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Heilen mit Gottes Hilfe: Unterschiede und Wirkungen
13. Februar 2010 in Die Gabe des Caminos | Tags: Ärger, Dankbarkeit, Eiter, Entzündung, Eucharistie, Fehler, Freude, Fußwaschung, gebrochenes Herz, Gedankenstopp, geistige Heilung, Glaube, Hadern, Heilen mit Gott, Heilung der Gefühle, Hiob, Lüge, Leichtverdauliches, Liebe, Manipulierbarkeit, Materielle Heilung, Rückfallvorsorge, Sakramente, Sünden, Schale, Scham, Schicksalsschläge, Schuld, Schuldenlast, Schwerverdauliches, Sinnlosigkeit, Teilhabe am Heiligen Geist, Todessehnsucht, Trennung, Verdauung, Verdrängen, Vergebung, Vergiftung, Vertrauen, Waldhaus Saubucht, Wut, Zwerchfell | Hinterlasse einen Kommentar
Die Gabe des Caminos
Auch mit meinem Sohn bin ich ein paar Tage gepilgert, auf dem Weg nach Bad Wilsnack. Das Waldhaus zur Saubucht nimmt auch – auf besondere Weise – Pilger auf. Mitten im Wald haben wir eine wundervolle Nacht verbracht und wurden von den Wirtsleuten auf das Liebevollste versorgt. Danke dafür! Als wir bei einem reichhaltigen Frühstück saßen, so gar nicht meine Gewohnheit, da gab es plötzlich an der Fensterscheibe einen lauten Knall. Ich schaute schnell hin und sah einen Vogel, der zunächst schwankend auf dem Fensterbrett saß und dann zu Boden fiel. Mit dem Wirt gemeinsam traten wir hinaus, um nach dem Vogel zu sehen. Er nahm den kleinen, benommenen, braungepunkteten Kerl in die Hand, schaute ihn an und sagte zu uns: „Das überleben sie meist nicht.“
Ich bat ihn, mir den Vogel zu geben, setzte mich mit ihm in die Sonne und legte ihm die Hände auf, betete für ihn. Nach einer Weile, während der ich eine Menge von Heilkraft wahrgenommen hatte, machte ich meine Hände auf, so dass er wegfliegen konnte, falls er fliegen könnte. Er blieb sitzen. Also hielt ich ihn weiterhin mit meinen Händen umschlossen und betete noch inständiger für ihn. Nach einer weiteren Weile zuckte er plötzlich. Ich öffnete meine Hände und der Vogel flog von meinen Händen aus ohne Schwanken in die Luft, gewann sofort kraftvoll an Höhe, da bald der Zaun und einige Bäume einem Geradeausflug im Wege waren. Binnen ein paar Augenblicke war er nicht mehr zu sehen.
In der Kathedrale in Madrid hat Jesus mir die Grundlagen meiner Gabe des Caminos geschenkt: Das Leben heilen durch Handauflegen. In den Wochen darauf hat er mich gelehrt, die Gabe zu nutzen, die Gabe erweitert und vertieft. Allsdann haben wir gemeinsam an mir selbst alles ausprobiert. Anschließend erhielt ich wieder die Gelegenheit, mit anderen Menschen zu arbeiten und in dieser Arbeit Erfahrungen zu sammeln. Jeder einzelne Mensch, der zu mir kommt, hilft mir, die Gabe intensiver zu begreifen und ihr neue Facetten hinzuzufügen. Aus diesen Erfahrungen heraus entwickelten sich wieder neue Fähigkeiten und Erkenntnisse und dies hört nicht auf. Jeder Klient bringt mir auch immer Themen mit, die für mich relevant sind. Ich bin immer gleichzeitig aufgefordert, mich selbst in Frage zu stellen, um mich selbst in die Frage des Klienten zu stellen, damit ich Teil der Antwort sein kann.
Matthäus 9 (Lutherbibel 1984):
35 Und Jesus ging ringsum in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen. 36 Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben.37 Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. 38 Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.
Das Heilen mit Gottes Hilfe beinhaltet im Gegensatz zur Schulmedizin stets die bewusste Einbeziehung von Gottes Macht und Hilfe und die alleinige Hingabe an Seine Weisheit. Dieses Prinzip wird z.B. auch im 12-Schritte-Programm der Anonymen Alkoholiker genutzt, sie ziehen zum Beispiel auch bewusst Gott bzw. neutralisiert eine „höhere Macht“ mit ein, die DA helfen kann, wo wir selbst nicht mehr weiter kommen.
Heilung geschieht besonders dauerhaft, wenn sich Himmel und Erde vereinigen.
Himmel und Erde,
Gott und Mensch
reichen sich die Hand und
wirken gemeinsam,
damit Heilung gelingt.
Wir empfangen von oben den Segen des dreifaltigen Gottes, der unseren Geistkörper dazu anregt, in den Zustand seiner Gottgeschaffenheit zurückzukehren, und so Veränderungen ermöglicht. Wie oft besiegelte Jesus eine Heilung mit den Worten: Dein Glaube hat dir geholfen. Unser Glaube und unser Vertrauen sind der Schlüssel, dass Heilung gelingt und diese Anregung sich in unserem Geistkörper verankert. Indem wir sie für wirklich halten, gelingt sie. Matthäus 21 (Lutherbibel 1984): 22 Und alles, was ihr bittet im Gebet, wenn ihr glaubt, so werdet ihr’s empfangen.
Der Glaube gibt unseren Gedanken ein neues Fundament, eine neue Ausgangsbasis. Anschließend ist es essentiell und unerlässlich, dass wir hier auf der Erde etwas verändern, mit unserem Körper, in unserem Denken und in unserem Verhalten, wie in Johannes 5 (Lutherbibel 1984):
14 Danach fand ihn Jesus im Tempel und sprach zu ihm: Siehe, du bist gesund geworden; sündige hinfort nicht mehr, dass dir nicht etwas Schlimmeres widerfahre.
Es kommt darauf an, eine notwendige Veränderung zu vollziehen, mag es im Denken oder Handeln sein, womit wir unser Leben immer mehr auf Gott und die grandiose, jedoch oft einfach unglaubliche und unglaublich einfache Lebensform auszurichten, die er uns anbietet.
Exodus 23,25 (Lutherbibel 1984):
Aber dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr dienen, so wird er dein Brot und dein Wasser segnen, und ich will alle Krankheit von dir wenden.
