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In einer Dreifaltigkeitskirche bin ich getauft. Als wir in Fátima waren, wurde gerade anlässlich des 90. Jahrestages der Erscheinung  die „Igreja da Santissima Trindade“ eingeweiht, die Kirche der aller­heiligsten Dreifaltigkeit, eine kreisrunde Kirche.

Über die Dreifaltigkeit Gottes gelang es, den Heiligen Geist mir zu erschließen. Ich will das folgende eine Privatoffenbarung durch Jesus, eine private Lehrstunde nennen, wie er mir in der Zeit nach dem Camino geholfen hat, den dreifaltigen Gott zu verstehen:

Mit der Trinität / Dreifaltigkeit / Dreiheit wird dargestellt, dass Gott und Gottes Reich komplett aus der Dreiheit besteht. Diese Dreiheit gehört zusammen und kann nicht voneinander getrennt werden (außer in einer hier beschriebenen Form). Es heißt, dass der dreifaltige Gott aus drei Wesenheiten besteht, die gemeinsam eine Einheit bilden. Unteilbar heißt auf Griechisch atomos. Und tatsächlich ist auch das Atom ein Modell bzw. die Manifestation der Trinität. Es besteht aus:

  • einem neutralen Element, dem Neutron, der Punkt, in dem sich beide Pole ausgeglichen an einem Ort befinden, ist in der Trinität Gott-Vater. Er enthält beides in sich, beide Pole, beide Qualitäten, alles in einem Punkt, alle Zeiten zu einer Zeit. Er ist die vollendete Einheit. Friede.

Die beiden anderen Teile sind der Eintritt in die Polarität, der unterschiedlichen Ladung, und zwar:

  • dem Proton, Gott-Sohn=Jesus, der das Herz Gottes darstellt und den Atomkern mitbildet, zur Rechten des Vaters, El Sagrado Corazón de Jesus, das heilige Herz Jesu, die materielle Manifestation Gottes, seines Willens, Materie, das statische und feste, die materielle und spirituelle Anziehung, Gravitation und
  • dem Elektron, der Heilige Geist, Sein Bewusstsein, Seine Schöpfungskraft, die Lebendigkeit, die Bewegungskraft Gottes, was sich auf Bahnen um den Kern bewegt. Wir wissen, es ist da, doch zu keiner Zeit können wir seinen genauen Aufenthaltsort bestimmen. Gleichzeitig ist es das Element, das Raum schafft, denn durch die Atomhülle, die es durch seine Bewegung schafft, gibt es uns die Illusion von Raum, von Ausdehnung des Atoms, obwohl es sich immer nur an einer winzigen Stelle des ganzen Raumes, der ganzen Atomhülle befindet. Und mit dem Raum entsteht auch die Zeit, denn nur durch die Bewegung im Raum entsteht Zeit.

So offenbart sich Gott in allem, was ist, so, wie es in der Bibel benannt ist.

1. Kor. 15 (Lutherbibel 1984) 28 Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.

Epheser 1 (Lutherbibel 1984) 22 Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles, 23 welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt.

Kolosser 1 (Lutherbibel 1984) 16 Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. 17 Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm.

Alle drei Wesenheiten sind gemeinsam Gott und das Leben, Gott-Vater, Gott-Sohn und der Heilige Geist. So erklärt sich, dass Gott-Vater nicht Gott-Sohn ist und nicht der Heilige Geist und so weiter. Damit Gott sich selbst erfährt, um von uns Menschen erfahren werden zu können, mussten alle Dinge von dem einen Punkt Ewigkeit in den Raum und in die Zeit aufge­fächert werden, in die Polarität eintreten, damit sie hinter­einander und nicht alle gleichzeitig erfahren werden. Nur so ist Erfahrung wirklich erfassbar, sogar tief greifend und verständlich. Das kennen wir sogar auf einfachster Ebene aus dem Alltag: wenn alles auf ein Mal kommt oder wenn alle durcheinander reden, kriegt man gar nichts mit.

Gemeinsam bilden sie ein ewiges Kontinuum: Einheit  – Manifestation – Bewusstsein, das ständig durchlaufen wird. Es dient der Erfahrbarkeit Gottes, sich selbst für sich selbst, der Mensch für sich und für Gott. Denn solange keine Tätigkeit, keine Ursache und Folge entsteht, kann Gott sich selbst und seine Macht und seine Liebe nicht erfahren, entfalten, nicht erfahrbar machen. Wir ihn und uns auch nicht.

Somit ist auch der Zusammenhang da und klar: Der Mensch und alles, aus dem diese Welt unter den Bedingungen von Raum und Zeit besteht, besteht vollständig aus der Trinität, nämlich aus Atomen. So sind wir Gott und Gott ist alles, was ist. Und alles, was geschaffen ist, ist Gott und Gott ist alles, was geschaffen ist. Er schafft sich als Trinität in allem, was wächst und entsteht und vergeht immer wieder neu. Die Ewigkeit, die Einheit, das ist ein Zustand ähnlich dem schwarzen Loch, an dem die Anziehung, die Gravitation so unendlich ist, dass alles wieder in Gott-Vater, das All-Eine übergeht. Wo auch der Heilige Geist in diesem Punkt ist und somit der Raum für einen Bruch in der Zeit verschwindet. Das sichtbare, wie wir meinen fassbare Universum ist eine Art Ausstülpung, Ausdehnung der All-Einheit in Raum und Zeit. Wir sind Sinnes- und Wahrnehmungsorgane, die Erfahrungen machen, diese Erfahrung wahrnehmen und uns des Wahrgenommenen bewusst werden, so zum gesamten Bewusstsein beitragen.

Das einzige Atom, in dem nicht die Trinität abgebildet ist, ist das Wasserstoffatom vom Typ Proton, das nur aus Proton und Elektron besteht. Der Wasserstoff und das Wasser sind die Promotoren des Lebens, durch sie entsteht der Wandel und die Bewegung. Erst wenn ein Samenkorn vom Wasser und von Geist benetzt wird, entsteht wieder Leben. Der Kreislauf kommt erneut in Bewegung. Gott ist der Schöpfer und er gibt sein Herz und seinen Geist zusammen in die Welt, damit er sie erfahren kann.

Johannes 3 (Lutherbibel 19849: 5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.

Gott-Vater trennt sich von Gott-Sohn, um Leben zu ermöglichen.

Johannes 3 (Lutherbibel 1984)

16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Mir fallen auch dabei zwei große Besonderheiten des Wassers auf. Wasserstoff, Wasser in Verbindung mit Geist sind das Perpetuum Mobile des Lebens. Durch die Anomalie des Wassers, die höchste Dichte bei +4 Grad zu haben, vereisen/erstarren unsere Ozeane nicht dauerhaft und erhalten die Lebendigkeit des Lebens unseres Planeten. Und allein das Wasser fällt vom Himmel herab, kommt auf die Erde, um uns zu reinigen und zu nähren und steigt dann wieder zum Himmel auf, um sich am Himmel für den erneuten Regen zu sammeln. Auch Jesus stieg vom Himmel herab, nährte und reinigte uns und fuhr anschließend wieder in den Himmel auf. Und bei seiner Taufe mit Wasser fiel der Heilige Geist vom Himmel herab auf ihn. Der Heilige Geist ist das Bewusstsein Gottes, in das wir uns „einklinken“  können. Hesekiel 36  (Einheitsübersetzung):

25 Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein. Ich reinige euch von aller Unreinheit und von allen euren Götzen. 26 Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. 27 Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun.

Die Schöpfung, wie ich sie verstanden habe: Das war vor dem Urknall: Gott war alles in einem, alle Eigenschaften, alle Materie ohne Ausdehnung in einem Punkt vereint Bildlich gesehen: der Punkt ohne Ausdehnung, an dem alles ist. Und dann traf Er die Entscheidung, das Leben zu schaffen. Und dies begann mit dem Urknall.

Und das war der Urknall: Um Leben zu schaffen (d.h. die Welt lieben) Gott zog sich (das Neutron) von seinem Sohn (dem Proton) im Wasserstoffatom zurück und zerschmetterte die Einheit und sich in kleinste Teile und bildete dadurch den Geist und sämtliche Elektronen, die vom Proton angezogen einen Raum projizieren und durch Bewegung für unsere Wahrnehmung bilden. In der Mitte des Universums der zeitlose und raumlose Gott, der Ursprung, der sich in Raum und Zeit projiziert, ausdehnt, entfaltet. Bildlich gesehen: aus dem Punkt werden die beiden Pole „herausgeschossen“, das Dreieck bildet sich, ein vielfach gezeigtes Bild der Trinität.

