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Doch wir sind nicht krank, wir sind nicht die Krankheit, die Krankheit ist nicht einer unserer Wesensanteile, sondern wir haben eine Krankheit, sie ist bei uns Gast, Bote, Engel, der bei uns wohnt und uns begleitet, und zwar solange, bis wir im Heilungsprozess von ihm alles aktuell Notwendige über uns gelernt und das Gelernte in unserem Leben umgesetzt haben.
Hebräer 13 (Neues Leben)
2 Vergesst nicht, Fremden Gastfreundschaft zu erweisen, denn auf diese Weise haben einige Engel beherbergt, ohne es zu merken!
Wenn wir krank sind, dann schauen wir uns am besten die Krankheit an und können dann verstehen, was sie uns sagen will und warum wir diesen Gast durch unseren Lebenswandel zu uns eingeladen haben. Ich möchte von einem Beispiel berichten.
Sich überdehnen, natürliche Regungen unterdrücken, schräge Wünsche
Während eines sehr anstrengenden internationalen Beratungsprojektes hatte ich zusätzlich die Trennung von meinem aktuellen Freund hinzunehmen, über dessen Verhalten bei der Trennung ich sehr zornig war. Ich war erschöpft, ich pfiff auf dem letzten Loch, konnte aber wegen vertraglicher Verpflichtungen nicht pausieren. Ich hatte mein Kind vernachlässigt und alle Bänder überdehnt, um voranzukommen. Immer wieder antwortete ich auf die Frage „Wie geht’s?“ mit: „Ich brauch dringend zwischen heute und morgen 3 Wochen Urlaub.“
Am Tage nach dem Abschluss dieses Projektes, ich wollte mit meinem Sohn Karten für die Harry-Potter-Buchveröffentlichungsparty besorgen, endlich wieder was Schönes mit ihm unternehmen, da stürzte ich im Treppenhaus und zog mir einen Bänderriss im rechten Bein zu. ICH HATTE MEINE BÄNDER IM MATERIELLEN (rechts) VORANSCHREITEN (Fuß) ÜBERDEHNT, und jetzt war es gerissen. Und nun – wo ich wieder ins normale Leben zurückkehren wollte, war ich weitestgehend zum Nichtstun verdonnert. Der Zeitkredit war zurückzuzahlen Nach ein paar Tagen kamen zum dick geschwollenen, schmerzenden Fuß auch noch Bauchschmerzen rechts oben am Rippenbogen mit dazu. Der erste Notarzt hatte den Verdacht auf Magenentzündung, doch die Magen- Tabletten halfen nicht. Als zweites kam dann nachts, als die Schmerzen immer intensiver wurden und auch durch Handauflegen nicht verschwanden, eine erfahrene alte Ärztin. Sie sah mich an und sagte: „Das könnte auch die Leber sein. Gehen sie mal umgehend ins Krankenhaus.“ Da mein Sohn im Nebenzimmer schlief, war mir das unmöglich. Ich wartete bis zum nächsten Morgen und brachte ihn bei Freunden unter und ließ mich ins Krankenhaus fahren.
Dort wurde durch Ultraschall festgestellt, dass ich Gallensteine hatte, die sich jedoch nicht in der Gallenblase, ihrer üblichen Heimat befanden, sondern im Gallengang, d.h. der Verbindung zwischen Leber und Darm, durch die der Gallensaft von der Leber in den Darm fließt, um die Fettverdauung zu ermöglichen. Bei meinem Sturz waren die Gallensteine in den Gallengang gestürzt und hatten diesen verstopft. Der recht aggressive Gallensaft konnte nicht mehr von der Leber in den Darm und staute sich in die Leber zurück. Das war in mir seit meinem Sturz geschehen.
Was ist die Galle? Die Leber produziert den Gallensaft, die Gallenblase ist quasi nur ein Auffangbehälter, in dem überschüssiger Gallensaft gespeichert wird, bis wir eine Menge Fett zu verdauen haben und mehr Gallensaft als üblich benötigt wird. Das war besonders früher notwendig, als die Nahrungsversorgung noch etwas unregelmäßig war. Da wurde, wenn mal wieder ein Tier erlegt wurde und daher viel gegessen werden konnte und mangels Kühlschrank auch musste, viel Gallensaft benötigt. Heute haben wir meist zu Weihnachten noch den Bedarf dazu.