Der Mensch ist ein Erfahrungskörper Gottes. Er nimmt in sich die Erfahrungen des Lebens auf und verarbeitet sie. Im oberen Teil unseres Körpers findet Aufnahme statt, mit unseren Sinnen, mit dem Mund, mit den Lungen. Vom Herzen an abwärts findet Verarbeitung des Erfahrenen, Aufgenommenen statt. Das Herz bekommt von der Lunge das Blut. Das nimmt den Sauerstoff, unseren dringlichsten Überlebensstoff neben dem Geist auf, und leitet ihn an den gesamten Körper weiter, der davon lebt. Ebenso ist es mit der Nahrung. Oben kommen die Dinge herein und unten werden sie verarbeitet, angeleitet durch das Herz, bewirkt durch den Magen und den Darm.
Im unteren Teil des Körpers, ab dem Herzen eben, getrennt durch das Zwerchfell[1], findet keine Aufnahme mehr statt – bis auf den Schöpfungsakt des Menschen, wo die Frau den Mann aufnehmen kann, sondern Verarbeitung, Verdauung. Unser Verdauungssystem scheidet die Nährstoffe und Flüssigkeit, die aufgenommen werden, von Ballaststoffen und Abfall. Dieser materielle Abfall, den der Körper nicht mehr braucht, wird über den Darmausgang entsorgt. Die Niere gibt an die aufgenommenen Flüssigkeiten ebenfalls die Abfallstoffe ab, die sie aus dem Blut ausfiltert. Unser „Abwasser“ wird über die Blase entsorgt werden.
Das gleiche existiert auf der geistigen Ebene. Der „Darmausgang“ des geistigen Körpers sind die Füße. Die Füße geben an die Erde all das ab, was im Geistkörper verdaut wurde und nun für den Menschen geistig / emotional erledigt und damit unbrauchbar, entsorgbar geworden ist, sie entladen und leiten ab. Jesus hat diesen Vorgang des Entsorgens/Reinigens mit der Fußwaschung gemeint und gewirkt, siehe Johannes 13 (Lutherbibel 1984):
3 Jesus aber wusste, dass ihm der Vater alles in seine Hände gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott ging, 4 da stand er vom Mahl auf, legte sein Obergewand ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. 5 Danach goss er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war. 6 Da kam er zu Simon Petrus; der sprach zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen? 7 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, das verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren. 8 Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil an mir.9 Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt! 10 Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, bedarf nichts, als dass ihm die Füße gewaschen werden; denn er ist ganz rein.
Wenn eine Heilung vollzogen ist – „wer gewaschen ist“ – bedarf zum sicheren Abschluss einer „Waschung der Füße“, um alles los zu werden. Wer einen solchen Vorgang schon einmal erlebt hat, weiß um die riesige Erleichterung dieser Entlastung. Und genau so, wie der Darm verstopft oder verschlossen sein kann, so können auch die zugehörigen geistigen Zuwege zu den Füßen verstopft und verschlossen sein. Ist dies der Fall, dann kommen Gedanken und Gefühle, die man eigentlich schon längst verarbeitet hat, trotzdem immer wieder hoch und bedrücken den Menschen ebenso wie ein voller Darm, der nicht abführen kann. Völlegefühl, Schwere und wieder Aufstoßen auf geistig-emotionaler Ebene, Déjà-Vu. Wie viele Ursachen von Unwohlsein, Schmerzen und Krankheiten man allein über die Füße heilen kann!
Wenn der Mensch Erfahrungen aufnimmt und sie nicht verarbeiten kann, dann wird der Mensch daran krank, und das gilt gleichermaßen für die verhinderte Verdauung
- des Materiellen – Übelkeit, Völlegefühl, unzureichende Nahrungsverwertung und damit Mangelerscheinungen, Verstopfung, Darmverschluss,
- des Geistigen – nervösen Magenbeschwerden, Verkrampfung des Darmtraktes[2]
- der Gefühle – Herzbeschwerden, Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems, Magen- und Darmentzündung, Nieren- und Blasenerkrankungen
Wie eine Schale, wie ein Kelch nimmt der Mensch Erfahrungen auf. Wir sind die Schale, die von Gott getragen, gestützt ist, er ist der Ständer, der Schaft. Leichtverdauliches und glückliche Erfahrungen gehen einfach durch unser System durch, bestehen zum Großteil aus Nährstoffen und es bleibt Dankbarkeit und Freude zurück. Ich fühle mich in Gottes Reich gut ernährt, kraftvoll, gestützt und gut aufgehoben.
Für die Verdauung des Schwerverdaulichen, der Sorgen, der Nöte und des Leides und der Heilung durch Gott sieht es so aus: Wir nehmen die schwerverdauliche seelische und geistige Erfahrung auf und dann beginnt in unserem Herzen die Stütze durch Gott mittels des heiligen Herz Jesu. Wir sind gehalten, uns an ihn zu wenden und ihn um Hilfe zu bitten, damit wir das Schwerverdauliche verarbeiten – verstehen – können. Damit wir aus jeder Erfahrung die Nährstoffe aufnehmen können und die Ballaststoffe und das Unbrauchbare abgeben können. Alles Schwere birgt eine wichtige Erfahrung. Wenn wir ihn nicht aktiv um Hilfe bitten, die Kooperation einleiten, und das beginnt tatsächlich schon mit einem Stoßseufzer, dann öffnen wir uns diesem Verdauungsprozess nicht. Durch Nichtverdauen passiert dann:
- Ärger führt zu mehr Ärger, zur Wut, zur Explosion, zur Säure, zur Entzündung, zum Eiter, zum Flächenbrand. Neuer Ärger trifft auf alten, unverarbeiteten Ärger und dieser alte verstärkt den neuen. Die Eiterbeule platzt und der ausfließende Eiter greift andere Organe an. Ein Tropfen bringt das Fass zum Überlaufen und aller aufgelaufener Ärger entlädt sich und vergiftet die Umwelt gleich mit, d.h. andere ärgern sich auch.
- Angst und Sorge führt zu mehr Ängsten und Sorgen, zu Absicherungsverhalten, zum nicht vorwärts gehen sondern anhalten, zu Festhalten, zum Stau, zur Nicht-Verdauung, zur Verstopfung, zum Zumachen, zur Vergiftung, weil das zu Verrottende im Körper statt außerhalb verrottet, zur Nahrungsverweigerung. Neue Situationen von „ich weiß nicht“ führen durch Erinnerung zu alten, unerlösten Sorgen und diese wandeln die zunächst neutrale Situation wieder in Verunsicherung, in Entscheidungsschwäche, in Schwarz-Sehen, in Selbsterfüllenden Prophezeiungen, anstatt sie sich einfach entfalten zu lassen.