Trinitätssymbol wie ich es - sehr schnell golden oszillierend - gesehen habe

Die Trinität ist die Schaffung der aus der Einheit hervorgehenden Manifestation in der Polarität. Gott bewirkt durch den Sohn und den Heiligen Geist die Polarität und schafft dadurch Raum und Zeit. Jesus hat sich in Materie manifestiert. Der Heilige Geist ist das Bewusstsein Gottes wie auch das Licht. Er stellt Raum und Zeit her, weil zwischen den Polen Ausdehnung durch verschiedene Qualitäten entsteht. Die Liebe – im Sagrado Corazón de Jesus manifestiert, offenbart und erlebbar – ist in der Gemeinschaft mit dem Vater die wahre Schwerkraft des Universums und im unteilbaren Raum Teil des Atomkernes, um sie herum kreist das Elektron, dass durch die Anziehungskraft der Liebe in seinen Bahnen gehalten wird.  Alles existiert gleichzeitig: Dass es alles existiert und gleichzeitig nicht existiert. Alles wechselt permanent vom Zustand Alles-in-Einem (Gott-Vater) zu Manifestation/Materie/Raum und Zeit (Gott-Sohn, der Menschgewordene/ Materialisierte) zu Geist im Sinne von Bewusstsein, erlebte Wahrheit, Weisheit, Verstehen „was ist“, Sinn und daraus resultierendem Glauben (Heiliger Geist). Es stellt sich im Trinitätssymbol im Uhrzeigersinn dar, ein Kreis/Zustand Vater, ein Kreis Sohn, ein Kreis heiliger Geist und so weiter, nur in einer Geschwindig­keit, die wir natürlich nicht wahrnehmen können bzw. wir können den Zustand Materie und Bewusstsein (Energie/Licht) voneinander maximal unterscheiden.

Die Reihenfolge ist wichtig. Gott schafft, manifestiert und durch das Erleben der so unendlich liebevollen, wundervollen Manifestation ergibt sich das Bewusstsein Gottes, dass alles gut ist, ergeben sich die Charismen, weil die erlebte Liebe und die erlebten Wunder uns den Glauben schenken, dass alles möglich ist. In diesem Zustand klinken wir uns in den heiligen Geist als Gottes Bewusstsein ein und können daher prophezeien, deuten, Erkenntnisse erklären, heilen. Anders herum, gegen den Uhrzeigersinn[1], geht es eben schief: Wenn wir aus unserem eigenen Bewusstsein heraus versuchen zu manifestieren (The Secret etc.), dann ist unser begrenztes Bewusstsein auch der Schöpfer, und damit – genau ! – wird etwas „Begrenztes“ geschöpft. Etwas wird aus unserer Perspektive geschöpft, nicht aus der Einheit der gesamten Menschheit. Den Überblick haben wir einfach nicht.

Den Zustand All-Einheit können wir zumindest physikalisch (momentan?) nicht feststellen. Er ist ohne Zeit, es ist nicht messbar ist, es ist einfach.. Wenn wir daher spirituell eine geistige Verbindung, Raum und Zeit überschreitend, aufnehmen, geht dies alles durch den Mittelpunkt des Alles-in-Einem, wo alles ja auf einem Fleck vorhanden ist, sowohl zeitlich wie örtlich. Eine Einheitserfahrung ist daher die Wahrnehmung des Momentes, wo wir uns im Zustand Alles-in-Einem befinden.

Alle Materie an einem Ort ohne Ausdehnung, Höhepunkt der Schwer­kraft. Doch dieser Ort ist das „Wurmloch“ zu anderen Orten und Zeiten, weil hier alles zusammen ist. Auch wir selbst bestehen daraus: unsere Seele ist unser Seinszustand in der Einheit, unser Wissen, welcher Platz unserer ist im großen Plan Gottes, der Wille Gottes, der sich dann in uns, in unserer Geschaffenheit manifestiert. Unser Geistkörper ist unser gesamtes Bewusstsein, es bietet Raum für unsere Teilhabe am Geist Gottes. Je stärker unser Bewusstsein auf Gottesbewusstsein basiert, umso reiner ist unser Geistkörper. Wer sich mal in das Bewusstsein Gottes einklinken konnte, der hat erfahren, dass dort Ruhe, Friede und Unendlichkeit herrscht. Aus der Bewusstewerdung heraus gehen wir in den nächsten Schritt, Herzschlag, Atemzug, die nächste Phase der Erfahrung  der Schöpfung, von Einheit und Manifestation über, aus der sich wieder Bewusstsein bildet.  Die mani­festen Wunder in unserem Leben schaffen unser Gottesbewusstsein, so lange wir sie dafür halten.

Und im Großen findet auch das statt, auch hier entzieht es sich unserer Wahrnehmung, dass das Universum pulsiert zwischen All-Einheit, Manifestation, Gottesbewusstsein. Zur Zeit nehmen wir eine Ausdehnung des Universums wahr, aber wir können das Zusammen­­­ziehen momentan nicht wahrnehmen und dass alles an einem Punkt sein wird zu einem Zeitpunkt, einfach, weil unsere eigene Größe, unsere eigene Lebenszeit, unser eigenes Raumverständnis dafür zu begrenzt sind. Aber wir können es glauben.

Die Zeit stellt sich in dem Kontinuum auch in den Qualitäten Glaube, Liebe und Hoffnung dar: Der Glaube in Gott und seine Güte ist die ewige Gottesverbindung, die die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft umschließt mittels Liebe und Hoffnung. Die Liebe, das ist für gut halten, was war = geschaffen wurde und was ist, eben Güte­ver­mu­tung und Güteempfinden für Vergangenheit und Gegenwart. Und die Hoffnung ist die feste Gütevermutung in das, was in Zukunft kommen wird.

Hier ist die poetische Form der Schöpfungsgeschichte davon aus dem 1. Buch Mose 1 (dieser und die folgenden Verse alles aus Lutherbibel 1984):

1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.

In heutiger Sprache übersetzt: Gott entscheidet sich, die Erde, das fassbare Universum zu schaffen, womit hier auch Materie gemeint ist.

2 Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.

Also zog Gott sich aus dem Wasser zurückzog (das Neutron) und in den heiligen Geist zerschmetterte (die Elektronen). Die Trennung von Wasser und Geist ist, was genau Leben ermöglicht. Hier ist der Zustand, wo Materie entstanden ist, alle Materie ist zunächst flüssig.

3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.

Das ist das explosive, lichtemitierende Element des Urknalls. Und der heilige Geist erhielt zusätzlich die Eigenschaft des Lichtes, die andere Form der Existenz, Licht und Welle zu sein.

4 Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis 5 und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.

Da es nun Raum gab, schuf in diesem Moment Gott die Zeit; hier wird die erste Zeiteinheit eingeführt.

6 Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da scheide zwischen den Wassern. 7 Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah so.

Und da zum Anfang alles flüssig war, bildete sich die feste Materie (da machte Gott die Feste), flüssige Materie (Wasser unter der Feste) und das Gas / Wolken (Wasser über der Feste), d.h. alle drei Aggregatszustände entstehen (Etwas Besonderes an Wasser ist, dass es in allen drei Aggregatszuständen natürlich auf der Erde anzutreffen ist: gasförmig, flüssig und fest.)

8 Und Gott nannte die Feste Himmel.

Und die Feste (Materie) über dem Wasser, d.h. das Gasförmige, das nannte er Himmel.

Ein jeder mag die Schöpfungsgeschichte in diesem Sinne vielleicht mal lesen und wird ihre bildhafte Wahrheit erkennen in den Zeitaltern unseres Universums. Sicherlich kann ein Physiker das besser erklären als ich und ich denke, sie tun es. Denn dies ist ein Glaubens- und Heilbuch und keine Physikstunde.

Lebendiges bedarf des Wassers und des Geistes. Ein toter Mensch unterscheidet sich von einem Lebendigen durch die Abwesenheit von Geist. Auf rein physischer Ebene sind sie im Moment vor dem Tod und in dem Moment nach dem Tod gleich.

Jakobus 2 (Lutherbibel)

26 Denn wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot.

In diesem Verständnis zeigt sich: alles Materielle ist von Gott geschaffen, und zwar, indem sich Gott mit Hilfe des Geistes schafft. Indem sich die Trinität immer wieder neu manifestiert, schafft sie Gottes Welt und Gott ist gleichzeitig alles, Festes, Flüssiges, Gasförmiges, Sichtbares und Unsichtbares. Die göttliche Trinität zeigt sich und ihre Natur auch im Atom.

Der Körper ist aus der Trinität gebildet und somit göttlich. Durch den Samen der Trinität wird das Bewusstsein, der Heilige Geist wieder angefacht, dass wir Gott sind, dass Liebe immer da ist und in ausreichender Menge, die Seele erfährt die Hoffnung, dass sie wieder in Gottes Welt aus Liebe und nicht in einer erdachten Welt leben kann. Durch die Wie­der­belebung und Aktivierung der Trinität wird diese Erinnerung geweckt, die Hoff­nung geweckt, dass doch alles so gut sein kann, wie Jesus es verkündet. Gott ist alles  und alles ist Gott.

Nächster Artikel: Einheit und Trennung, Liebe und Leid


[1] Ich habe das Logo der Trilateralen Kommission gesehen, einer Vereinigung Reicher und Mächtiger. Es  ist ähnlich, läuft aber gegen den Uhrzeigersinn, wie die eingebauten Pfeile anzeigen. Hier versuchen Menschen zu manifestieren.

Wir sind ca. 1500 km von Lourdes nach Fátima in zwei Monaten gelaufen. Dieselbe Strecke hätte man auch in einem Flugzeug innerhalb von 1,5 Stunden zurücklegen können, in Lichtgeschwindigkeit sind das sogar nur eine 1/200 Sekunde. Hätten wir da all die Erfahrungen durchleben und verstehen können, von denen wir in diesem Buch berichten? Wohl kaum! So war es Gotteserfahrung, Gottes Liebe und Fürsorge Tag für Tag erleben.