Galle kennen wir aus zahlreichen Sprichwörtern: Jemand spuckt Gift und Galle. Mir kommt die Galle hoch! Das griechische Wort für Galle ist Cholé, aus dem auch das Wort Choleriker abgeleitet ist. Das Grundthema ist also Wut, Zorn und Groll, eine aggressive Mischung, wie der Gallensaft. Als Choleriker wird ein Mensch bezeichnet, der Gift und Galle spuckt, d.h. unbeherrscht in seiner Wut, jähzornig ist, seine Wut nach außen ablässt. Gallensteine bilden sich allerdings eher bei anderen Menschen, bei den Sanften, den Leisen, die die Wut nicht nach draußen ablassen, sondern sie hübsch in sich hineinfressen, sich speichern und fest werden lassen, die nur innerlich knurren, bis die Wut eben zu Groll, kaltem Zorn werden, bis er fest und massiv wird und dann sich als Gallenstein in der Galle manifestiert. Menschen, die ihren Zorn für sich behalten. Konfliktscheu, wie ich bin, gehörte ich auch zu diesem Club, hatte aber nicht um diese Langzeitwirkung gewusst. Wie oft hatte ich – gerade in meiner Ehe, um sie angeblich nicht zu gefährden – meinen Zorn unterdrückt und stundenlang gehadert, in stundenlangen Selbstgesprächen um meinen Ärger gekreist, mich in dunkle Wolken gehüllt, es aber nicht zum reinigenden Gewitter kommen lassen oder an Gott abgeben können.
Ja, da hatte ich also mein Fett weg. Ich wurde schon am nächsten Morgen operiert, denn der in die Leber rückgestaute Gallensaft hatte schon die Leber angegriffen. Die Folgen des angestauten Zorns vergifteten mich, griffen mich selbst an, legten mein internes Kraftwerk, die Leber, lahm. Die Operation war ein echtes Erlebnis. Der Operateur, wie man mir sagte, eine absolute Koryphäe auf diesem Gebiet, sah aus wie ein Fleischer: in Gummistiefeln, weißer Plastik-Schürze und Blaugestreiftem. Mir wurde ein Schlauch durch den Mund in den Hals und weiter geschoben, mit dem Luft durch mein Verdauungssystem geblasen wurde. Und so, wie ich es verstanden habe, war in der Mitte dieses Schlauches ein kleiner Greifer, der von außen steuerbar war. Mit diesem konnte der Chirurg die Gallensteine einsammeln. Unverhoffterweise wachte ich mitten während der Operation auf. Ich hörte den Operateur richtig Spaß haben, er sah wohl auf den Monitor, sammelte mit dem Greifer die Steine ein und bei jedem sagte er immer wieder: „Und Schuß! Und ….Schuß! Und …Schuß!“ Krieg den Steinen!
Für meinen Körper war es jedoch wie Exorzismus. Die Luft kam oben und unten raus, ich rülpste tief und laut aus der Tiefe meines Körpers heraus, mein Körper knurrte – wie ein Tier – unfassbar laut, bäumte sich auf, und auch am Darmausgang waren die unflätigsten Geräusche zu hören, mein Körper ließ laut die Luft ab, die sich seelisch so lange angestaut hatte. Es war mir total peinlich, aber da ich nicht sprechen konnte und zudem festgeschnallt war, um unter dem Röntgengerät zu bleiben und mich nicht durch die Gerätschaften selbst zu verletzen, gab es nichts, was ich tun konnte, außer es zuzulassen. Der Operateur fuhr mich noch an: „Nun reißen sie sich doch mal zusammen!“, aber wie denn, wenn der Mund durch einen fetten Schlauch zwangsgeöffnet ist. Durch diesen Eingriff trat all das zutage, was ich so viele Jahre vermieden hatte: mir im rechten Moment mir Luft zu machen, wenn ich zornig war, laut zu werden, und natürlich besonders, meinen Zorn zu verdauen, zu vergeben, abzugeben, durchzureichen. Dadurch, dass mein Körper laut und durchaus animalisch Zeichen des Zorns ausdrückte, die ich nicht mehr unterdrücken konnte, war Heilung möglich, wurde der Druck aus meinem Körper und gleichzeitig meinem Geistleib gelöst und freigegeben.