- Unverarbeitete Schicksalsschläge und gebrochene Herzen führen zu Hadern mit dem Schicksal, zu Nicht-Annehmen, zu Seh- und Hörstörungen, zu allergischen Reaktionen, zu Schock, posttraumatischen Belastungsstörung und zur Belastungsdepression, zur Todessehnsucht, zu Herzinfarkt und Schlaganfall, zu Stillstand.
- Trennung von der eigenen Essenz führt zu Selbstunsicherheit, mangelnder Selbstliebe bis hin zu Selbsthass, dies führt zu Ängsten und deren Folgeerscheinungen, geprägt durch den Gedanken „die wollen mich nicht, nehmen mich nicht so, wie ich bin“ und zu „ich muss anders sein, damit sie mich wollen“ und damit zu noch mehr Anpassung, Selbstentfernung und Leistungsdruck, um zu sein, wie die anderen einen wollen könnten. Da aber alle etwas Unterschiedliches wollen, ist es schwer, es allen recht zu machen. Man schleift sich selbst von immer mehr Seiten ab und das Wundsein, innen wie außen, nimmt zu.
- Trennung von der eigenen Essenz führt auch zu Ärger und dessen Folgeerscheinungen, geprägt durch den Gedanken „ich ärgere mich, dass die mich nicht wollen (d.h. annehmen, wie ich bin)“ und zu „die müssen mich aber so nehme wie ich bin“ und dem damit verbundenen „die anderen sind nicht in Ordnung“, was ja ebenso wenig stimmt und damit zu einer Verschärfung der bereits bestehenden Konflikte führt, innen wie außen.
- Sinnlosigkeit, damit zum Grübeln und Gedankenkreisen, weil kein Gedanke einen befreienden Ausgang findet, zu dem, was ich Gedankenkrankheit (s. o.) nenne, zu Kopfschmerzen, Verspannungen im Nacken und Schulterbereich, zu Rückenschmerzen, zu chronischen Schmerzzuständen, zu Schlaflosigkeit, zu Depression, zu Demenz
- Unverarbeitete Fehler, unvergebene Sünden, führen zu dem Schrecken, zu Lügen, zu Scham, zur Schuldenlast, zum Abweichen vom eigenen Weg und der eigenen Spontaneität, zu Manipulierbarkeit aus Angst vor Entdeckung oder Anklage, zum Verdrängen und Verstecken, zu Schuldgefühlen, zu Schluckbeschwerden, zu Darmbeschwerden und Darmkrebs (das darf nicht (wieder) ans Tageslicht kommen).
Kurz und gut: wir befinden uns in der sprichwörtlichen Hölle.
Auch heute schon haben wir Institutionen, die uns beim Verdauen von schwierigen Erfahrungen helfen können, die Psychotherapie und die Seelsorge. Ich denke, diese Verdauung auf allen Ebenen bedarf der innigen Vereinigung zwischen Mensch und Gott, der Verbindung von Psychotherapie und Seelsorge. Den Weg zur Gesundheit kennt nur Gott, manche „Verdauungssäfte“ muss einfach Gott beisteuern, nur er besitzt die vollständige Weisheit. Der Wegweiser ist der Körper des Menschen. Die Symptome zeigen die Störungen im Geist auf der „Leinwand“ des Körpers. Die Kraft Gottes ist wie ein kräftiger Strahl sauberen Wassers, mit dem die Trübheit des Geistes an sich gereinigt wird und alles, was sich noch unklar, verschmiert oder verstaubt in der Seele befindet. Die Erlebnisse des Lebens sind dann kein „Schrott“ mehr, sondern erscheinen zum rechten Zeitpunkt im klaren Wasser der Erkenntnis als Trittsteine des Lebenslaufs.
Wieder zurück zum Bild des Kelches: der Mensch macht die Erfahrung und Gott hilft, diese Erfahrung zu verdauen und in Nahrung und Unbrauchbares / Ballaststoffe zu scheiden. In jeder schwer verdaulichen Erfahrung ist eine Heilungsimpuls, ein Hinweis Gottes zu verstehen, dafür brauchen wir ihn: „Kind, hier bist Du nicht in meiner Welt, komm doch zu mir!“ zu verstehen. Das Leichtverdauliche kann ich ja leicht verstehen, und das Schwerverdauliche eben schwer verstehen. Manches, was wir zu verdauen haben, ist eben komplex, d.h. sperrig oder nur langfristig zu entwirren und zu verarbeiten, weil uns noch Verdauungsstoffe (Erfahrungen) fehlen. Wenn wir uns mit unserem Herzen bei solchen Problemen an Jesus und sein heiliges Herz wenden, dann kommt alles wieder in Gang, unser Leben wird wieder heil. Er kann uns stützen und uns helfen, das Unverdauliche zu verarbeiten. Wir können das Gute, die Liebe und den Sinn darin entdecken und von uns ausscheiden, was wir nicht brauchen: irrige Gedanken und Gefühle und Verhaltensweisen, die aus solchen Gedanken entstehen, Glaubenssätze, Nichtwissen, eingeschränkte Perspektive, Verständnislosigkeit, Misstrauen, Angst, Wut, alles was oben steht. Gottes Weisheit allein kann uns das Verständnis vermitteln und damit die Verdauung einleiten.
Hiobs heilende Erkenntnis, Buch Hiob 42 (Lutherbibel 1984)
1 Und Hiob antwortete dem HERRN und sprach: 2 Ich erkenne, dass du alles vermagst, und nichts, das du dir vorgenommen, ist dir zu schwer. 3 »Wer ist der, der den Ratschluss verhüllt mit Worten ohne Verstand? « Darum hab ich unweise geredet, was mir zu hoch ist und ich nicht verstehe. 4 »So höre nun, lass mich reden; ich will dich fragen, lehre mich! «
Als Hiob anerkannte, dass mit Gott kein Hadern ist, dass alles Schwere einen Sinn hat und uns gerade DIE Gelegenheit gibt, unseren Glauben zu leben, so die profundesten Glaubenserfahrungen und wunderbarste Rettung zu erleben und eben nicht in Todessehnsucht zu verfallen, war das sein entscheidender Schritt zur Heilung.
Genau eines leitet die Heilung ein, nämlich die Liebe, das liebevolle Annehmen dessen des Menschen und dessen, was ist. Matthäus 11 (Lutherbibel 1984):
28 Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.
Daher ist wohl das Handauflegen auch oft die erste Wahl von Jesus gewesen: die Berührung, das Herzen. Was tut denn eine Mutter, die ein krankes Kind hat oder deren Kind sich wehgetan hat? Sie nimmt es in den Arm und legt ihm die Hände auf die Stirn oder wo auch immer es dem Kind weh tut, küsst es dort, pustet, auf jeden Fall eine körperliche Handlung wie Jesus in Markus 10 (Hoffnung für alle):
16 Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.
