: „Und, was haben Sie gemerkt?“ Daraus entwickelt sich ein Gespräch, in dem wir die aktuelle Lebenssituation und meine Anamnese von Körper und Seele zu einer Diagnose zusammenführen.

Manchmal ist durch die Diagnosebehandlung bereits alles geklärt und der Zustand ist geheilt. Der Klient begreift die Ursache vollständig und ändert sofort sein Leben. Oft sind jedoch weitere Behandlungen notwendig, um von der Heilung auch zur detaillierten Umsetzung zu kommen und weitere Stolpersteine und Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Diese Behandlungen laufen dann meist folgendermaßen ab:

Über den Kopf oder über das Herz fühle ich mich in die Körperzone und den Körper ein und spüre an meinem Körper oder aus den Aussagen des Klienten die bedürftigen Behandlungszonen und ich bete intensiv für diesen Menschen. Durch das Einfühlen und das Beten habe ich Wahrnehmungen, die mir den aktuellen Zustand des Körpers zeigen, die spezifischen Bedürfnisse nach Glaube, Liebe und Hoffnung. Diese spreche ich dann während der Behandlung oder anschließend an.

Als eifrige Rosario-Beterin bin ich es so gewöhnt, Jesus und Maria mir initial vorzustellen und dann ihre Lebensstationen mitzuerleben, so dass sie häufig auch während der Behandlungen von sich aus auftauchen, um heilend einzugreifen und „Operationen“ durchzuführen. Der symbolische Charakter der Operation erklärt wieder die reale Situation des Klienten und deutet auf seinen Heilungsweg hin. Für dieses Geschehen bin ich besonders dankbar und ich beobachte es jedes Mal verliebt und mit Staunen.

Bei einer Behandlung kam Jesus plötzlich mit einer Operationsliege wie ein OP-Pfleger herein. Doch er fuhr die Liege mit dem Patienten nicht in einen Operationssaal, sondern in unsere Kirche, wo der Pfarrer das Abendmahl zelebrierte und dem Patienten ebenfalls in beiden Gestalten verabreichte. Die bestehende Krankheit war Leukämie, eine Störung der Blutbildung im Knochenmark. Sein Vorschlag war hier, die Heilung über Sein Blut stattfinden zu lassen.

Während der Behandlung entsteht oft beim Klienten ein spontaner Gefühlsausdruck, indem er seine Gefühle anspricht und ausspricht, oft bricht es einfach aus ihm hervor, verbal oder durch emotionale Reaktionen: Lachen, Freude, Erleichterung, Weinen, Wut, Druckgefühl, Trauer, Schmerz. Durch das Gespräch und meine Hände erhält der Klient die Möglichkeit, die Geschehnisse einzuordnen, zu verarbeiten und zu verdauen. Sehr häufig kommt es hierbei zu Perspektivwechseln: „so habe ich das ja noch gar nicht gesehen, damit kann ich jetzt besser klar kommen“ oder zu der Veränderung von Denkmustern und Glaubenssätzen, also den oben beschriebenen Denk- und Weltkonstrukten, die nicht mit Gottes Reich übereinstimmen.

Da, wo köperliche oder emotionale Symptome beim Klienten oder bei mir auftreten, lege ich meine Hände auf, bis sie abklingen. Dabei kann es sich um Überfunktionen, die sich in starken Reaktionen in meinen Händen wie Hitze, Schmerz, Pulsieren zeigen, oder um Unterfunktionen handeln, die sich durch Kälte oder absolute Reaktionslosigkeit zeigen. Manchmal habe ich dabei das Gefühl, den Menschen an diesen Stellen völlig wieder aufzutauen, wieder zu beleben.