Und der Urlaub? Nach der Operation wurde mir empfohlen, dass ich mir auch die Gallenblase herausoperieren lassen sollte, um die Neubildung von Gallensteinen zu vermeiden. Ich stimmte zu, da ich aufgrund meines Bänderrisses sowieso stillgelegt war. Die Operation sollte dann zwei Tage später sein. Am Morgen, an dem die zweite Operation angesetzt war, kam der Stationsarzt auf mich zu. „Wir können Sie heute nicht operieren heute, ihre Leberwerte sind dazu noch nicht gut genug, das Risiko ist zu hoch.“ Und so ging es dann von Tag zu Tag weiter, bis die Operation dann schließlich nach 8 Tagen Krankenhausaufenthalt stattfand – ohne Komplikationen.
So hatte ich also meinen Urlaub, knapp drei Wochen zwischen heute und morgen, ich konnte im Bett liegen, bekam mein Essen ans Bett und netten Besuch, hatte Zeit zum Lesen und konnte mich entspannen und ausruhen, was ich sonst im Urlaub gemacht hätte. Ich behandelte mich ausführlich, meine Schwester las mir am Telefon die Bedeutung der Galle aus psychosomatischer Sicht vor, damit ich meinen Gast verstehen konnte. Keiner konnte etwas von mir wollen, da ich ja im Krankenhaus war. Alle meine beruflichen Verpflichtungen konnten pausieren – höhere Gewalt –, vertraglich gesehen also zwischen heute und morgen. Was für ein Urlaub – unglaublich teuer bezahlt, oder? Was für ein entsetzlich dummer Wunsch!
Und dann stand ich da, ohne Galle, ohne die Fähigkeit, Zorn zu speichern. Mein Ex-Freund erhielt nach dem Krankenhaus einen Brief von mir, in dem ich meinen ganzen Zorn, meine ganze Enttäuschung über sein Verhalten förmlich ausspuckte, viele Seiten lang. So einen Brief hatte ich noch nie in meinem Leben geschrieben! Das Erstaunliche daran für mich war, dass ich – nach dem Ausdrücken des Zorns – schon einen Monat später innerlich meinen Frieden mit ihm schließen, vergeben konnte, auch wenn er selbst nach dem Brief noch nicht so weit war. Naja, den besten Weg hatte ich noch nicht gefunden…
Mit diesem Beispiel will ich dem Zorn nicht zum Munde reden, doch er ist eine elementare Emotion, er bewirkt starke körperliche Reaktionen. Ihn zu unterdrücken, das macht keinen Sinn, wohl aber, ihn ernst zu nehmen, ihn zeigen, ihn sich selbst zeigen und dann seine Energie zu nutzen um herauszufinden, worüber man SICH ärgert, damit man wieder zu Gottes Welt, zur Sicht des Guten zurückfinden kann, vergeben kann.
Meine Gäste waren in diesem Falle:
- Zorn zu verstehen, Umgang mit Zorn lernen,
- zu mir selbst zu stehen,
- mich und meine Emotionen ausdrücken,
- Grenzen setzen, vergeben lernen,
- die Bereitschaft aufzugeben, dauerhaft weit über meine Kräfte zu gehen, um meine Existenz-Angst um mein professionelles Image und damit Existenzerhalt ruhig zu stellen,
- Selbstverleugnung, aufzugeben,
- der Retter meiner Gesundheit, die ich für Geld aufs Spiel zu setzen bereit gewesen war,
- und der „Wunsch-Doktor“
Doch wenn wir uns wieder aus unseren manchmal wirklich abstrusen Gedankenreichen entlassen, dann können wir uns Gottes Reich zuwenden. Unsere Seele erfährt die Hoffnung, dass sie wieder in Gottes Welt aus Liebe und nicht in einer erdachten Welt leben kann, die sie quält und uns körperlich überfordert. Die Krankheit ist immer das Gleichnis der erdachten Welt, das wir uns solange anschauen und fühlen können, bis wir den Eingang in Gottes wahre Welt suchen und wieder finden. Jede Krankheit wird also eingeladen durch den eigenen Geist, nämlich sich selbst kränkende Gedanken, durch Beurteilung, durch das Werten. Wie fühlt sich der Energieabfluss an?
Unser Körper reagiert auf jeden unserer Gedanken mit einer biochemischen Reaktion, die ihn eben stärken oder schwächen kann.