In jedem anderen Menschen ist Gott, manchmal kann man auch sagen „verbirgt sich Gott“, wenn ein Mensch für uns schwer annehmbar ist.
Liebe ist immer der Anfang der Heilung. Der Punkt, wo sich Schale und Schaft des Kelches „Mensch“ treffen, ist das Herz. Und das Herz Gottes ist Jesus, der Punkt, wo sich das Menschliche und das Göttliche im Bild des Kelches überlappt. Daher: Mit liebevoller Annahme beginnt die Heilung. Ein schönes Symbol ist der Santo Cáliz von Valencia, der genau an der richtigen Stelle ein stilisiertes Herz enthält. Der Kranke erhält alles, was er braucht, um sich endlich mal wieder „in Ordnung“ zu fühlen. Und das ist genau, was beim Handauflegen passiert, ein dauerhafter Segensfluß. Segen heißt auf Spanisch Benedición, das bedeutet „Gut-Sagen“, ebenso im Griechischen Ευλογια – Eulogia. Es ist der Zustand, an dem wir fühlen können, wie es ist, wenn alles gut ist. Das alttestamentliche Wort barach/barakh bedeutet „mit heilvoller Kraft begaben“. So fühlt sich Segen für mich an. Der Behandelte erhält endlich mal wieder den Zustand zurück, wie es sich anfühlt, wenn alles in Ordnung ist, wie der gottgewollte Zustand des Menschen ist. Es ist zunächst vielleicht ein wenig so wie die entspannende und erleichternde Wirkung, die durch den Konsum chemischer Ersatzstoffe wie Alkohol, Drogen und Schmerztabletten eintritt, lediglich ohne Nebenwirkungen und länger anhaltend – bis hin zur Spontanheilung. Es gibt keinen Kater oder Turkey. Sehnsucht nach Liebe und Gott ist die Mutter aller Süchte, fehlt Liebe, so setzen suchende und leider oft suchtbildende Verhaltensweisen ein.
Unser aktuelles medizinisches System hält diese Liebes-Qualität nicht vordergründig zur Verfügung. Doch der Einfluss von liebevollen Schwestern und Pflegern auf den Gesundungsvorgang ist enorm wichtig. Je mehr diese von der tätigen Sorge um die Kranken durch andere Pflichten und Rationalisierung abgelenkt werden, umso langsamer die Gesundung. Wenn wir heute am Tag der Operation noch aus dem Krankenhaus „rausgeschmissen“ werden, dann ist das schon ein ganz schlechter Anfang der Genesung, vor allem, wenn zuhause keiner da ist, der den Kranken liebevoll umsorgt. Doch eigentlich liegt hier schon das Kind im Brunnen. Die Verdauung kann ja schon viel früher einsetzen, und zwar bevor Schwerverdauliches zur Krankheit geführt hat.
Nicht jeder Mensch schafft es „gleich so“ anzufangen, mit Jesus direkt alle seine Probleme zu besprechen und die Heilung einzuleiten. Manchmal braucht er erst mal materiellere Hände und Arme und Stimmen, nämlich die eines anderen Menschen oder sogar die eigenen Hände. Jemand, der ihm von seinem eigenen Vertrauen zu Jesus abgibt. Er kann durch seine realen Ohren die tröstende Stimme des anderen Menschen hören, er kann die Wärme der Hände und den Herzschlag der Umarmung spüren. Dafür sind wir Menschen auch füreinander da, dafür gibt uns Gott einander, wir sind einander Engel / Boten.
Als Jesus die Menschen berührt hat, als er auf der Erde wandelte, da war der Heilungsimpuls durch seine unvergleichliche Liebe und seinen unverbrüchlichen Glauben natürlich so groß, dass der Mensch in seiner direkten Umgebung diesen Verdauungsvorgang im Nu bewältigen konnte. Allein seine Präsenz, sein geistiger Körper, stellte diesen Zustand her, siehe die Geschichte der Heilung der Frau mit dem Blutfluss (z.B. in Lukas 8). Auch ich habe schon häufig seine heilende Gegenwart spüren können. Wenn ich beim Rosenkranz das Geheimnis der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor bete, dann ist es besonders deutlich, ebenso bei seiner Geburt, wenn er als Kind auch in meinen Armen liegt. Heutige Heiler haben eine breite Spannweite, wann bzw. wie schnell sie Heilung durch Berührung bewirken können. Das hängt eben vom Maß ihrer eigenen Liebesausstrahlung, der Präsenz ihres eigenen gesundeten Geistkörpers und der Tiefe und Stabilität ihres eigenen Glaubens ab.
Ebenso sind die kirchlichen Sakramente wichtige rituelle Heilungsvorgänge. Die Beichte, das „an das Tageslicht bringen des bisher Verborgenen“ und die Vergebung der Sünde, und zwar in der Form: Dies war eine Erfahrung, Du hast die Erfahrung gemacht, wie es sich anfühlt, wenn du… „Thema der Erfahrung“ zulässt. Du bist gestraft gewesen durch „die Sünde selbst“. Das genügt. Lass den Fehler los. Komm zurück auf den Weg der Liebe. Verändern können wir die Vergangenheit eh nicht. Und lass ebenso die Fehler anderer los, sie sind ebenso schon gestraft durch „die Sünde selbst“. Vergib ihnen selbst. Dies ist die einzige Aufforderung an den Menschen im Vaterunser: „wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“ oder die für mich deutlichere, sinnvollere Übersetzung des spanischen Textes „wie auch wir denen vergeben, die uns verletzt haben“, wobei für das benutzte Wort „ofender“ folgende weitere Übersetzungen angeboten werden: ärgern, beleidigen, beschimpfen, brüskieren, kränken, misshandeln, schmähen, zu nahe treten. Handeln können wir nur heute, durch Umkehr, durch gesundes Denken und daraus folgende Rechtschaffenheit, wenn es möglich ist der Bitte um Entschuldigung oder sogar Wiedergutmachung. Das haben wir jetzt in der Hand, die Vergangenheit nicht.
Exodus 15 (Einheitsübersetzung):
26 Er sagte: Wenn du auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst und tust, was in seinen Augen gut ist, wenn du seinen Geboten gehorchst und auf alle seine Gesetze achtest, werde ich dir keine der Krankheiten schicken, die ich den Ägyptern geschickt habe. Denn ich bin der Herr, dein Arzt.