Die Bibel, die Weisungen Jesu und die grundlegenden Weisheiten des christlichen Glaubens helfen immer als Leitfaden. Bei Nichtgläubigen verhilft mein Glaube, ausgedrückt durch die Behandlung und ihre Wirkung und durch meine Worte, sehr oft als Anregung zur Annäherung an Jesus als Teil des dreifaltigen Gottes, oder an Maria, die als der sanfteste Ansatz für die verletztesten Seelen dient. Sie schützt die Kinder in der Not und nimmt sich des kindlichen Anteils im Menschen an, der fast automatisch zu ihr flieht, falls ihm die Möglichkeit dazu eingeräumt wird, sie ihm vorgestellt wird. Bei Gläubigen führen die Behandlungen oft zur Intensivierung der eigenen Glaubenspraxis, z.B. zu einer verstärkten Präsenz von Jesus im Alltag.

Eine junge Frau, katholisch aufgewachsen und stetige Kirchgängerin, berichtete mir nach einer einmaligen Behandlung, dass sie danach plötzlich eine solche Liebe zu ihren Kindern und ihrem Ehemann gespürt habe, dass sie selbst ganz überrascht war. Ich hatte sie darüber hinaus dazu angeregt, in ruhigen Zeiten, z.B. bei langen S-Bahn-Fahrten, das Gespräch mit Jesus zu suchen, ihm im Gebet den Wunsch danach auszudrücken. Sie berichtete von seiner plötzlichen ungemein spürbaren Präsenz in ihrem Leben, dass sie erstaunt war, wie intensiv und lebendig sich Glauben anfühlen konnte und was in dieser Kommunikation alles geschah. Die Lesung im Gottesdienst wurde für sie nun jedes Mal zur Offenbarung, sie fühlte sich ganz persönlich angesprochen und erreicht. Nach einem Jahr schrieb sie mir zu Weihnachten: „Seit ich dich vor einem Jahr traf, hat mein Leben sich auf einem sehr positiven Weg entwickelt. Ich habe Gottes Liebe erfahren und kann sie nicht mehr für mich selbst behalten. Ich bin dir sehr dankbar und bete dafür, dass Gott dich in deiner Mission unterstützt.“

Die Erfahrung von Gott und die Sehnsucht nach dieser Gottesnähe führt zur Heilungsmotivation, zu einem „so möchte ich mich öfter/immer fühlen“. Um dies zu erreichen sind oft ganz praktische Veränderungen im Alltag, in den wichtigsten Beziehungen notwendig. Folgebehandlungen dienen also häufig der Planung von Veränderungen und der Begleitung der Umsetzung durch Bestärkung und Detaillierung der einzelnen Schritte vorwärts.

Ich bin nicht der Heiler, der einfach mal kurz die Hände auflegt und dann ist alles geschehen. Als ich Jesus einmal dazu befragte: „Warum läuft das bei mir nicht so?“, da sagte er zu mir: „Du heilst nicht primär Krankheiten, du heilst das Leben der Menschen.“ Ihr neues, heilendes Leben heilt dann die Menschen. Und stimmt! Das war meine Intention, ich hatte meine Arbeitsintention, meine Mission schon vor dem Jakobsweg mit “Heilendes Leben” überschrieben.

Nächster Artikel: Unterschiede/Synergie zu Schulmedizin, Seelsorge und Psychotherapie

Das Handauflegen, wie es mir durch die Gabe vermittelt wurde, unterscheidet sich von den bisher gängigen Methoden der Schulmedizin, der Seelsorge und der Psychotherapie, bietet jedoch viele Ansätze zur Synergie mit ihnen.

Die Schulmedizin verstehe ich als ein vom Arzt geführter, wissenschaftlicher Prozess, in dessen Fokus die Behandlung von körperlichen Krankheits-Ursachen und Symptomen stehen. Die Anamnese und Diagnose erfolgt durch körperliche Untersuchung, Befragung, Labor & technische Verfahren. Die Heilung erfolgt durch chemische, mechanische und chirurgische Verfahren, regenerierende Ruhe, Übungen, ggfs. Verhaltensänderung. Eine Synergie ist möglich durch das Ergründen der seelischen Ursache der Krankheit und deren Heilung, damit sie nicht wieder auftreten muss bzw. weiter nach innen fällt. Bei physikalischen Eingriffen, z.B. Bestrahlung, kommen die seelischen Ursachen des Krankheitsherdes ins Bewusstsein und können so andere Symptome auslösen. Durch das Handauflegen können sie verarbeitet/verdaut werden. Die  schmerzlichen Inhalte können ausgedrückt und durch Glaube, Liebe und Hoffnung ersetzt werden.