Schwächende Gedanken wirken sich zunächst in unserem Geistkörper aus und beeinflussen unsere Stimmung. Der reagiert sehr schnell auf unsere Emotionen und Stimmungen, so können wir eine schwächende Reaktion manchmal deutlich durch Symptome wahrnehmen, z.B. durch
- Erschrecken,
- Nervosität,
- Kraftlosigkeit,
- Herzklopfen, Herzrasen, erhöhter Puls,
- feuchte Hände, Schweißausbrüche, siedendheiß werden, Kälteempfinden,
- weiche Knie, schwere Beine,
- einen Druck im Hals,
- Magendruck, Magenbrennen, “Magenexplosionen”
- Nebel im Kopf, Blackout
- Verkrampfung des Zwerchfells, flache Atmung.
Auch im Volksmund finden wir das wieder. Eine Situation schlägt uns auf den Magen, oder wir fühlen uns wie vor den Kopf geschlagen. Sind wir unklar, dann wird uns schwindlig. Wenn wir etwas nicht aussprechen wollen, dann haben wir plötzlich einen Kloß oder einen Frosch im Hals, der zunächst durch keine organische Krankheit bewirkt wurde. Bleiben wir jedoch dabei, dass wir etwas zu sagen hätten, es jedoch nicht aussprechen, dann stellen sich gerne echte Halsschmerzen und Halsentzündungen ein. Liebeskummer, aber auch Verliebtheit können wir deutlich im Herzen spüren, frische erotische Neigungen sorgen für die Schmetterlinge im Bauch und bedrohliche Situationen führen zu weichen Knien. Oft findet diese Schwächung unterhalb unserer Wahrnehmungsschwelle statt, was jedoch nicht bedeutet, dass sie nicht stattfindet. Alle diese Schwächungen addieren sich und bestimmen unsere Befindlichkeit. Und unsere Befindlichkeit bestimmt dann wieder unsere Leistungsfähigkeit.
Wenn so bestimmte Gedankenmuster durch ständiges Wiederholen, beispielsweise Grübeln oder Hadern mit dem eigenen Schicksal, tagelang, wochenlang, monatelang, jahrelang mit biologischen Stressreaktionen und Abbau statt Aufbau und Stärkung auf den Körper einwirken, dann tritt der Gast ein, die Krankheit. Das biologische Körperklima verändert sich. Es gibt Zahlen, wie viel Gedanken wir am Tag durchschnittlich so durch unser Energiesystem bewegen. Wenn von beispielsweise 60.000 Gedanken, die z.B. Deepak Chopra, Mediziner und spiritueller Autor, nennt, die Hälfte schwächende Gedanken sind, dann hat das eine starke Auswirkung. Durch diese Schwächung können zum Beispiel
- Vitalwerte wie Temperatur, Säure-/Basen-Zustand etc. sich verändern, dadurch können Bakterien und Viren ein günstiger Nährboden bereitet werden, Krankheits-Erregern wird Tor und Tür geöffnet (z.B. Infektionen);
- das Immunsystem geschwächt werden und externe Erreger nicht mehr mit voller Kraft abwehren kann;
- bestimmte Körperregionen schwächen, die die Emotionen zu verarbeiten haben, die durch das schwächende Denken ausgelöst werden (z.B. Magenprobleme, ausgelöst durch Ärgern oder Angst: Ich kann es so nicht mal anfangen zu verdauen!);
- durch die Produktion und den Abbau von Stresshormonen wertvolle Vitamine/Vitalstoffe verbraucht werden. Vitaminmangel führt dann wieder zu weniger gesunden, kraftvollen Zell-, Gewebe- und Knochenstrukturen;
- durch geschwächte Organe verändert, verlangsamt, verfälscht sich das fein abgestimmte Erneuerungssystem des Körpers, der Körper arbeitet insgesamt mit weniger optimalem „Ausgangsmaterial“;
- durch Verhaltensweisen, die Organe oder Körperregionen schwächen, (z.B. Rauchen, Trinken, Essen von gesundheitsschädlicher, Zuwenig oder Zuviel an Kost);
- durch Gedanken wir Situationen anziehen, die Körperregionen schädigen (z.B. Unfälle)
Dabei geschieht nichts durch Zufall. Auch Unfälle passieren nicht einfach so, irgendwann sind sie vorher – bewusst oder unbewusst – in unseren Gedanken real.