Wir können das Gewicht, den Ballaststoff „Schuld“ loslassen, der Ankläger wird entmachtet, die uns würgende Schlange muss ihren Griff öffnen. Das bisher Versteckte darf ans Tageslicht und ich bin davon befreit. Wer immer schon die Erfahrung einer Vergebung gemacht hat, der weiß, welche Last einem da von den Schultern genommen wurde, welcher Stein einem dann von Herzen fällt, wie einem ein Eisblock aus dem Unterbauch verschwinden kann. Meine frühere Psychotherapeutin sagte: Schuldgefühle sind so sinnvoll wie ein Kropf. Ich denke heute: An Schuld festzuhalten, sich darin zu „verbeißen“, das ist sinnlos. Die Last der Schuld jedoch erst einmal zu fühlen, um den Wunsch entstehen zu lassen, sie loszuwerden, das halte ich für hilfreich, eine Lehre daraus zu ziehen für wichtig. Und Jesus hat das auf seine Art gesagt: Ich sterbe für Euch, damit Ihr wisst, dass ich alle Sünden auf mich nehme und ihr sie daher nicht mehr haben müsst. Das ist mein neuer und ewiger Bund.
Und hierfür gilt die Eucharistie-Feier, die heilige Handlung mit dem Kelch. Leider findet die Laienkommunion mit der Gestalt des Weines für mein Gefühl in der katholischen Kirche zu wenig statt, gerade das Ritual des Kelches findet oft nur am Altar und für eine Elite statt, doch er war für uns alle da. Markus 14 (Neues Leben):
23 Anschließend nahm er einen Becher Wein, dankte Gott und gab den Becher seinen Jüngern. Sie tranken >> alle << daraus. 24 Jesus sagte: «Das ist mein Blut, mit dem der neue Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt wird. Es wird zur Vergebung der Sünden vergossen.“
Die Reinigung durch Blut, das alte biblische Bild, symbolisiert durch den Wein, wird hier denen vorenthalten, die es dringend brauchen. Durch das geistige Nachempfinden dieser Aufnahme während der Gabenbereitung können wir uns selbst helfen: während der Lesung des letzten Abendmahls uns in die Schar und Reihe seiner Jünger einreihen und trinken.
Die Kooperation zwischen einem Mensch als Mittler und Gott bei der Heilung wird solange gebraucht, bis eine sichere Kommunikation und Heilungsbeziehung zwischen dem Kranken und Jesus bestehen, die Wahrnehmung mit der Hilfe des heiligen Geistes etabliert ist, das Bibelwort als heilsam erfahren wird. Bis der Kranke die Stimme Jesu in seinem Inneren hören kann und ihr trauen kann. Bis er vielleicht sogar die Anwesenheit Jesu körperlich spüren kann. Eins kann ich aus Erfahrung sagen: Sehr häufig beginnt Jesus mit den Worten: Das ist ganz einfach[3]! Oder: Ich bin da, ich bin bei Dir! Daran könnt Ihr ihn erkennen. Und ja: das Leben ist so gut, kann so gut sein, wie er sagt. Außer den begnadeten und gesegneten Menschen, die von Seiner Stimme, vom Heiligen Geist selbst berufen werden und Ihn selbst spüren und entdecken können, geht der Weg des verlorenen Sohnes oft über einen anderen Menschen und seine Liebe. Jesus hat damit angefangen, er ist als Mensch zu uns gekommen, und die Apostel haben diesen Weg fortgesetzt.
Und dies tun Eltern für ihr Kind und wir alle füreinander. Besinnen wir uns wieder darauf, seien wir füreinander da! Und hier kommt mein „Gott ist ja nicht bescheuert, er macht nichts ohne Sinn“ wieder zum Tragen. Er gibt uns erstmal fühlbar einander, damit wir einander zum Lieben und Wärmen und Heilen haben, damit wir nicht wirklich krank werden. Sinn und Heil durch heilende Sinneserfahrung.
Wenn wir an Seele, Geist oder Körper erkrankt sind, dann ist der beste Heiler der, der sich als Mensch Jesus zur Verfügung stellt, ob nun durch Handauflegen oder Gebet oder ein hörendes Herz. Der Seine Stimme schon sicher hören kann und seine Hinweise deuten kann, der ihm auch Halt aus dem Bibelwort und eigenen Gotteserfahrungen heraus mitgeben kann. Jemand, der durch den Körper die Seele versteht. Jemand, der ihn sanft und liebevoll berührt und Gottes Segen so direkt an den Kranken weitergibt. Jemand, der ihm zuhört und vorübergehend als Dolmetscher zu Gott wirkt.
Einfach solange, bis die Worte und die Denkweise so vertraut sind, dass wir wissen, ja, das sagt jetzt Gott zu uns, wenn wir die innere Stimme hören. Heilung ist damit auch ein kontinuierlicher Vorgang, von der Befreiung spezifischer, akuter Krankheitsauslöser bis zur vollständigen Reinigung und Reinerhaltung unseres gesamten Geistkörpers.
Ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass das Handauflegen Gottes Gnade deutlich erfahrbar macht, dass die Menschen sich entspannen und das Gefühl erhalten, mit Gott kann man sich wirklich wohlfühlen. Die dieses Gefühl schon fast vergessen hatten, weil sie es so lange schon nicht gefühlt hatten, auch dass sich jemand für sie einfach lange und liebevoll Zeit genommen hat und nur für ihn da war, ihn einfach so nahm, wie er gerade war. Sie tauen auf. Das Wort, das Gespräch allein reicht oft nicht aus, denn das bleibt oft in unserem Denkapparat stecken, stößt dort auf Widerstand und verstrickt sich dort in Widersprüche und Rationalisierungen, wie oft kommt es nicht in unserem Herzen an! Die Wärme umsorgender Hände, so wie die Hände unserer Mutter, in die wir uns als Kind Trost suchend geflüchtet haben, hat eine unvergleichlich öffnende Funktion. Die Gedanken ebben ab, wir verlegen uns auf das Fühlen, unsere Sinne öffnen sich in Stille und Zeit. Eine meiner Klientinnen bestätigte mir: „Das, was Du mir gesagt hast, das hat mir auch schon eine andere Frau gesagt, doch von ihr konnte ich es nicht annehmen, hatte viel Widerstand. Unter deinen Händen konnte ich es fühlen, mich in der Situation wahrnehmen, konnte durch die Stille heilende Bilder sehen und dadurch verstehen, wie es wirklich ist, hatte die Zeit, mit dem Herzen wahrzunehmen und so es jetzt selbst zu wissen.“
Wichtig ist in jedem Fall bei solchen Beziehungen, keine dauerhafte Abhängigkeit entstehen zu lassen und immer wieder die direkte Verbindung zwischen Gott und dem Menschen zu fördern und in den Vordergrund zu stellen, auf Jesus selbst zu verweisen. Ein Heiler oder geistiger Lehrer sollte wie ein Medikament nur eine vorübergehende Erscheinung im Leben eines Anderen sein und wie in der Erziehung von Kindern die Selbständigkeit – hier in der Gottesbeziehung – fördern. Irgendwann muss er aus dem Weg treten und den Anderen in Demut der direkten Kommunikation mit Gott überlassen. Das ist das Ziel der Heilung: Ein stabiles Leben in Gott.