Eines Tages – ich arbeitete in Praxisgemeinschaft mit einer Internistin, währenddessen ich auch eine Zeitlang ihre Arzthelferin vertrat – kam ein Mensch in die Praxis. Ich stand gerade bei der Arzthelferin, weil der Klient, den ich erwartet hatte, kurzfristig abgesagt hatte. Ich wollte mich gerade verabschieden. Dieser Mensch klagte über Schwindel und Herzrhythmusstörungen. Er kam gerade von einer Bestrahlung, während der diese Beschwerden ausgelöst worden waren. Da die Ärztin gerade einen anderen Patienten behandelte, nahm ich der Arzthelferin diesen Menschen ab, da noch andere Patienten bei ihr anstanden. Ich legte ihn auf eine Liege und blieb ein wenig bei ihm, hielt die Hand. Ich fragte nach ein paar Minuten, ob ich ihm die Hand auflegen dürfe. Sie stimmte zu und ich hielt meine Hand wegen des Schwindelgefühls über die Stirn. Nach kurzer Zeit war er verwundert über ein helles, warmes Licht, was von meiner Hand auszugehen schien, es ging ihm schnell besser, ihr Herz beruhigte sich.

Die Ärztin kam hinzu, konnte jedoch den Zustand nicht umgehend beheben. Doch da es diesem Menschen unter meiner Hand gut zu gehen schien, war die Ärztin zuversichtlich und der Mensch erklärte sich zu einer Behandlung bei mir bereit. In der Behandlung kam ein Thema zur Sprache, das diesen Menschen lange gequält hatte, über das er jedoch noch nie mit jemandem geredet hatte. Er hatte es nie zuvor ausgedrückt. Ich machte ihm anhand des Bibelgleichnisses von Jesu Gebet im Garten Gethsemane klar, dass kein Mensch, nicht einmal Jesus Christus, jede schwierige Situation sofort, dauerhaft, stets liebevoll,  fraglos und klaglos annehmen könnte. Wir beteten gemeinsam das Vaterunser, um ihr Gnade der Vergebung wieder deutlich zu machen, er fühlte Vergebung und ihm wurde leichter ums Herz, alle Symptome verschwanden. Die Bestrahlung hatte das verdrängte, im Tumor gekapselte, gebundene Gefühl wieder aktiviert und an das Bewusstsein herangeführt. So war es in der Behandlung bearbeitbar und lösbar.

Die Psychotherapie sehe ich als einen vom Therapeuten geführten Prozess mittels sprachlich-empathischer Anamnese, Testverfahren, Beobachtung, Auswertung von Gefühlen, Traumgeschehen, teilweise auch körperlichen Übungen, Gefühlsausdruck etc. Katalogisierte Symptome weisen auf die Krankheit (ICD10). Die Heilung erfolgt durch Ansehen und Verstehen der Biographie, Einsicht in kränkende Lebensumstände, Verarbeitung unseres bisher Unverdauten, Veränderung von Verhalten und Umständen, Übungen, Abbau körperlicher Spannungen und Stärkung der Kompetenz für das eigene Leben. Psychotherapie ist oft ein Prozess, in dem die Vergangenheit aus der Seele wie aus einem trübe gewordenen Teich Stück für Stück wieder an die Oberfläche geholt wird, um sie anzusehen, auszusortieren und so die Seele zu reinigen und freizuräumen. Die Lebensphilosophie des Therapeuten bzw. seiner Schule weist die Richtung. Der Therapeut orientiert sich im „was ist gesundes, was ist krankes Denken und Verhalten“ an seinem eigenen Wertebild oder dem seiner jeweiligen Ausbildung / Fachrichtung. Das muss für den jeweiligen Klienten und den Weg, den seine Seele nehmen will, nicht unbedingt passen. Für mich fehlt der heutigen Psychotherapie jedoch meist das Gottes-Element und die Spiritualität, weshalb sich so viele Menschen neben der Therapie spirituellen Halt suchen.