Vor ein paar Jahren war ich wirklich verzweifelt. Ich wünschte mir sehr einen Partner und es gelang mir gar nicht, jemanden zu finden, der mit mir klar kam (wie ich es in dem Moment empfand). Ich dachte, mit mir wäre etwas grundsätzlich falsch. Heute würde ich von Glück sprechen, dass sie nicht blieben, weil sie ja auch einfach nicht passten, deshalb kamen sie ja nicht klar. Doch in der Situation war ich natürlich nicht so klar, sondern tief verirrt in einer irrealen Welt und traurig, eben verzweifelt und auch deutlich lebensmüde – mit dem trennenden Gedanken „was an mir ist so schrecklich, dass ich es nicht schaffe, einen Mann zu halten, ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr“. Ich fühlte mich einsam, alleingelassen, mit meiner Situation überfordert, unfähig, schrecklich. An einem Abend gab es mal wieder eine unerwartete Trennung, die mich traf wie ein Eimer eiskaltes Wasser. Am nächsten Tag fuhr ich mit dem Auto von Berlin nach Hannover zu einem Seminar. Und auf der Strecke zwischen Wolfsburg und Hannover sah ich mir immer wieder Bäume, Brückenpfeiler und ähnliches an mit dem Gedanken: Sollte ich da nicht draufhalten, dann ist es zu Ende mit der Leiderei! Immer wieder…
Ich kam in Hannover an und nahm an dem Seminar teil, das sehr viel Praxis im Handauflegen enthielt und mir half, wieder in einen harmonischeren, geistigen Zustand zu gelangen, mein Interesse an einem Selbstmord auf der Autobahn hatte sich entschieden gelegt. Außerdem gab es ja noch meinen Sohn, dem ich das nicht antun wollte. Auf der Rückfahrt holte ich meinen Sohn aus Wilhelmshaven ab und wollte mit ihm über Hamburg nach Berlin fahren.
Durch einen Zufall bog ich am Bremer Kreuz durch eine Baustelle dann doch in Richtung Hannover ab. Als wir zwischen Hannover und Wolfsburg waren, setzte ich bei dreispuriger Fahrbahn aus der mittleren Fahrspur zum Überholen an. Gerade, als ich links rüberziehen wollte, bemerkte ich neben mir ein weißes (!) Fahrzeug, das sehr viel schneller war als ich, das ich wohl im toten Winkel übersehen hatte und lenkte schnell wieder in meine Spur zurück. Da dies bei ca. 150 km/h stattfand, begann mein Wagen sich aufzuschaukeln und er drehte sich. Zum Glück hatte ich mal ein Sicherheitstraining absolviert. Ich handelte: lenkte geistesgegenwärtig gegen und bremste, um dann quer zur Autobahn auf dem Standstreifen zu stehen kommen, etwa einen Meter vor Beginn der Leitplanke, die nach ein paar Meterchen in einen Brückenpfeiler überging. Hätte ich langsamer reagiert, hätten wir am Brückenpfeiler geklebt, hätte ich ein paar Sekunden später die rechte Spur gekreuzt, wäre ich von einem Lastwagen überrollt worden. So ist außer einem Schrecken gar nichts passiert. Mein Sohn hatte geschlafen und daher nichts mitgekriegt, außer, dass wir plötzlich standen.
Ich hatte durch diese suizidalen Gedanken, diese Frage nicht nur mich, sondern auch mein Kind in den Tod befördern können. Wir hatten starke Schutzengel, doch zusätzlich hatte ich wieder Lebenswillen gefasst und reagierte instinktiv und rechtzeitig, statt auf den Brückenpfeiler zuzuhalten. Mir war das eine Warnung vor der Kraft destruktiver Gedanken und ich nutze seither die Technik des Gedankenstopps, um ähnliche Gedanken sofort wieder aus meinem System zu entlassen, nehme aber die Warnung ernst und arbeite seither dann sofort an meiner Heilung. Denn diese Gedanken deuten ja darauf hin, dass sich wieder etwas anbahnt, dass ich mich wieder eine irreale Welt begeben habe, in der das Leben nicht schön und göttlich ist.