Die Einheit, Gott, ist für uns Menschen schwer erfahrbar, weil sie alles in allem umfasst, zu einer Zeit, an einem Ort, der überall ist. Erfahrungen können in Raum und Zeit durchlebt, gesammelt werden, und zwar dann, wenn die Einheit in eine Zeitabfolge aufgespaltet wird, in einen Prozess und damit einzelne Prozessschritte getrennt wird. In Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung ist dies gängige Praxis, um zu einheitlichem Handeln zu kommen. Die Arbeitsprozesse werden in Schritten dokumentiert, in Flow-Charts visualisiert, in Software programmiert, im Arbeitsalltag institutionalisiert. Erfahrungsprozesse sind ähnlich strukturiert, vom Schöpfer!

Als Lebensprozess mit auf einander folgenden Einzelerfahrungen können wir das Lebendige und die Liebe verstehen und erleben, können wir mitbekommen, was und wie die Gaben Gottes sind, können zu unserem Ziel: Gott kommen. Nochmals das Beispiel aus der Musik. Wenn ich alle Töne einer Melodie und gleichzeitig alle Pausen in einem Moment abspiele, kann ich die Melodie nicht erkennen. Wenn viele Menschen gleich­zeitig reden, dann kann ich nichts verstehen. Wir sind mit der Einheit meist schlicht über­fordert, weil sie so umfassend ist. Wir können manchmal in einer mystischen Erfah­rung eine Impression der Einheit erhaschen, das ja! Beispiele:

  • Das Gefühl, mit allem verbunden zu sein, vom Fuß in den Teppich zur Wand und weiter fort bis in das Unendliche, es wird alles als ein Körper wahrgenommen, wir selbst dem zugehörig.
  • Das Gefühl der Glückseligkeit einer Gotteserfahrung, wenn unser ganzer Körper, unser Geist und unsere Seele in Liebe brennen. (Nur irgendwann lässt einer dann die Zahnpastatube offen…)
  • Das Erlebnis der Bekehrung, wenn wir in Jesus Christus in unser Heil „stürzen“, endlich merken, dass wir, so wie wir sind, doch in Ordnung, so geschaffen und gewollt sind, auch fehlerhaft geliebt zu sein, Vergebung erfahren. Das tiefe Aufatmen in den Momenten der Gnade durch den dreieinigen Gott und die damit einhergehende unendliche Dankbarkeit.
  • Das atemberaubende Gefühl auf dem Gipfel eines Berges stehend, wenn wir bis zu einem klaren Horizont in die Weite sehen können, die Größe der Welt und Gottes und die „Nichtigkeit“ und „Unwichtigkeit“ unserer alltäglichen Sorgen und Nöte erkennen.
  • Der nächtliche Sternenhimmel, wenn wir begreifen, dass dies alles von Gott geschaffen ist, wenn wir seine Größe begreifen.

Blick vom Cebreiro nach Galizien hinein, das wir ganz durchqueren würden. Im Vordergrund das Dorf Cebreiro

Wenn wir einen Berg erstiegen hatten und über die Gipfel schauen konnten, dann konnten wir die ganze Landschaft erkennen, die wir zu durchqueren hatten, sahen vielleicht eine Stadt in der Ferne, die wir erst am nächsten Tag erreichen würden, der Weg war über eine weite Strecke erahnbar. Sobald wir wieder im Tal angekommen waren, war dieser Überblick nicht mehr da und wir brauchten unsere gelben Pfeile in kontinuierlicher Reihenfolge, um dem Camino folgen zu können, dann war jeder Pfeil, das Detail eben auch nicht unwichtig.

http://www.youtube.com/watch?v=l89FuAiFOGI

Natürlich existiert in Gott die Dualität als eine der unendlichen Möglichkeiten, die in ihm sind. Das ist ja gerade der Effekt der Trennung, die wir als Menschen erfahren. Gott hat die Trennung neben der Einheit ja nicht ohne Absicht herbeigeführt. Was in der Einheit eine Qualität ist, wird in der Dualität als verschiedene Ausprägungen dieser Qualität – oft zwischen zwei Polen – dargeboten. Was in Gott vereint ist, das lässt sich auch trennen. Dafür werden ja gerade Raum und Zeit geschaffen, damit man, was es zu erfahren gibt, konsekutiv, hintereinander und eben nicht gleichzeitig erfahren kann, unterscheidbar, eben auch in verschiedenen Polaritäten erfahren, Unterschiede schmecken kann. Damit Erfahrungen ausgekostet werden können, nicht alle Töne eines Liedes in einem Moment ertönen.

Wir haben immer die Chance, die Trennung wieder aufzuheben und in die Einheit zurückzukehren. Doch die Trennung ist der Motor des Lebens, der Grund für die Chance auf Erfahrungen, der Grund für die irdische Inkarnation, damit man sich immer wieder neu entscheiden kann. In Gott existiert natürlich alles gleichzeitig, daher kann beispielsweise auch Geist Raum und Zeit überschreiten. Jeder Ewige – wie die Engel und Maria – kann an jeden Ort und jeden Zeitpunkt der dualen Welt wie durch eine Tür kommen, zu vielen Menschen und an vielen Orten gleichzeitig.

Die höchsten Gaben Gottes, Glaube, Liebe und Hoffnung, das ist es, was an uns ist, hier in diesem Erdenleben zu erfahren, dabei ist die Liebe das höchste der drei. Das höchste Gebot: Lieben! Doch wie können wir Liebe erfahren? Was verschafft uns diese Wahr­nehmung? Wann fühlen wir uns geliebt, wann fühlen wir uns liebend? In einem tiefen Moment, z.B. in einem Orgasmus mit dem Geliebten, in einem dauerhaften Gefühl, einer Verbundenheit, die ein ganzes Leben dauert, wenn man miteinander durch dick und dünn geht? Und woher wissen wir, dass der andere mit uns und wir mit ihm durch dick und dünn beieinander bleiben?

Nur in der langfristigen gemeinsamen Erfahrung von Liebe, Freud und Leid. Die inten­siv­sten Erfahrungen von Liebe machen wir doch, wenn wir vorher vor Sehnsucht fast eingegangen sind und dann die Liebe in unser Leben tritt. So ist es auch mit Gott! Wenn er uns aus unserer tiefsten Not holt, wenn wir endlich die Klappe aufmachen und ihn anrufen, um Hilfe bitten, wenn wir endlich aufgeben, ihm unsere Tür öffnen, weil wir es einfach nicht allein schaffen! Wie viele Menschen lernt man doch kennen, die sich uns in unseren Phasen des Lichts, des Erfolges, der Bedeutung nähern, freundschaftlich tun und verschwinden, wenn uns dieses Licht, dieser Erfolg, diese Bedeutung verlassen. Wer auch in unseren schwachen und dunklen Stunden, unseren Niederlagen bleibt, der ist ein wahrer Freund. Das ist Liebe. Das verspricht uns Jesus explizit in „Endmatthäi“:

Matthäus 28 (Lutherbibel 1984)

20 Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Wie können wir erfahren, dass er bei uns ist alle Tage? Indem wir ihn brauchen! Indem wir uns von ihm abhängig machen, keine eigenen Sicherheitsnetze aufbauen. Indem wir ihn jeden Tag suchen, anrufen, um Hilfe bitten und auch seine Impulse für unsere für Hilfestellung wahrnehmen und wahr machen. Indem wir Ihn jeden Tag brauchen! Wenn wir nichts ohne Ihn tun! Wenn es ohne Ihn nicht geht! Indem wir die Einheit mit Ihm wünschen, suchen und brauchen. Wir nehmen Ihn wahr in Höhen und in Tiefen, in Liebe, Dankbarkeit und in Angst. Und vor allem in den Tiefen, weil wir auf ihn beson­ders angewiesen sind. Jede dieser Tiefen ist Teil des Prozesses „Die Liebe Gottes er­fahren!“ Wenn wir diese zunächst als Paradoxon erscheinende Realität wahrnehmen, dann können wir am tiefsten Punkt die unendliche Größe Seiner Liebe erfahren. Wenn wir uns in diesem Moment zu einem DANKE, ICH LIEBE DICH AUCH durchringen und dann unser Leid mit ihm teilen, an ihn abgeben können, dann haben wir das Geschenk der Erfahrbarkeit der Liebe, der Gnade verstanden und können es schnell erfahren und annehmen. Dann sind wir in echtem Glauben verwurzelt, das ist Wandeln auf den Wassern des Lebens. Wir sind in Gottes Reich zu Hause und die Erbsünde los.