Da die Entscheidung für  Psychotherapie meist für an einem Tiefpunkt, dem Umkehrpunkt im Leben geschieht, kann durch das Handauflegen der Klient stabilsiert und in die Lage für den oft anstrengenden Prozess der Psychotherapie versetzt werden. In der Psychotherapie werden viele schmerzhafte Erfahrungen zu Tage gefördert und betrachtet, die Auswirkungen davon können durch das Handauflegen gelindert  werden. Der lebendige Prozess gibt Hinweise auf die Richtung, aus der Heilung zu erwarten ist.

Seelsorge habe ich verstanden als einen von Gott geführten Prozess durch den Priester, der auf Glauben basiert. Die Behandlung des Geistes erfolgt durch das Wort, Gebete und Sakramente. Die Grundlage und Voraussetzung der Heilung ist die  Einsicht der Sünde und Eigenverantwortung und Umkehr, evtl. Buße und das Erfahren von Vergebung und Gottes Gnade. Der Seelsorger orientiert sich am Wort Gottes und am Regelwerk der Kirche (Kirchenrecht, Katechismus, Überlieferung). Bei Krankheiten und Krisen kann das Handauflegen eine Intensivierung und Individualisierung der Seelsorge bedeuten, das Durchkommen des Wortes kann ermöglicht, erleichtert, vertieft werden. Gottes Gnade wird durch die  Hände erfahrbar und erzeugt den Zielzustand und damit das Wissen, dass Heilung möglich ist und wie sie sich anfühlt. Durch die intensive Nähe zum christlich orientierten Heiler als Boten wird die Nähe zu Gott praktisch über den anderen Menschen erfahrbar. Doch die bewusste Aktivität des Heilens ist aus der Kirche weitgehend verschwunden, das ausführliche Handauflegen bis zur Heilung und das intensive Gespräch mit dem Kranken aus spiritueller und therapeutischer Sicht. Kein Priester kann meines Erachtens nach tatsächlich zeitlich gesehen seelsorgerisch eine ganze Gemeinde betreuen und parallel dazu Kirchenmanager und der Träger des Rituals sein. Brüderlich und schwesterlich untereinander können wir sehr wohl durch das Handauflegen füreinander da sein.

Aus meiner eigenen Sicht und Erfahrung mit vielen Menschen möchte ich nochmals auf das Kapitel „Und was ist mit der Sünde?“ verweisen: der angstschürende, anklagende und zusätzlich schuldzuweisende Umgang mit dem Begriff Sünde schreckt heute viele Menschen davon ab, sich dem kirchlichen Heilungsweg hinzugeben, weil er ihr Problem der Unzulänglichkeit und der Selbstanklage, der imperativen Stimme im Innern und des „so, wie ich bin, bin ich nicht in Ordnung“ verschärft.

Damit werden sie heute zu bedürftigen Kunden der alternativen Heilungsszene, die sie wirklich erstmal so nimmt, wie sie sind, wie man heute so nett sagt, DA abholt, wo sie stehen. Wie es eigentlich der suchende Hirte tut…[1] oder der Vater des verlorenen Sohns. Den Menschen reicht es schon, die Diagnose, die Krankheit zu erleiden. Den meisten fällt es schon schwer genug, allein dafür Verantwortung zu übernehmen,[2] sie wollen sich nicht noch zusätzlich schlecht fühlen und erstmal ihre Schuld unter die Nase gerieben bekommen. Das Bewusstsein „Gott hilft und liebt uns, so wie wir sind“, „Wir sind Menschen, die nun mal Fehler machen, nur hoffentlich nicht ständig die gleichen“, „wir sind Kinder Gottes, die lernen dürfen“, entlastet und öffnet uns – damit wir lernen und umsetzen und damit umkehren.

Offenbarung 12 (Einheitsübersetzung):

10 …denn gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder, der sie bei Tag und bei Nacht vor unserem Gott verklagte.