Nach der Heilung durch Gott gilt es, im Guten zu bleiben, alte Gewohnheiten, ob nun im Denken oder Handeln aufzugeben, kontinuierliche Rechtschaffenheit. Das ist wie bei einer Sucht. Auch Jesus kannte dies:
Matthäus 12 (Einheitsübersetzung):
43 Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht einen Ort, wo er bleiben kann. Wenn er aber keinen findet, 44 dann sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe. Und wenn er es bei seiner Rückkehr leer antrifft, sauber und geschmückt, 45 dann geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen dort ein und lassen sich nieder. So wird es mit diesem Menschen am Ende schlimmer werden als vorher.
Was kann dabei helfen? Zum einen ist es das tägliche Widerstehen, ein kleines, schaffbares Ziel sich vorzunehmen, nämlich: Die nächsten 24 Stunden neu zu handeln!
Lukas 9 (Gute Nachricht Bibel) 23 Dann wandte sich Jesus an alle und sagte: »Wer mir folgen will, muss sich und seine Wünsche aufgeben, muss Tag für Tag sein Kreuz auf sich nehmen und auf meinem Weg hinter mir hergehen.
Das ist ebenfalls so im 12-Schritte Programm der Anonymen Alkoholiker und in den Reiki-Lebensregeln mit „Nur heute sorge dich nicht, nur heute ärgere dich nicht, nur heute sei dankbar.“ Darüber hinaus können im Moment vor dem drohenden Rückfall z.B. folgende Methoden helfen:
- Das Beste: „Lass mich teilhaben an Deinem Heiligen Geist und Deinem Heiligen Herzen in Jesus Christus!“ „Erfülle mich mit Deinem Geist!“
- Ein inniges Gebet: „Bitte Herr, nimm diesen Drang, diesen Gedanken von mir“ oder „Erlöse uns von dem Bösen“, die Gnade und Erlösung erfahren
- die Hand auf dem Herzen, das Einhalten und tiefe Atmen, um sich wieder zu fühlen und den Willen zu stärken
- ein stärkendes, im Bedarfsfall innerlich gesungenes Lied, z.B. „Lobe den Herrn“, um einer Versuchung entgegenzuwirken
- Schaffung und Erlernen neuer, heilsamer Gewohnheiten
- die bewusste Stärkung von Glaube, Liebe und Hoffnung im eigenen Leben: Immer wieder innehalten und sich fragen: trägt dieser aktuelle Gedanke, diese Handlung jetzt zur Förderung meiner Gesundheit, meines persönlichen Wohlbefindens, zur Stärkung von Glaube, Liebe und Hoffnung bei? Und wenn nicht? Weg damit!
- eine Rückkehr zu und ein Festhalten an positiven Leitsätzen, heilsamen inneren Bilder
- ein klares NEIN, ein Gedankenstopp (den Gedanken aktiv wegschicken: „Jetzt aber raus, und mach die Tür von außen zu!“)
- eine nebenwirkungsfreie Ersatzhandlung (wie z.B. ein Glas Wasser trinken, Abreagieren durch Bewegung, wie der Kaugummi bei der Raucherentwöhnung)
helfen, um die Stimme und das innere Drängen, das „Craving“ zum Verstummen zu bringen.
Und irgendwann kamen diese Worte zu mir: „Herr, bitte befreie mich von der Schlange!“ Das tut er dann auch. Einfach den Satz dreimal aussprechen, dann wurde es mir immer viel leichter und offener in der Gegend des Zwerchfells, ich bekam wieder Luft, und ich konnte mich aus drängenden, unangenehmen Gedanken lösen. Eine gute Sicht kam hinzu.
Das Wichtige an einem solchen Heiler und Therapeuten ist nicht so sehr das Studium (schadet jedoch auf keinen Fall), sondern eigene Heilung und Heilungserfahrung, sichere Verankerung in Gott durch den Heiligen Geist und Vertrauen in seine Gaben, denn der Heilige Geist gibt uns sehr häufig, was wir wissen und sagen sollten, vergleichbar zu Markus 13 (Lutherbibel 1984).
11 Und wenn sie euch hinführen und überantworten werden, so sorgt euch nicht vorher, was ihr reden sollt; sondern was euch in jener Stunde gegeben wird, das redet. Denn ihr seid’s nicht, die da reden, sondern der Heilige Geist.
Oft helfen auch Gleichnisse, ob aus Bibel, eigene positive, ermunternde Erfahrungen oder die anderer.
Zwei weitere Dinge sind unersetzlich: Der Glaube ist die entscheidende Kraft, ob wir es uns zutrauen, zu einem Lahmen zu sagen, „Im Namen Jesu Christi, geh umher!“ wie einst Petrus und uns dann ganz sicher sind, dass er es auch tut. Wenn ein Pfarrer im Sakrament der Eucharistie die Hostien wandelt, dann glauben wir auch jedes Mal daran, und keiner zweifelt, dass die Wandlung geschieht. Das Ergebnis können nur wenige prüfen. Beim Heilen ist das Ergebnis sichtbarer. Man könnte sich ja blamieren…[4]
Die andere Zutat ist die Liebe, die Liebesaustrahlung des Heilers, sein Mitgefühl, sein inniger Heilungswunsch für seinen Nächsten, sein barmherziges Wirken und Gebet, sein Spürenlassen von Liebe. Der Behandelte sollte in seiner Liebe „baden“ können. Wenn die Ausstrahlung von Glaube und Liebe groß genug ist, dann kann sich der Kranke, auf den Glauben und die Liebe des Heilers sich einlassend, ganz einfach „in den Glauben fallen“, dann tritt es ein, das „dein Glaube hat dir geholfen“. Je stärker der Glaube des Heilers, umso mehr vermittelt er durch seine Ausstrahlung und seinen authentischen Habitus statt eines: „Wollen wir mal sehen, ob wir was tun können!“ ein „Mit Gott sind alle Dinge möglich!“.
Die tiefe Versenkung in Gott und das Geschehen während der Behandlungen, der religiösen Vertiefung ist ebenfalls eine wichtige Zutat. Hierfür ist es gut, wenn der Heiler über einen freien Kopf, einen gelösten Alltag und innere Ruhe und Balance verfügt.