Psalm 30: Dank für Rettung aus Todesnot (Lutherbibel 1984)

1 “Ein Psalm Davids, ein Lied zur” “Einweihung des Tempels.” 2 Ich preise dich, HERR; denn du hast mich aus der Tiefe gezogen …. 3 HERR, mein Gott, als ich schrie zu dir, da machtest du mich gesund. 4 HERR, du hast mich von den Toten heraufgeholt; du hast mich am Leben erhalten … 5 Lobsinget dem HERRN, ihr seine Heiligen, und preiset seinen heiligen Namen! 6 Denn sein Zorn währet einen Augenblick und lebenslang seine Gnade. Den Abend lang währet das Weinen, aber des Morgens ist Freude. 7 Ich aber sprach, als es mir gut ging: Ich werde nimmermehr wanken. 8 Denn, HERR, durch dein Wohlgefallen / hattest du mich auf einen hohen Fels gestellt. Aber als du dein Antlitz verbargest, erschrak ich. 9 Zu dir, HERR, rief ich, und zum Herrn flehte ich: 10 Was nützt dir mein Blut, wenn ich zur Grube fahre? Wird dir auch der Staub danken und deine Treue verkündigen? 11 HERR, höre und sei mir gnädig! HERR, sei mein Helfer! 12 Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen, du hast mir den Sack der Trauer ausgezogen und mich mit Freude gegürtet,13 dass ich dir lobsinge und nicht stille werde. HERR, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.

Und wenn wir es noch nicht können, so werden wir im Zeitablauf erkennen, dass die Zeit und damit Gottes Heiliger Geist die Wunden heilt, der Tröster ist, der Schmerz nachlässt, wir irgendwann wieder lächeln können. Tom Hanks als Sam beschreibt diesen Vorgang sehr berührend in dem Film „Schlaflos in Seattle“, wie er über die Trauer über den Tod seiner Frau hinwegkommt. Er beschreibt, dass er jeden Morgen aufsteht und ein- und ausatmet und irgendwann sich nicht mehr daran erinnern muss, jeden Morgen aufzustehen und ein- und auszuatmen und ständig daran zu denken, dass er es mal eine Zeit lang großartig und perfekt hatte. Zeit tröstet.

Psalm 126 (Lutherbibel 1984): 5 Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. 6 Sie gehen hin und weinen und streuen ihren Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.

Wer sich in seinem Leben allein versucht, wer denkt, alles selbst unter Kontrolle zu haben und auch haben zu müssen, der wird diesen täglichen Liebesbeweis, die tägliche Liebeserfahrung nicht wahrnehmen können. Es hilft auch nicht, sich allein durch dieses Wissen, den Glauben, aus den eigenen Gefühlen katapultieren zu wollen, denn es geht darum, sich auch wahrhaftig helfen zu lassen. Denn solange uns etwas Angst, Ärger, Trauer, Hadern, Mulmigkeit verursacht, kommt auch mit dem Gefühl etwas Altes, vorher Geschehenes heraus, ans Tageslicht und in die Wahrheit. Heilung geschieht.

Man kann die Aufteilung der Einheit in die Zeitspanne mit einem spannenden Roman vergleichen. Wenn wir die letzte Seite, die Auflösung schon gelesen haben, dann ist das Buch langweilig, dann packt es uns nicht, dann können wir es auch halb gelesen weg­legen. Unser Lebensroman ist jedoch genau für uns gestaltet, ist essentiell für uns. Wenn wir uns hingegen auf das Ungewisse einlassen, mitzittern, mitlachen, mitweinen und mitfiebern, auch in unserem Leben durch Zittern, Lachen,Weinen und Fiebern, die ganze Palette unserer Emotionen gehen, ist das Buch unseres Lebens, ist unser Leben für uns ein Gewinn. Dann erleben wir auch, ob wir selbst lieben/nicht lieben oder ob wir uns das selbst nur eingeredet, eingedacht haben. Wir erleben, was Lieben bedeutet. Wenn wir den anderen auch mit, in seinen Schattenseiten lieben, als der er ist, geschaffen oder von seinem Leben geprägt, es Liebe ohne Einschränkung ist.

Santiago und ich haben uns oft in schwierigen Situationen, im Streit  eingeredet, dass wir es auch allein schaffen würden, doch wir haben immer wieder gemerkt, dass wir uns nicht trennen können. Kaum gingen ein paar Tage ins Land, das Leben entfaltete sich, da war alles Geschehene klein und nichtig gegen die Sehnsucht, die wir für den anderen empfanden. Dann wussten wir: lieber vergeben, uns neu konfigurieren, als diese Sehnsucht ungestillt aushalten zu müssen.

Wenn wir lieben, dann merken wir das durch die Erfahrung der Trennung, wenn wir nicht lieben, auch. Ich habe das durchaus auch schon gespürt, dass mich früher eine Trennung nach dem Vergehen des ersten Schmerzes erleichtert hat, als das Leben sich entfaltete. Durch Rationalisierungen des Verstandes enthalten wir uns sonst wichtige Erfahrungen vor. Am intensivsten behalten wir die Dinge, die von starken Emotionen während des Merkvorganges begleitet sind.

Eine Klientin von mir erlebt eine traumatische, massiv Angst und Trauer erzeugende Situation mit ihrem Partner. Gleichzeitig erlebt sie von vielen Menschen spontanen Beistand und intensive Hilfeleistung, von denen sie es nicht erwartet hätte oder die sie vorher gar nicht gekannt hatte, die zu diesem Zeitpunkt als Engel in ihr Leben geschickt wurden.  Ohne diese Situation hätte sie die Güte der Menschen und das Aufgefangenwerden nicht im gleichen Maße kennen gelernt. Dies verschafft ihr und anderen Mut und Vertrauen, dass uns in schweren Zeiten schon geholfen wird..

Und je tiefer wir gefallen sind, umso intensiver ist die Gotteserfahrung, umso intensiver können wir die Liebe fühlen, umso mehr bedürfen wir ihrer, umso intensiver kann uns geholfen werden. Jesus hat dies im Gleichnis mit der salbenden Sünderin in Lukas 7 (Lutherbibel 1984) anschaulich gemacht:

37 Und siehe, eine Frau war in der Stadt, die war eine Sünderin. Als die vernahm, dass er zu Tisch saß im Haus des Pharisäers, brachte sie ein Glas mit Salböl 38 und trat von hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und küsste seine Füße und salbte sie mit Salböl. 39 Als aber das der Pharisäer sah, der ihn eingeladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüsste er, wer und was für eine Frau das ist, die ihn anrührt; denn sie ist eine Sünderin. 40 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sprach: Meister, sag es! 41 Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner. Einer war fünfhundert Silbergroschen schuldig, der andere fünfzig. 42 Da sie aber nicht bezahlen konnten, schenkte er’s beiden. Wer von ihnen wird ihn am meisten lieben? 43 Simon antwortete und sprach: Ich denke, der, dem er am meisten geschenkt hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geurteilt. 44 Und er wandte sich zu der Frau und sprach zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen; du hast mir kein Wasser für meine Füße gegeben; diese aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und mit ihren Haaren getrocknet. 45 Du hast mir keinen Kuss gegeben; diese aber hat, seit ich hereingekommen bin, nicht abgelassen, meine Füße zu küssen. 46 Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt; sie aber hat meine Füße mit Salböl gesalbt. 47 Deshalb sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel Liebe gezeigt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig. 48 Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben. 49 Da fingen die an, die mit zu Tisch saßen, und sprachen bei sich selbst: Wer ist dieser, der auch die Sünden vergibt? 50 Er aber sprach zu der Frau: Dein Glaube hat dir geholfen; geh hin in Frieden!

So ging es mir auch. Ich bin weit weg gewesen, habe ein paar „kapitale Böcke geschossen“ in meinem Leben, habe bestimmt eine interessante Seite im großen Sündenregister. Ich habe so viel Unterschiedliches probiert, an was sich ein kirchengebundener Christ wahrscheinlich gar nicht wagen würde, wovor die Kirche warnt. Und ich BIN wieder beim Gott der Christenheit gelandet, habe festgestellt, dass ich im christlichen Glauben am deutlichsten, kraftvollsten und dauerhaftesten Heil erfahre. Es hat mich überzeugt. Er hat mich überzeugt, durch Leben von Neuem konfirmiert. Nichts ist größer und mächtiger, sinnvoller, glaubhafter, liebevoller, heilsamer, hoffnungsspendender als der allmächtige, dreifaltige Gott. Mir ist viel vergeben worden, ich habe viel Gnade, viel Liebe erhalten, denn ich hatte viel Gnade, viel Liebe nötig. Danke! Daher liebe ich jetzt auf intensive Weise, brauche und schätze die Präsenz von Jesus in meinem Leben, suche ihn immer wieder auf. Auf wundersame Weise habe ich während dieser Zeit des Ausprobierens auch viel Schutz erhalten, vielleicht durch meine Taufe. Und ich weiß jetzt, was diese Methoden bewirken, was nützt und was dem Leben mit Gott, was heilendem Leben, Leben im Heil entgegenwirkt.

Wir brauchen Erfahrungen, Impulse, den Verdauungsvorgang von Erlebnissen für die wichtigen Wendungen in unserem Leben, sonst wären sie nicht da! Wir wissen lange nicht, wofür wir eine Erfahrung brauchen, doch eines Tages wird sich uns der Sinn erschließen, wenn wir in ihr einen gelben Pfeil erkennen. Plötzlich wissen wir etwas, wo wir vorher entschieden haben, meinten (uns) trennen zu müssen. Denn es geht nie darum, Entscheidungen zu treffen, die Dinge zu scheiden, zu trennen, Alternativen zu haben, sondern den Weg zu erkennen, aus unserer Erfahrung zu schöpfen, mit uns und Ihm in Einheit zu sein, irgendwann unseren Weg zu wissen und zu wollen. Wenn wir durch eine Erfahrung hindurchgegangen sind, dann haben wir unseren gelben Pfeil erhalten. Wir wissen, in welche Richtung unser Weg führt.