Mein Verständnis, meine Erfahrung des von mir praktizierten Handauflegens ist ein von Gott geführter Prozess, basiert auf Glauben und Wahrnehmung, in dem Gottes Gnade erfahrbar wird. Der duale Körper ist der Wegweiser, Anamnese, Diagnose und Therapie erfolgt durch Handauflegen und Gespräch. Die Gesprächsinhalte sind rein intuitiv und basieren auf den Wahrnehmungen im Gebet, am Körper und durch Mitgefühl. Das Handauflegen heilt emotionalen Schmerz, Anspannung und Mangelzustände durch die Heilkraft Gottes, Verstehen, Einsicht und Verhaltensveränderung.

Nächster Artikel: Der lebendige Gott


[1] Das sehe nicht nur ich so. Während einer Predigt über Kardinal Bengsch sagte der Berliner Dominikaner-Paters Dr. Thomas Griesbach: „Die Kirche trifft die Menschen zwar da, wo sie stehen, aber sie lässt sie genau dort stehen und nimmt sie nicht mit.“

[2] Daher ist die heutige Schulmedizin so attraktiv für viele. Die Krankheit kommt – ohne eigenes Zutun – zu uns und der Arzt macht sie – ebenfalls möglichst ohne eigenes Zutun – wieder weg. Wir werden repariert, vielleicht ein paar Teile ausgetauscht, gereinigt, geölt, gefettet. Fertig! Und weiter geht es wie bisher…

Psalm 42 (Gute Nachricht Bibel): 2 Wie ein Hirsch nach frischem Wasser lechzt, so sehne ich mich nach dir, mein Gott! 3 Ich dürste nach Gott, nach dem wahren, lebendigen Gott. Wann darf ich zu ihm kommen, wann darf ich ihn sehen?

Johannes 6 (Lutherbibel 1984): 63 Der Geist ist’s, der lebendig macht; das Fleisch ist nichts nütze. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und sind Leben.

Gott regt durch seine Präsenz immer wieder unsere Lebendigkeit an, kein Wunder, denn der Heilige Geist ist am Werk, der Herrscher der Lebendigkeit. Wie ist das zu verstehen?

Manches ist offensichtlich und einfach: wenn wir müde sind, dann ist Erholung und Schlaf Lebendigkeit. Wenn wir wach sind, ist Kreativität und Schaffenskraft der Lebendigkeit. Wenn wir hungrig sind, dann führt Essen zum Leben, wenn wir satt sind, führt Nicht-Essen in die Lebendigkeit. Wenn wir brauchen, dann ist Empfangen lebendig, wenn wir genug oder mehr als genug haben, dann ist (Ab-)Geben lebendig, ob es sich nun um Geld, Arbeit oder Gefühle handelt.

Lebendigkeit zeigt sich immer dann, wenn wir das Gefühl des Fließens haben, uns im Fluss des Lebens befinden, im kreativen Schaffen wird dies auch als Flow bezeichnet. Fragen wir also immer nach, analysieren wir gemeinsam: Was hat sich durch die Behandlung für uns und unseren Empfänger verändert? Lernen wir von diesem Weg! Doch was für den einen stimmig ist, das kann für den Nächsten ganz anders sein. Durch das Anwachsen von Lebendigkeit zeigt sich immer Gottes Wirkung. Gott schafft alles mit Sinn und zeigt es uns.

Gesundheit ist die Wahrheit Gottes im Körper.

So verstehe ich auch eine Facette des „lebendige Wasser“. Alte, überlebte, „tote“ Gefühlen stoppen in der Regel den Fluss der Liebe, wir halten an einer alten Erinnerung an und sagt: „Hey, das habe ich schon mal erlebt, das war nicht gut! Das muss hier aber sofort aufhören!“ Selbst wenn die gute Chance besteht, dass der Verlauf der neuen Erfahrung ganz andere Ursachen oder Folgen hat als das Alte. Diese Stopper jedenfalls sind in der Regel die Ursachen für Neid, Angst, Arroganz, Ärger etc. Sind diese Erinnerungen befriedet, verdaut, dann beginnen die lebendigen Gefühle vollständig zu fließen, Früchte des heiligen Geistes: Glaube, Liebe, Hoffnung, Barmherzigkeit, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Sanftmut und Selbstbescheidung. Und das macht uns innerlich sitt und satt, schenkt uns das lebendige Herz.