In dem Moment, wenn wir ganzheitlich wieder in Gottes Welt zurückkehren, damit wieder Einheit schaffen, dort ist Heilung möglich. Denn wir sind genial von unserem Schöpfer geschaffen, der Körper kann sich vollständig wieder regenerieren, wenn unser Gast sein Ziel erreicht hat, seine Nachricht uns bewusst machen konnte und uns verlässt. Durch das Weglassen kränkenden Denkens und Verhaltens ist der Abbau in Aufbau, die Schwächung wieder in Stärkung umgehend möglich. Diese Erkenntnis gab es schon im Buch der Weisheit 2 (Einheitsübersetzung):
1 Sie tauschen ihre verkehrten Gedanken aus und sagen: Kurz und traurig ist unser Leben; für das Ende des Menschen gibt es keine Arznei und man kennt keinen, der aus der Welt des Todes befreit. 2 Durch Zufall sind wir geworden und danach werden wir sein, als wären wir nie gewesen. Der Atem in unserer Nase ist Rauch und das Denken ist ein Funke, der vom Schlag des Herzens entfacht wird; 3 verlöscht er, dann zerfällt der Leib zu Asche und der Geist verweht wie dünne Luft. …21 So denken sie, aber sie irren sich; denn ihre Schlechtigkeit macht sie blind. 22 Sie verstehen von Gottes Geheimnissen nichts, sie hoffen nicht auf Lohn für die Frömmigkeit und erwarten keine Auszeichnung für untadelige Seelen. 23 Gott hat den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen und ihn zum Bild seines eigenen Wesens gemacht. 24 Doch durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt und ihn erfahren alle, die ihm angehören.
Durch die Zuwendung zur Seele und der göttlichen Dreifaltigkeit wird diese Erinnerung geweckt, die Hoffnung geweckt, dass doch alles so sein kann, wie Jesus es verkündet hat. Gottes Reich ist möglich – hier und jetzt.
Gleichgültigkeit beginnt immer dann, wenn wir etwas nicht lieben können, wenn das Maß der Emotionen gegen Null geht. Auf dem Wege bedeutet es nichts Schlechtes, wenn wir zunächst erstmal etwas nicht lieben können, sondern es gibt uns wichtige Hinweise, ebenso das, was wir lieben. Was wir lieben, gehört zu uns, was uns gleichgültig ist, nicht. D.h. ein Mensch, der uns gleichgültig ist, mit dem wir nicht in Resonanz sind, hat mit uns erstmal wenig zu tun. Es gibt Menschen, die uns mehr uns selbst spüren lassen können als dieser. Daher sollten wir den Menschen und Tätigkeiten, die mit uns in großer emotionaler Resonanz stehen, nicht den Weg versperren durch Menschen und Tätigkeiten, die uns nicht berühren und nicht unsere Liebe fühlen lassen. Durch Liebe und Anziehung entdecken wir, was zu tun uns gut tut, wo wir am besten unsere Teilhabe und -gabe am Leben ausleben können.
Je mehr wir lieben können, je mehr Gott durch uns liebt, umso mehr sind wir in der Lage, die Welt mit Liebe zu füllen, um so mehr geraten wir auch in Resonanz zu immer mehr Wesen dieser Welt. Wer also hauptsächlich seine Pflichten erfüllt, ohne dabei Freude und Liebe zu empfinden und sein Werk mit Liebe anzureichern, der verpestet die Welt mit Lieblosem, was niemand braucht., frei von Resonanz, ohne „vibrations“. Wenn jemand einen Tag oder ein Werk mit „Ich muss“ beginnt, sollte am besten noch einmal beginnen, und zwar dann, wenn er weiß, was er daran lieben kann, warum es gut ist. Selbst eine Steuerklärung kann man mit Liebe ausfüllen. Wer einen Beruf hat, den er nicht liebt und den er aus Pflicht oder Angst ausübt, sollte seinen Beruf lieben lernen oder ihn wechseln.
Jesus Sirach 37
Doch achte auch auf den Rat deines Herzens. Wer ist dir treuer als dieses? 14 Das Herzen des Menschen gibt ihm bessere Auskunft als sieben Wächter auf der Warte. 15 Bei alledem bete zu Gott! Er wird in Treue deine Schritte lenken. 16 Der Anfang eines jeden Werkes ist das Wort, der Anfang jeder Tat die Überlegung. 17 Die Wurzel der Pläne ist das Herz.