Die Auftrennung der Einheit in „verstehbare, erfahrbare Häppchen“ durch Raum und Zeit liegt in der Hand des Heiligen Geistes. Wenn wir nur die Einheit anstreben und die Trennung nicht ebenso als den Weg des Heils würdigen, der die Anziehung zu Gott erzeugt, dann würdigen wir den Heiligen Geist nicht, und das ist unverzeihlich. Das kann sich darin zeigen, dass wir den Sinn von Leid oder schwierigen Lebenssituationen nicht verstehen und daher ablehnen, hadern. Gott umfasst die Einheit und die Trennung, ist die Schaffung der Möglichkeit eines Weges zu Gott, der Erfahrung von Glaube, Liebe und Hoffnung.

Matthäus 12 (Lutherbibel 1984):

31 Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben. 32 Und wer etwas redet gegen den Menschensohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet gegen den Heiligen Geist, dem wird’s nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt.

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Die Gabe des Caminos

Auch mit meinem Sohn bin ich ein paar Tage gepilgert, auf dem Weg nach Bad Wilsnack. Das Waldhaus zur Saubucht nimmt auch – auf besondere Weise – Pilger auf. Mitten im Wald haben wir eine wundervolle Nacht verbracht und wurden von den Wirtsleuten auf das Liebevollste versorgt. Danke dafür! Als wir bei einem reichhaltigen Frühstück saßen, so gar nicht meine Gewohnheit, da gab es plötzlich an der Fensterscheibe einen lauten Knall. Ich schaute schnell hin und sah einen Vogel, der zunächst schwankend auf dem Fensterbrett saß und dann zu Boden fiel. Mit dem Wirt gemeinsam traten wir hinaus, um nach dem Vogel zu sehen. Er nahm den kleinen, benommenen, braungepunkteten Kerl in die Hand, schaute ihn an und sagte zu uns: „Das überleben sie meist nicht.“

Ich bat ihn, mir den Vogel zu geben, setzte mich mit ihm in die Sonne und legte ihm die Hände auf, betete für ihn. Nach einer Weile, während der ich eine Menge von Heilkraft wahrgenommen hatte, machte ich meine Hände auf, so dass er wegfliegen konnte, falls er fliegen könnte. Er blieb sitzen. Also hielt ich ihn weiterhin mit meinen Händen umschlossen und betete noch inständiger für ihn. Nach einer weiteren Weile zuckte er plötzlich. Ich öffnete meine Hände und der Vogel flog von meinen Händen aus ohne Schwanken in die Luft, gewann sofort kraftvoll an Höhe, da bald der Zaun und einige Bäume einem Geradeausflug im Wege waren. Binnen ein paar Augenblicke war er nicht mehr zu sehen.

In der Kathedrale in Madrid hat Jesus mir die Grundlagen meiner Gabe des Caminos geschenkt: Das Leben heilen durch Handauflegen.  In den Wochen darauf hat er mich gelehrt, die Gabe zu nutzen, die Gabe erweitert und vertieft. Allsdann haben wir gemein­sam an mir selbst alles ausprobiert. Anschließend erhielt ich wieder die Gelegen­heit, mit anderen Menschen zu arbeiten und in dieser Arbeit Erfahrungen zu sammeln. Jeder einzelne Mensch, der zu mir kommt, hilft mir, die Gabe intensiver zu begreifen und ihr neue Facetten hinzuzufügen. Aus diesen Erfahrungen heraus entwickel­ten sich wieder neue Fähigkeiten und Erkenntnisse und dies hört nicht auf. Jeder Klient bringt mir auch immer Themen mit, die für mich relevant sind. Ich bin immer gleichzeitig aufgefordert, mich selbst in Frage zu stellen, um mich selbst in die Frage des Klienten zu stellen, damit ich Teil der Antwort sein kann.

Matthäus 9 (Lutherbibel 1984):

35 Und Jesus ging ringsum in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen. 36 Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben.37 Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. 38 Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.

Das Heilen mit Gottes Hilfe beinhaltet im Gegensatz zur Schulmedizin stets die bewusste Einbeziehung von Gottes Macht und Hilfe und die alleinige Hingabe an Seine Weisheit. Dieses Prinzip wird z.B. auch im 12-Schritte-Programm der  Anonymen Alkoholiker genutzt, sie ziehen zum Beispiel auch bewusst Gott bzw. neutralisiert eine „höhere Macht“ mit ein, die DA helfen kann, wo wir selbst nicht mehr weiter kommen.

Heilung geschieht besonders dauerhaft, wenn sich Himmel und Erde vereinigen.

Gottes und Adams Hand von der Decke der Sixtinischen Kapelle im Vatican

Himmel und Erde,

Gott und Mensch

reichen sich die Hand und

wirken gemeinsam,

damit Heilung gelingt.

Wir empfangen von oben den Segen des dreifaltigen Gottes, der unseren Geistkörper dazu anregt, in den Zustand seiner Gottgeschaffenheit zurückzukehren, und so Ver­änderun­gen ermöglicht. Wie oft besiegelte Jesus eine Heilung mit den Worten: Dein Glaube hat dir geholfen. Unser Glaube und unser Vertrauen sind der Schlüssel, dass Heilung gelingt und diese Anregung sich in unserem Geistkörper verankert. Indem wir sie für wirklich halten, gelingt sie. Matthäus 21 (Lutherbibel 1984): 22 Und alles, was ihr bittet im Gebet, wenn ihr glaubt, so werdet ihr’s empfangen.

Der Glaube gibt unseren Gedanken ein neues Fundament, eine neue Ausgangsbasis. Anschließend ist es essentiell und unerlässlich, dass wir hier auf der Erde etwas verändern, mit unserem Körper, in unserem Denken und in unserem Verhalten, wie in Johannes 5 (Lutherbibel 1984):

14 Danach fand ihn Jesus im Tempel und sprach zu ihm: Siehe, du bist gesund geworden; sündige hinfort nicht mehr, dass dir nicht etwas Schlimmeres widerfahre.

Es kommt darauf an, eine notwendige Veränderung zu vollziehen, mag es im Denken oder Handeln sein, womit wir unser Leben immer mehr auf Gott und die grandiose, jedoch oft einfach unglaubliche und unglaublich einfache Lebensform auszurichten, die er uns anbietet.

Exodus 23,25 (Lutherbibel 1984):

Aber dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr dienen, so wird er dein Brot und dein Wasser segnen, und ich will alle Krankheit von dir wenden.

Der Mensch ist ein Erfahrungskörper Gottes. Er nimmt in sich die Erfahrungen des Lebens auf und verarbeitet sie. Im oberen Teil unseres Körpers findet Aufnahme statt, mit unseren Sinnen, mit dem Mund, mit den Lungen. Vom Herzen an abwärts findet Verarbeitung des Erfahrenen, Aufgenommenen statt. Das Herz bekommt von der Lunge das Blut. Das nimmt den Sauerstoff, unseren dringlichsten Überlebensstoff neben dem Geist auf, und leitet ihn an den gesamten Körper weiter, der davon lebt. Ebenso ist es mit der Nahrung. Oben kommen die Dinge herein und unten werden sie verarbeitet, angeleitet durch das Herz, bewirkt durch den Magen und den Darm.

Im unteren Teil des Körpers, ab dem Herzen eben, getrennt durch das Zwerchfell[1], findet keine Aufnahme mehr statt – bis auf den Schöpfungsakt des Menschen, wo die Frau den Mann aufnehmen kann, sondern Verarbeitung, Verdauung. Unser Verdauungs­system scheidet die Nährstoffe und Flüssigkeit, die aufgenommen werden, von Ballaststoffen und Abfall. Dieser materielle Abfall, den der Körper nicht mehr braucht, wird über den Darmausgang entsorgt. Die Niere gibt an die aufgenommenen Flüssig­keiten ebenfalls die Abfallstoffe ab, die sie aus dem Blut ausfiltert. Unser „Abwasser“ wird über die Blase entsorgt werden.

Das gleiche existiert auf der geistigen Ebene. Der „Darmausgang“ des geistigen Körpers sind die Füße. Die Füße geben an die Erde all das ab, was im Geistkörper verdaut wurde und nun für den Menschen geistig / emotional erledigt und damit unbrauchbar, entsorgbar geworden ist, sie entladen und leiten ab. Jesus hat diesen Vorgang des Entsorgens/Reinigens mit der Fußwaschung gemeint und gewirkt, siehe Johannes 13 (Lutherbibel 1984):

Giotto di Bondone, Cappella Scrovegni in Padua, public domain Bild aus wikicommons

3 Jesus aber wusste, dass ihm der Vater alles in seine Hände gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott ging, 4 da stand er vom Mahl auf, legte sein Obergewand ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. 5 Danach goss er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war. 6 Da kam er zu Simon Petrus; der sprach zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen? 7 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, das verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren. 8 Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil an mir.9 Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt! 10 Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, bedarf nichts, als dass ihm die Füße gewaschen werden; denn er ist ganz rein.