Im Anschluss an einen sonntäglichen Gottesdienst schenkte mir eine Frau eine CD mit Liedern aus dem Marienwallfahrtsort Medjugorje. Ich hörte sie erstmals zwei Tage später während einer Behandlung. Eines der Lieder hieß „Veni Sancte Spirito – komm Heiliger Geist“, danach ein Lied, in dem einfach nur der Name Jesus wie ein Mantra wiederholt wurde. In dieses Lied und in seinen Namen geriet ich so tief hinein, dass ich mich selbst intensiv, eben seelisch-innig mit Jesus verbunden fühlte. Es ist viel passiert in dieser Behandlung, der stachelige Schmerz eines Bandscheibenvorfalls verschwand dauerhaft!
Der Heiler braucht darüber hinaus die Durchlässigkeit für Seine Worte und Seine Kraft und die seiner Helfer, die sichere Kenntnis (inkl. steter Anwendung im eigenen Leben) und Verabreichung von Gottes Medikamenten:
- Liebe – zum Annehmen, wie es ist, gegen Gleichgültigkeit, Hass, Süchte
Johannes 15 (Lutherbibel 1984): 9 Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe! 10 Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe.
- Berührung und Wärme – zum Auftauen, gegen Kälte und Einsamkeit
- Vertrauen und Geborgenheit - zum Mut fassen, für Veränderungsbereitschaft, für Hoffnung, gegen Angst, Sorgen und Eifersucht; kein Problem ist größer als Gott
Matthäus 6 (Gute Nachricht Bibel): 34 Quält euch also nicht mit Gedanken an morgen; der morgige Tag wird für sich selber sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last hat.
- Vergebung – zur Entlastung, gegen Schuldgefühle, Verdrängung und sich Verstecken und Verharren,
- Frieden – zum Vereinen von Gegensätzen, gegen Ärger, Wut, Konflikt und Gegensätzlichkeit,
Römer 15 (Lutherbibel 1984): 13 Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.
- Dankbarkeit – zum Annehmen, gegen Mangelgefühle, Leidfokussierung, Einfallslosigkeit und Nicht-Verstehen der Realität
1. Thessalonicher 5 (Gute Nachricht Bibel): 18 Dankt Gott in jeder Lebenslage! Das will Gott von euch als Menschen, die mit Jesus Christus verbunden sind.
- Freude – zur Motivation, gegen Niedergedrücktheit, Antriebslosigkeit und Verzweiflung
Jakobus 1 (Einheitsübersetzung): 2 Seid voll Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet. 3 Ihr wisst, dass die Prüfung eures Glaubens Ausdauer bewirkt. 4 Die Ausdauer aber soll zu einem vollendeten Werk führen; denn so werdet ihr vollendet und untadelig sein, es wird euch nichts mehr fehlen.
- Sinn und Verständnis – zum Finden von Gottes Welt, zur Stärkung von Akzeptanz, gegen die Entfremdung und Entfernung davon
- Verbindung mit der inneren Essenz – zur Entwicklung von Selbstvertrauen, Gottvertrauen durch gemeinsame Heilserlebnisse und Selbstheilung, gegen Wankelmütigkeit, Selbstverleugnung, Selbstablehnung bis hin zum Selbsthass
- Vereinfachung und Entschleunigung – zum Leben im Hier und Jetzt, gegen die Zersplitterung des Lebens und die Ablenkung vom Wesentlichen
Ohne Beteiligung des Kranken geht es allerdings nicht:
- Heilungsbereitschaft – die Bereitschaft, sich in seinem Selbst in Liebe anzunehmen
- Sich selbst gut weiterpflegen durch ein ausgewogenes Maß an Bewegung, Aktivität und Ruhe und eine nährstoffreiche materielle Ernährung
Prediger 10,10 (Einheitsübersetzung): Wenn die Axt stumpf geworden ist und ihr Benutzer hat sie nicht vorher geschliffen, dann braucht er mehr Kraft – Wissen hätte ihm den Vorteil gebracht, dass er sein Werkzeug vorbereitet hätte.
- Sinnfindung im eigenen Sein und in den eigenen Werken
- Veränderungsbereitschaft: Situationen und Beziehungen, die zur Veränderung anstehen, auch wirklich ändern, im echten Leben handeln, Umkehr
- Dem Rückfall aktiv vorbeugen und seine schlechten Gewohnheiten abzulegen
- Sich selbst einbringen in Seine Welt und zwar genau so, wie man ist.
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[1] Im antiken Griechenland hielt man das Zwerchfell für den Sitz der Seele… Als ob die Seele ein Filter wäre, durch die alles Aufgenommene passieren muss.
[2] Beim Handauflegen am Kopf, am Herzen und am Magen passiert es regelmäßig, dass sich der Darm entspannt und gehäuft Darmgeräusche wie Glucksen auftreten. Dies wird in der Bioenergetik auch als Psychoperistaltik genannt, wo sich bei geistigen und seelischen Verdauungsprozessen eben diese Darmgeräusche einstellen, die nicht durch materielle Verdauung verursacht sind, sondern durch die Entspannung des Darms.
[3] Einfach immer, leicht nicht unbedingt.
[4] Eine geschickte und praktische Gedankenbrücke gibt es in einem Zweig alternativer Medizin, den meine Mutter anwendet. Ab dem Zeitpunkt der Heilung sind alle Wahrnehmungen am Krankheitsherd so genannte „Regelungen“, Wirkungen der Gesundung. Der Geheilte sagt sich, wenn er was fühlt: „Aha, da tut sich was für meine Gesundung!“ anstatt Zweifel oder Unglaube an der Heilung: „Bin ich jetzt doch noch krank oder was ist das jetzt?“ Kränkende Gedanken werden dadurch sehr schön ausgebremst, der Glaube an die Heilung gestärkt, sowohl beim Heiler wie beim Geheilten, das Glaubensgerüst stürzt nicht so schnell wieder ein, der Zweifel findet für seinen giftigen Widerhaken keine Anhaftung.