Und so verstehe ich den lebendigen Gott, so lebe ich mit ihm: er begleitet uns tagtäglich, er ergänzt uns immer, er gibt uns immer das, was wir brauchen, er steht mit uns  ganztägig in Kontakt, ist unsere Versicherung, unser Arbeitgeber und Versorger. Der Weg mit Gott ist nie nur Selbstzweck „ich bin mit Gott“, sondern aus kontinuierlicher Einheit mit Gott kommt die Kraft, die Wahrheit und die Richtung mit, um seinen Willen als sein Werkzeug in der zwischenmenschlichen Gemeinschaft zu manifestieren, damit die Gaben des Heiligen Geistes unter uns Menschen spürbar sind. Daher die Reihenfolge der drei Kreise. Ich richte meine Prioritäten nach ihm aus und nicht an dem, was ich für das Geldverdienen tun muss. Er präsentiert mir täglich auf der Bühne meines Lebens anschaulich und fühlbar die Antworten, die ich für mein Leben, die Wahl meines Weges brauche. Wenn ich wissen will, wo es langgeht, dann brauche ich nur zu betrachten, was vor mir ist, was mir Sorgen bereitet, was mich ärgert, was mich freut. Ich bin nicht äußerlich reich, dafür inzwischen von Tag zu Tag innerlich mehr. Er hat uns allen ein Versprechen gegeben, nämlich dieses:

"Endmatthäi" in der Dorfkiche Flatow auf dem Wilsnack-Weg

Ich halte mich daran fest und erlebe es täglich. Ich schätze das Ritual des Gottesdienstes sehr, weil es einmal wöchentlich – gepaart mit der Gemeinschaft in der Gemeinde – mir hilft, mich tief auf Ihn einzulassen und als „Aktuelle Stunde“, als „Pflegestunde“ und Reinigung zur Rekonfiguration meines eigenen aktuellen Lebenszustandes und als grundsätzliche Gelegenheit zu Danksagung und Lobpreis Zeit, wunderbares Umfeld und Fokussierung bietet. Meine Supervisionsstunde! Das ist in unserer Kirche auch ganz besonders einfach, weil im Mittelpunkt der Apsis über dem Altar ein großer, freundlicher Jesus uns mit offenen Armen von Herzen willkommen heißt und uns entgegen kommt.

Herz Jesus in der Apsis der Herz-Jesu-Kirche in Berlin Prenzlauer Berg

Matthäus 12 (Gute Nachricht Bibel): 6 Und ich sage euch: Hier ist mehr als der Tempel! 7 Wenn ihr verstanden hättet, was mit dem Wort gemeint ist: Ich fordere von euch nicht, dass ihr mir irgendwelche Opfer bringt, sondern dass ihr barmherzig seid, dann würdet ihr nicht Unschuldige verurteilen.8 Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat; er hat zu bestimmen, was an diesem Tag getan werden darf.«

Doch das Ritual allein genügt nicht, wir würden auf zu viel der Gnade verzichten. Ent­schei­dend ist für mich, Ihn ständig im Herzen, an der Seite zu haben, jeden Weg mir Ihm zu gehen, jede Handlung mit Ihm auszuführen, mich an jeder Wegkreuzung an ihm zu orientieren und alles dafür zu tun, dass sein Reich hier auf Erden entsteht. Es ist der Ort, an dem ich mich am wohlsten, am lebendigsten fühle, am wenigsten in ein Schema gepresst, am meisten Ich. So wie am ersten Pilgertag, als ich in Lourdes aufgebrochen war und fühlte:

Gottes Reich – Es ist doch schon da!

Und – Danke für alles!

Nächster Artikel: Epilog: Abendmahl in Tschenstochau

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