Wenn eine Heilung vollzogen ist – „wer gewaschen ist“ – bedarf zum sicheren Abschluss einer „Waschung der Füße“, um alles los zu werden. Wer einen solchen Vorgang schon einmal erlebt hat, weiß um die riesige Erleichterung dieser Entlastung. Und genau so, wie der Darm verstopft oder verschlossen sein kann, so können auch die zugehörigen geistigen Zuwege zu den Füßen verstopft und verschlossen sein. Ist dies der Fall, dann kommen Gedanken und Gefühle, die man eigentlich schon längst verarbeitet hat, trotzdem immer wieder hoch und bedrücken den Menschen ebenso wie ein voller Darm, der nicht abführen kann. Völlegefühl, Schwere und wieder Aufstoßen auf geistig-emotionaler Ebene, Déjà-Vu.  Wie viele Ursachen von Unwohlsein, Schmerzen und Krankheiten man allein über die Füße heilen kann!

Wenn der Mensch Erfahrungen aufnimmt und sie nicht verarbeiten kann, dann wird der Mensch daran krank, und das gilt gleichermaßen für die verhinderte Verdauung

  • des Materiellen – Übelkeit, Völlegefühl, unzureichende Nahrungsverwertung und damit Mangelerscheinungen, Verstopfung, Darmverschluss,
  • des Geistigen – nervösen Magenbeschwerden, Verkrampfung des Darmtraktes[2]
  • der Gefühle – Herzbeschwerden, Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems, Magen- und Darmentzündung, Nieren- und Blasenerkrankungen

Wie eine Schale, wie ein Kelch nimmt der Mensch Erfahrungen auf. Wir sind die Schale, die von Gott getragen, gestützt ist, er ist der Ständer, der Schaft. Leichtverdauliches und glückliche Erfahrungen gehen einfach durch unser System durch, bestehen zum Großteil aus Nährstoffen und es bleibt Dankbarkeit und Freude zurück. Ich fühle mich in Gottes Reich gut ernährt, kraftvoll, gestützt und gut aufgehoben.

Für die Verdauung des Schwerverdaulichen, der Sorgen, der Nöte und des Leides und der Heilung durch Gott sieht es so aus: Wir nehmen die schwerverdauliche seelische und geistige Erfahrung auf und dann beginnt in unserem Herzen die Stütze durch Gott mittels des heiligen Herz Jesu. Wir sind gehalten, uns an ihn zu wenden und ihn um Hilfe zu bitten, damit wir das Schwerverdauliche verarbeiten – verstehen – können. Damit wir aus jeder Erfahrung die Nährstoffe aufnehmen können und die Ballaststoffe und das Unbrauch­bare abgeben können. Alles Schwere birgt eine wichtige Erfahrung. Wenn wir ihn nicht aktiv um Hilfe bitten, die Kooperation einleiten, und das beginnt tatsächlich schon mit einem Stoßseufzer, dann öffnen wir uns diesem Verdauungsprozess nicht. Durch Nichtverdauen passiert dann:

  • Ärger führt zu mehr Ärger, zur Wut, zur Explosion, zur Säure, zur Entzündung, zum Eiter, zum Flächenbrand. Neuer Ärger trifft auf alten, unverarbeiteten Ärger und dieser alte verstärkt den neuen. Die Eiterbeule platzt und der ausfließende Eiter greift andere Organe an. Ein Tropfen bringt das Fass zum Überlaufen und aller aufgelaufener Ärger entlädt sich und vergiftet die Umwelt gleich mit, d.h. andere ärgern sich auch.
  • Angst und Sorge führt zu mehr Ängsten und Sorgen, zu Absicherungsverhalten, zum nicht vorwärts gehen sondern anhalten,  zu Festhalten, zum Stau, zur Nicht-Verdauung, zur Verstopfung, zum Zumachen, zur Vergiftung, weil das zu Verrottende im Körper statt außerhalb verrottet, zur Nahrungsverweigerung. Neue Situationen von „ich weiß nicht“ führen durch Erinnerung zu alten, unerlösten Sorgen und diese wandeln die zunächst neutrale Situation wieder in Verunsicherung, in Entscheidungsschwäche, in Schwarz-Sehen, in Selbsterfüllenden Prophezeiungen, anstatt sie sich einfach entfalten zu lassen.
  • Unverarbeitete Schicksalsschläge und gebrochene Herzen führen zu Hadern mit dem Schicksal, zu Nicht-Annehmen, zu Seh- und Hörstörungen, zu allergischen Reaktionen, zu Schock, posttraumatischen Belastungsstörung und zur Belastungsdepression, zur Todessehnsucht, zu Herzinfarkt und Schlaganfall, zu Stillstand.
  • Trennung von der eigenen Essenz führt zu Selbstunsicherheit, mangelnder Selbstliebe bis hin zu Selbsthass, dies führt zu Ängsten und deren Folgeerscheinungen, geprägt durch den Gedanken „die wollen mich nicht, nehmen mich nicht so, wie ich bin“ und zu „ich muss anders sein, damit sie mich wollen“ und damit zu noch mehr Anpassung, Selbstentfernung und Leistungsdruck, um zu sein, wie die anderen einen wollen könnten. Da aber alle etwas Unterschiedliches wollen, ist es schwer, es allen recht zu machen. Man schleift sich selbst von immer mehr Seiten ab und das Wundsein, innen wie außen, nimmt zu.
  • Trennung von der eigenen Essenz führt auch zu Ärger und dessen Folgeerscheinungen, geprägt durch den Gedanken „ich ärgere mich, dass die mich nicht wollen (d.h. annehmen, wie ich bin)“ und zu „die müssen mich aber so nehme wie ich bin“ und dem damit verbundenen „die anderen sind nicht in Ordnung“, was ja ebenso wenig stimmt und damit zu einer Verschärfung der bereits bestehenden Konflikte führt, innen wie außen.
  • Sinnlosigkeit, damit zum Grübeln und Gedankenkreisen, weil kein Gedanke einen befreienden Ausgang findet, zu dem, was ich Gedankenkrankheit  (s. o.) nenne, zu Kopfschmerzen, Verspannungen im Nacken und Schulterbereich, zu Rückenschmerzen, zu chronischen Schmerzzuständen, zu Schlaflosigkeit, zu Depression, zu Demenz
  • Unverarbeitete Fehler, unvergebene Sünden, führen zu dem Schrecken, zu Lügen, zu Scham, zur Schuldenlast, zum Abweichen vom eigenen Weg und der eigenen Spontaneität, zu Manipulierbarkeit aus Angst vor Entdeckung oder Anklage, zum Verdrängen und Verstecken, zu Schuldgefühlen, zu Schluckbeschwerden, zu Darmbeschwerden und Darmkrebs (das darf nicht (wieder) ans Tageslicht kommen).

Kurz und gut: wir befinden uns in der sprichwörtlichen Hölle.

Auch heute schon haben wir Institutionen, die uns beim Verdauen von schwierigen Erfahrungen helfen können, die Psychotherapie und die Seelsorge.  Ich denke, diese Verdauung auf allen Ebenen bedarf der innigen Vereinigung zwischen Mensch und Gott, der Verbindung von Psychotherapie und Seelsorge. Den Weg zur Gesundheit kennt nur Gott, manche „Verdauungssäfte“ muss einfach Gott beisteuern, nur er besitzt die vollständige Weisheit. Der Wegweiser ist der Körper des Menschen. Die Symptome zeigen die Störungen im Geist auf der „Leinwand“ des Körpers. Die Kraft Gottes ist wie ein kräftiger Strahl sauberen Wassers, mit dem die Trübheit des Geistes an sich gereinigt wird und alles, was sich noch unklar, verschmiert oder verstaubt in der Seele befindet. Die Erlebnisse des Lebens sind dann kein „Schrott“ mehr, sondern erscheinen zum rechten Zeitpunkt im klaren Wasser der Erkenntnis als Trittsteine des Lebenslaufs.

Wieder zurück zum Bild des Kelches: der Mensch macht die Erfahrung und Gott hilft, diese Erfahrung zu verdauen und in Nahrung und Unbrauchbares / Ballaststoffe zu scheiden. In jeder schwer verdaulichen Erfahrung ist eine Heilungsimpuls, ein Hinweis Gottes zu verstehen, dafür brauchen wir ihn: „Kind, hier bist Du nicht in meiner Welt, komm doch zu mir!“ zu verstehen. Das Leichtverdauliche kann ich ja leicht verstehen, und das Schwerverdauliche eben schwer verstehen. Manches, was wir zu verdauen haben, ist eben komplex, d.h. sperrig oder nur langfristig zu entwirren und zu verarbeiten, weil uns noch Verdauungsstoffe (Erfahrungen) fehlen. Wenn wir uns mit unserem Herzen bei solchen Problemen an Jesus und sein heiliges Herz wenden, dann kommt alles wieder in Gang, unser Leben wird wieder heil. Er kann uns stützen und uns helfen, das Unverdauliche zu verarbeiten. Wir können das Gute, die Liebe und den Sinn darin entdecken und von uns ausscheiden, was wir nicht brauchen: irrige Gedanken und Gefühle und Verhaltensweisen, die aus solchen Gedanken entstehen, Glaubenssätze, Nichtwissen, eingeschränkte Perspektive, Verständnislosigkeit, Misstrauen, Angst, Wut, alles was oben steht. Gottes Weisheit allein kann uns das Verständnis vermitteln und damit die Verdauung einleiten.