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Regelkreis Liebe und Gleichgültigkeit/Pflicht
12. Februar 2010 in Die Gabe des Caminos | Tags: Überverantwortung, das höchste Gebot, Diabetes, Gleichgültigkeit, Herzkrankheiten, Ich muss, Immunsystem, Liebe, Pflicht, Stress, Sucht, Unterverantwortung | Hinterlasse einen Kommentar
Gleichgültigkeit beginnt immer dann, wenn wir etwas nicht lieben können, wenn das Maß der Emotionen gegen Null geht. Auf dem Wege bedeutet es nichts Schlechtes, wenn wir zunächst erstmal etwas nicht lieben können, sondern es gibt uns wichtige Hinweise, ebenso das, was wir lieben. Was wir lieben, gehört zu uns, was uns gleichgültig ist, nicht. D.h. ein Mensch, der uns gleichgültig ist, mit dem wir nicht in Resonanz sind, hat mit uns erstmal wenig zu tun. Es gibt Menschen, die uns mehr uns selbst spüren lassen können als dieser. Daher sollten wir den Menschen und Tätigkeiten, die mit uns in großer emotionaler Resonanz stehen, nicht den Weg versperren durch Menschen und Tätigkeiten, die uns nicht berühren und nicht unsere Liebe fühlen lassen. Durch Liebe und Anziehung entdecken wir, was zu tun uns gut tut, wo wir am besten unsere Teilhabe und -gabe am Leben ausleben können.
Je mehr wir lieben können, je mehr Gott durch uns liebt, umso mehr sind wir in der Lage, die Welt mit Liebe zu füllen, um so mehr geraten wir auch in Resonanz zu immer mehr Wesen dieser Welt. Wer also hauptsächlich seine Pflichten erfüllt, ohne dabei Freude und Liebe zu empfinden und sein Werk mit Liebe anzureichern, der verpestet die Welt mit Lieblosem, was niemand braucht., frei von Resonanz, ohne „vibrations“. Wenn jemand einen Tag oder ein Werk mit „Ich muss“ beginnt, sollte am besten noch einmal beginnen, und zwar dann, wenn er weiß, was er daran lieben kann, warum es gut ist. Selbst eine Steuerklärung kann man mit Liebe ausfüllen. Wer einen Beruf hat, den er nicht liebt und den er aus Pflicht oder Angst ausübt, sollte seinen Beruf lieben lernen oder ihn wechseln.
Jesus Sirach 37
Doch achte auch auf den Rat deines Herzens. Wer ist dir treuer als dieses? 14 Das Herzen des Menschen gibt ihm bessere Auskunft als sieben Wächter auf der Warte. 15 Bei alledem bete zu Gott! Er wird in Treue deine Schritte lenken. 16 Der Anfang eines jeden Werkes ist das Wort, der Anfang jeder Tat die Überlegung. 17 Die Wurzel der Pläne ist das Herz.
Grund zum Handeln gibt es also, wenn wir gleichgültig gegenüber uns selbst, unseren Kindern, unserem Partner, unsere Familie und unserer Teilhabe handeln, wenn wir uns selbst, unsere Kinder, unseren Partner vernachlässigen und ihnen nicht die Sorge zukommen lassen, die sie benötigen. Ein wichtiger Schlüssel, jedoch nicht der einzige, ist dabei die Eigenliebe, was bitte nicht mit Egoismus oder Egozentrik verwechselt werden sollte, einer Erhöhung des Selbstes gegenüber anderen.
Wir haben unser Leben, unser Selbst als wichtigstes, wunderbares Geschenk von Gott erhalten, daher sollten wir uns darum kümmern, dieses Geschenk und damit uns selbst lieben und in Demut seine Gabe zu schätzen. Gleichzeitig sind wir Sein Werkzeug, um Gottes Reich zu schaffen, zu betreiben. Daher sollten wir dieses Werkzeug mit aller Sorgfalt pflegen, nähren und instand halten, eben wie ein guter Handwerker sein Werkzeug pflegt. Auch jeden anderen werden wir immer nur in dem Maße lieben können wie uns selbst. Wir mögen vielleicht zu einer Zeit eine andere Person erhöhen, doch dies ist nicht von Dauer und kehrt sich irgendwann ins Gegenteil um.
Fragen wir also zusätzlich nach: wo gibt es Überhöhungen, wo stellen wir uns oder einen Menschen und seine Bedürfnisse über die Interessen und den Wert eines anderen oder unseres eigenen oder der Gemeinschaft? Wo erniedrigen wir einen anderen Menschen oder uns, und wem oder was fließt das Maß des Höhenunterschiedes zugute und warum?
Unsere Kinder sind uns ebenso als Geschenk für eine Zeit anvertraut. Und auch sie stehen in Gottes Gnade, er kümmert sich auch um sie. Das wichtigste Liebeswerk daher ist es, sie in die Lage zu versetzen, sich zu lieben und sich um sich selbst zu kümmern zu lernen und in gleicher Weise andere zu lieben und sich um sie zu kümmern, damit auch sie sich als Werkzeug Gottes erkennen und erfahren können und durch ihn und mit ihm in dieser Welt wirken, bewusst Gottes Liebe, Sorge und Zuwendung zu erkennen und zu erfahren.
Zuviel Sorge ist dabei genau so schädlich wie zu wenig Sorge, wenn nicht schädlicher. Wenn ein Kind nicht lernt, hinzufallen und wieder aufzustehen, auch mal ein „finsteres Tal“ mit Ihm an seiner Seite zu durchqueren und trotzdem weiter zu gehen, Glaubensprüfungen zu erleben, dann ist es als Erwachsener nicht ausreichend stark, geübt und angemessen in der Lage, sich selbst zu regulieren, für sein Wohl und das anderer zu sorgen und für sich selbst Verantwortung zu übernehmen, d.h. sein Kreuz zu tragen und auch mit geschultertem Kreuz, unter schwierigeren Vorzeichen wieder aufzustehen.
Und zum erstwichtigsten Gebot: Welchen Stellenwert in diesem Leben hat Gott? Oder: Welchen Gott hat sich dieser Mensch erwählt? Worin setzt er sein Vertrauen? Lassen wir uns den Idealzustand einer Person erkennen und wir erkennen das Gottesbild.
Kurz gesagt: Es gilt zu hinterfragen, wer oder was geliebt, geehrt und gewertschätzt wird und wer oder was nicht geliebt wird, was mit Liebe getan wird und was ohne Liebe getan wird? Was wird vernachlässigt und erniedrigt und was wird überhöht? Und: wer oder was ist unser höchster Gott?
Typische Verhaltensweisen im Gleichgültigkeitspol: „Ich-muss“, Pflichtmensch, Stress, Anpassung, Intoleranz, Langweile, Routine, sich opfern, Entscheidungsschwierigkeiten, Empfindungslosigkeit
Typische Erkrankungen zum Regelkreise Liebe und Gleichgültigkeit: Über- und Untergewicht, Herzkrankheiten, Kreislauferkrankungen, Immunsystemkrankheiten, Diabetes (Abgrenzung), Über- und Unterverantwortungsfolgen, Rheuma, Arthrose und Arthritis, Süchte, Diabetes (Süße des Lebens)
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