Grund zum Handeln gibt es also, wenn wir gleichgültig gegenüber uns selbst, unseren Kindern, unserem Partner, unsere Familie und unserer Teilhabe handeln, wenn wir uns selbst, unsere Kinder, unseren Partner vernachlässigen und ihnen nicht die Sorge zukommen lassen, die sie benötigen. Ein wichtiger Schlüssel, jedoch nicht der einzige, ist dabei die Eigenliebe, was bitte nicht mit Egoismus oder Egozentrik verwechselt werden sollte, einer Erhöhung des Selbstes gegenüber anderen.
Wir haben unser Leben, unser Selbst als wichtigstes, wunderbares Geschenk von Gott erhalten, daher sollten wir uns darum kümmern, dieses Geschenk und damit uns selbst lieben und in Demut seine Gabe zu schätzen. Gleichzeitig sind wir Sein Werkzeug, um Gottes Reich zu schaffen, zu betreiben. Daher sollten wir dieses Werkzeug mit aller Sorgfalt pflegen, nähren und instand halten, eben wie ein guter Handwerker sein Werkzeug pflegt. Auch jeden anderen werden wir immer nur in dem Maße lieben können wie uns selbst. Wir mögen vielleicht zu einer Zeit eine andere Person erhöhen, doch dies ist nicht von Dauer und kehrt sich irgendwann ins Gegenteil um.
Fragen wir also zusätzlich nach: wo gibt es Überhöhungen, wo stellen wir uns oder einen Menschen und seine Bedürfnisse über die Interessen und den Wert eines anderen oder unseres eigenen oder der Gemeinschaft? Wo erniedrigen wir einen anderen Menschen oder uns, und wem oder was fließt das Maß des Höhenunterschiedes zugute und warum?
Unsere Kinder sind uns ebenso als Geschenk für eine Zeit anvertraut. Und auch sie stehen in Gottes Gnade, er kümmert sich auch um sie. Das wichtigste Liebeswerk daher ist es, sie in die Lage zu versetzen, sich zu lieben und sich um sich selbst zu kümmern zu lernen und in gleicher Weise andere zu lieben und sich um sie zu kümmern, damit auch sie sich als Werkzeug Gottes erkennen und erfahren können und durch ihn und mit ihm in dieser Welt wirken, bewusst Gottes Liebe, Sorge und Zuwendung zu erkennen und zu erfahren.
Zuviel Sorge ist dabei genau so schädlich wie zu wenig Sorge, wenn nicht schädlicher. Wenn ein Kind nicht lernt, hinzufallen und wieder aufzustehen, auch mal ein „finsteres Tal“ mit Ihm an seiner Seite zu durchqueren und trotzdem weiter zu gehen, Glaubensprüfungen zu erleben, dann ist es als Erwachsener nicht ausreichend stark, geübt und angemessen in der Lage, sich selbst zu regulieren, für sein Wohl und das anderer zu sorgen und für sich selbst Verantwortung zu übernehmen, d.h. sein Kreuz zu tragen und auch mit geschultertem Kreuz, unter schwierigeren Vorzeichen wieder aufzustehen.
Und zum erstwichtigsten Gebot: Welchen Stellenwert in diesem Leben hat Gott? Oder: Welchen Gott hat sich dieser Mensch erwählt? Worin setzt er sein Vertrauen? Lassen wir uns den Idealzustand einer Person erkennen und wir erkennen das Gottesbild.
Kurz gesagt: Es gilt zu hinterfragen, wer oder was geliebt, geehrt und gewertschätzt wird und wer oder was nicht geliebt wird, was mit Liebe getan wird und was ohne Liebe getan wird? Was wird vernachlässigt und erniedrigt und was wird überhöht? Und: wer oder was ist unser höchster Gott?
Typische Verhaltensweisen im Gleichgültigkeitspol: „Ich-muss“, Pflichtmensch, Stress, Anpassung, Intoleranz, Langweile, Routine, sich opfern, Entscheidungsschwierigkeiten, Empfindungslosigkeit
Typische Erkrankungen zum Regelkreise Liebe und Gleichgültigkeit: Über- und Untergewicht, Herzkrankheiten, Kreislauferkrankungen, Immunsystemkrankheiten, Diabetes (Abgrenzung), Über- und Unterverantwortungsfolgen, Rheuma, Arthrose und Arthritis, Süchte, Diabetes (Süße des Lebens)
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