Hiobs heilende Erkenntnis, Buch Hiob 42 (Lutherbibel 1984)

1 Und Hiob antwortete dem HERRN und sprach: 2 Ich erkenne, dass du alles vermagst, und nichts, das du dir vorgenommen, ist dir zu schwer. 3 »Wer ist der, der den Ratschluss verhüllt mit Worten ohne Verstand? « Darum hab ich unweise geredet, was mir zu hoch ist und ich nicht verstehe. 4 »So höre nun, lass mich reden; ich will dich fragen, lehre mich! «

Als Hiob anerkannte, dass mit Gott kein Hadern ist, dass alles Schwere einen Sinn hat und uns gerade DIE Gelegenheit gibt, unseren Glauben zu leben, so die profundesten Glaubenserfahrungen und wunderbarste Rettung zu erleben und eben nicht in Todessehnsucht zu verfallen, war das sein entscheidender Schritt zur Heilung.

Genau eines leitet die Heilung ein, nämlich die Liebe, das liebevolle Annehmen dessen des Menschen und dessen, was ist. Matthäus 11 (Lutherbibel 1984):

28 Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.

Daher ist wohl das Handauflegen auch oft die erste Wahl von Jesus gewesen: die Berührung, das Herzen. Was tut denn eine Mutter, die ein krankes Kind hat oder deren Kind sich wehgetan hat? Sie nimmt es in den Arm und legt ihm die Hände auf die Stirn oder wo auch immer es dem Kind weh tut, küsst es dort, pustet, auf jeden Fall eine körperliche Handlung wie Jesus in Markus 10 (Hoffnung für alle):

16 Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.

In jedem anderen Menschen ist Gott, manchmal kann man auch sagen „verbirgt sich Gott“, wenn ein Mensch für uns schwer annehmbar ist.

Santo Caliz de Valencia von Juan de Juanes, public domain Bild aus wikicommons

Liebe ist immer der Anfang der Heilung. Der Punkt, wo sich Schale und Schaft des Kelches „Mensch“ treffen, ist das Herz. Und das Herz Gottes ist Jesus, der Punkt, wo sich das Menschliche und das Göttliche im Bild des Kelches überlappt. Daher: Mit liebevoller Annahme beginnt die Heilung. Ein schönes Symbol ist der Santo Cáliz von Valencia, der genau an der richtigen Stelle ein stilisiertes Herz enthält. Der Kranke erhält alles, was er braucht, um sich endlich mal wieder „in Ordnung“ zu fühlen. Und das ist genau, was beim Handauf­legen passiert, ein dauerhafter Segensfluß. Segen heißt auf Spanisch Benedición, das bedeutet „Gut-Sagen“, ebenso im Griechischen Ευλογια – Eulogia. Es ist der Zustand, an dem wir fühlen können, wie es ist, wenn alles gut ist. Das alttestamentliche Wort barach/barakh bedeutet „mit heilvoller Kraft begaben“. So fühlt sich Segen für mich an. Der Be­handelte erhält endlich mal wie­der den Zustand zurück, wie es sich anfühlt, wenn alles in Ord­nung ist, wie der gottgewoll­te Zustand des Menschen ist. Es ist zunächst vielleicht ein wenig so wie die entspannende und erleichternde Wirkung, die durch den Konsum chemischer Ersatz­stoffe wie Alkohol, Drogen und Schmerz­tabletten eintritt, lediglich ohne Neben­wirkungen und länger anhaltend – bis hin zur Spontanheilung. Es gibt keinen Kater oder Turkey. Sehnsucht nach Liebe und Gott ist die Mutter aller Süchte, fehlt Liebe, so setzen suchende und leider oft suchtbildende Verhaltens­weisen ein.

Unser aktuelles medizinisches System hält diese Liebes-Qualität nicht vordergründig zur Verfügung. Doch der Einfluss von liebevollen Schwestern und Pflegern auf den Gesun­dungs­­­­­­vorgang ist enorm wichtig. Je mehr diese von der tätigen Sorge um die Kran­ken durch andere Pflichten und Rationalisierung abgelenkt werden, umso langsamer die Gesundung. Wenn wir heute am Tag der Operation noch aus dem Krankenhaus „raus­geschmissen“ werden, dann ist das schon ein ganz schlechter Anfang der Genesung, vor allem, wenn zuhause keiner da ist, der den Kranken liebevoll umsorgt. Doch eigentlich liegt hier schon das Kind im Brunnen. Die Verdauung kann ja schon viel früher einsetzen, und zwar bevor Schwerverdauliches zur Krankheit geführt hat.

Nicht jeder Mensch schafft es „gleich so“ anzufangen, mit Jesus direkt alle seine Probleme zu besprechen und die Heilung einzuleiten. Manchmal braucht er erst mal materiellere Hände und Arme und Stimmen, nämlich die eines anderen Menschen oder sogar die eigenen Hände. Jemand, der ihm von seinem eigenen Vertrauen zu Jesus abgibt. Er kann durch seine realen Ohren die tröstende Stimme des anderen Menschen hören, er kann die Wärme der Hände und den Herzschlag der Umarmung spüren. Dafür sind wir Menschen auch füreinander da, dafür gibt uns Gott einander, wir sind einander Engel / Boten.

Als Jesus die Menschen berührt hat, als er auf der Erde wandelte, da war der Heilungs­impuls durch seine unvergleichliche Liebe und seinen unverbrüchlichen Glauben natürlich so groß, dass der Mensch in seiner direkten Umgebung diesen Verdauungs­vorgang im Nu bewältigen konnte. Allein seine Präsenz, sein geistiger Körper, stellte diesen Zustand her, siehe die Geschichte der Heilung der Frau mit dem Blutfluss (z.B. in Lukas 8).  Auch ich habe schon häufig seine heilende Gegenwart spüren können. Wenn ich beim Rosenkranz das Geheimnis der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor bete, dann ist es besonders deutlich, ebenso bei seiner Geburt, wenn er als Kind auch in meinen Armen liegt. Heutige Heiler haben eine breite Spannweite, wann bzw. wie schnell sie Heilung durch Berührung bewirken können. Das hängt eben vom Maß ihrer eigenen Liebesausstrahlung, der Präsenz ihres eigenen gesundeten Geistkörpers und der Tiefe und Stabilität ihres eigenen Glaubens ab.

Ebenso sind die kirchlichen Sakramente wichtige rituelle Heilungsvorgänge. Die Beichte, das „an das Tageslicht bringen des bisher Verborgenen“ und die Vergebung der Sünde, und zwar in der Form: Dies war eine Erfahrung, Du hast die Erfahrung gemacht, wie es sich anfühlt, wenn du… „Thema der Erfahrung“ zulässt. Du bist gestraft gewesen durch „die Sünde selbst“. Das genügt. Lass den Fehler los. Komm zurück auf den Weg der Liebe. Verändern können wir die Vergangenheit eh nicht. Und lass ebenso die Fehler anderer los, sie sind ebenso schon gestraft durch „die Sünde selbst“. Vergib ihnen selbst. Dies ist die einzige Aufforderung an den Menschen im Vaterunser: „wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“ oder die für mich deutlichere, sinnvollere Übersetzung des spanischen Textes „wie auch wir denen vergeben, die uns verletzt haben“, wobei für das benutzte Wort „ofender“ folgende weitere Übersetzungen angeboten werden: ärgern, beleidigen, beschimpfen, brüskieren, kränken, misshandeln, schmähen, zu nahe treten. Handeln können wir nur heute, durch Umkehr, durch gesundes Denken und daraus folgende Rechtschaffenheit, wenn es möglich ist der Bitte um Entschuldigung oder sogar Wiedergutmachung. Das haben wir jetzt in der Hand, die Vergangenheit nicht.

Exodus 15 (Einheitsübersetzung):

26 Er sagte: Wenn du auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst und tust, was in seinen Augen gut ist, wenn du seinen Geboten gehorchst und auf alle seine Gesetze achtest, werde ich dir keine der Krankheiten schicken, die ich den Ägyptern geschickt habe. Denn ich bin der Herr, dein Arzt.

Wir können das Gewicht, den Ballaststoff „Schuld“ loslassen, der Ankläger wird entmachtet, die uns würgende Schlange muss ihren Griff öffnen. Das bisher Versteckte darf ans Tageslicht und ich bin davon befreit. Wer immer schon die Erfahrung einer Vergebung gemacht hat, der weiß, welche Last einem da von den Schultern genommen wurde, welcher Stein einem dann von Herzen fällt, wie einem ein Eisblock aus dem Unterbauch verschwinden kann. Meine frühere Psychotherapeutin sagte: Schuldgefühle sind so sinnvoll wie ein Kropf. Ich denke heute: An Schuld festzuhalten, sich darin zu „verbeißen“, das ist sinnlos. Die Last der Schuld jedoch erst einmal zu fühlen, um den Wunsch entstehen zu lassen, sie loszuwerden, das halte ich für hilfreich, eine Lehre daraus zu ziehen für wichtig. Und Jesus hat das auf seine Art gesagt: Ich sterbe für Euch, damit Ihr wisst, dass ich alle Sünden auf mich nehme und ihr sie daher nicht mehr haben müsst. Das ist mein neuer und ewiger Bund.

Und hierfür gilt die Eucharistie-Feier, die heilige Handlung mit dem Kelch. Leider findet die Laienkommunion mit der Gestalt des Weines für mein Gefühl in der katholischen Kirche zu wenig statt, gerade das Ritual des Kelches findet oft nur am Altar und für eine Elite statt, doch er war für uns alle da. Markus 14 (Neues Leben):

23 Anschließend nahm er einen Becher Wein, dankte Gott und gab den Becher seinen Jüngern. Sie tranken >> alle << daraus. 24 Jesus sagte: «Das ist mein Blut, mit dem der neue Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt wird. Es wird zur Vergebung der Sünden vergossen.“

Die Reinigung durch Blut, das alte biblische Bild, symbolisiert durch den Wein, wird hier denen vorenthalten, die es dringend brauchen. Durch das geistige Nachempfinden dieser Aufnahme während der Gabenbereitung können wir uns selbst helfen: während der Lesung des letzten Abendmahls uns in die Schar und Reihe seiner Jünger einreihen und trinken.

Die Kooperation zwischen einem Mensch als Mittler und Gott bei der Heilung wird solange gebraucht, bis eine sichere Kommunikation und Heilungsbeziehung zwischen dem Kranken und Jesus bestehen, die Wahrnehmung mit der Hilfe des heiligen Geistes etabliert ist, das Bibelwort als heilsam erfahren wird. Bis der Kranke die Stimme Jesu in seinem Inneren hören kann und ihr trauen kann. Bis er vielleicht sogar die Anwesenheit Jesu körperlich spüren kann. Eins kann ich aus Erfahrung sagen: Sehr häufig beginnt Jesus mit den Worten: Das ist ganz einfach[3]! Oder: Ich bin da, ich bin bei Dir! Daran könnt Ihr ihn erkennen. Und ja: das Leben ist so gut, kann so gut sein, wie er sagt. Außer den begnadeten und gesegneten Menschen, die von Seiner Stimme, vom Heiligen Geist selbst berufen werden und Ihn selbst spüren und entdecken können, geht der Weg des verlorenen Sohnes oft über einen anderen Menschen und seine Liebe. Jesus hat damit angefangen, er ist als Mensch zu uns gekommen, und die Apostel haben diesen Weg fortgesetzt.

Und dies tun Eltern für ihr Kind und wir alle füreinander. Besinnen wir uns wieder darauf, seien wir füreinander da! Und hier kommt mein „Gott ist ja nicht bescheuert, er macht nichts ohne Sinn“ wieder zum Tragen. Er gibt uns erstmal fühlbar einander, damit wir einander zum Lieben und Wärmen und Heilen haben, damit wir nicht wirklich krank werden. Sinn und Heil durch heilende Sinneserfahrung.

Wenn wir an Seele, Geist oder Körper erkrankt sind, dann ist der beste Heiler der, der sich als Mensch Jesus zur Verfügung stellt, ob nun durch Handauflegen oder Gebet oder ein hörendes Herz. Der Seine Stimme schon sicher hören kann und seine Hinweise deuten kann, der ihm auch Halt aus dem Bibelwort und eigenen Gotteserfahrungen heraus mitgeben kann. Jemand, der durch den Körper die Seele versteht. Jemand, der ihn sanft und liebevoll berührt und Gottes Segen so direkt an den Kranken weitergibt. Jemand, der ihm zuhört und vorübergehend als Dolmetscher zu Gott wirkt.

Einfach solange, bis die Worte und die Denkweise so vertraut sind, dass wir wissen, ja, das sagt jetzt Gott zu uns, wenn wir die innere Stimme hören. Heilung ist damit auch ein kontinuierlicher Vorgang, von der Befreiung spezifischer, akuter Krankheitsauslöser bis zur vollständigen Reinigung und Reinerhaltung unseres gesamten Geistkörpers.

Ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass das Handauflegen Gottes Gnade deutlich erfahrbar macht, dass die Menschen sich entspannen und das Gefühl erhalten, mit Gott kann man sich wirklich wohlfühlen. Die dieses Gefühl schon fast vergessen hatten, weil sie es so lange schon nicht gefühlt hatten, auch dass sich jemand für sie einfach lange und liebevoll Zeit genommen hat und nur für ihn da war, ihn einfach so nahm, wie er gerade war. Sie tauen auf. Das Wort, das Gespräch allein reicht oft nicht aus, denn das bleibt oft in unserem Denkapparat stecken, stößt dort auf Widerstand und verstrickt sich dort in Widersprüche und Rationalisierungen, wie oft kommt es nicht in unserem Herzen an! Die Wärme umsorgender Hände, so wie die Hände unserer Mutter, in die wir uns als Kind Trost suchend geflüchtet haben, hat eine unvergleichlich öffnende Funktion. Die Gedanken ebben ab, wir verlegen uns auf das Fühlen, unsere Sinne öffnen sich in Stille und Zeit. Eine meiner Klientinnen bestätigte mir: „Das, was Du mir gesagt hast, das hat mir auch schon eine andere Frau gesagt, doch von ihr konnte ich es nicht annehmen, hatte viel Widerstand. Unter deinen Händen konnte ich es fühlen, mich in der Situation wahrnehmen, konnte durch die Stille heilende Bilder sehen und dadurch verstehen, wie es wirklich ist, hatte die Zeit, mit dem Herzen wahrzunehmen und so es  jetzt selbst zu wissen.“

Wichtig ist in jedem Fall bei solchen Beziehungen, keine dauerhafte Abhängigkeit entstehen zu lassen und immer wieder die direkte Verbindung zwischen Gott und dem Menschen zu fördern und in den Vordergrund zu stellen, auf Jesus selbst zu verweisen. Ein Heiler oder geistiger Lehrer sollte wie ein Medikament nur eine vorübergehende Erscheinung im Leben eines Anderen sein und wie in der Erziehung von Kindern die Selbständigkeit – hier in der Gottesbeziehung – fördern. Irgendwann muss er aus dem Weg treten und den Anderen in Demut der direkten Kommunikation mit Gott über­lassen. Das ist das Ziel der Heilung: Ein stabiles Leben in Gott.

Nach der Heilung durch Gott gilt es, im Guten zu bleiben, alte Gewohnheiten, ob nun im Denken oder Handeln aufzugeben, kontinuierliche Rechtschaffenheit. Das ist wie bei einer Sucht. Auch Jesus kannte dies:

Matthäus 12 (Einheitsübersetzung):

43 Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht einen Ort, wo er bleiben kann. Wenn er aber keinen findet, 44 dann sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe. Und wenn er es bei seiner Rückkehr leer antrifft, sauber und geschmückt, 45 dann geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen dort ein und lassen sich nieder. So wird es mit diesem Menschen am Ende schlimmer werden als vorher.

Was kann dabei helfen? Zum einen ist es das tägliche Widerstehen, ein kleines, schaffbares Ziel sich vorzunehmen, nämlich:  Die nächsten 24 Stunden neu zu handeln!

Lukas 9 (Gute Nachricht Bibel) 23 Dann wandte sich Jesus an alle und sagte: »Wer mir folgen will, muss sich und seine Wünsche aufgeben, muss Tag für Tag sein Kreuz auf sich nehmen und auf meinem Weg hinter mir hergehen.

Das ist ebenfalls so im 12-Schritte Programm der Anonymen Alkoholiker und in den Reiki-Lebensregeln mit „Nur heute sorge dich nicht, nur heute ärgere dich nicht, nur heute sei dankbar.“ Darüber hinaus können im Moment vor dem drohenden Rückfall z.B. folgende Methoden helfen:

  • Das Beste: „Lass mich teilhaben an Deinem Heiligen Geist und Deinem Heiligen Herzen in Jesus Christus!“ „Erfülle mich mit Deinem Geist!“
  • Ein inniges Gebet: „Bitte Herr, nimm diesen Drang, diesen Gedanken von mir“ oder „Erlöse uns von dem Bösen“, die Gnade und Erlösung erfahren
  • die Hand auf dem Herzen, das Einhalten und tiefe Atmen, um sich wieder zu fühlen und den Willen zu stärken
  • ein stärkendes, im Bedarfsfall innerlich gesungenes  Lied, z.B. „Lobe den Herrn“, um einer Versuchung entgegenzuwirken
  • Schaffung und Erlernen neuer, heilsamer Gewohnheiten
  • die bewusste Stärkung von Glaube, Liebe und Hoffnung im eigenen Leben: Immer wieder innehalten und sich fragen: trägt dieser aktuelle Gedanke, diese Handlung jetzt zur Förderung meiner Gesundheit, meines persönlichen Wohlbefindens, zur Stärkung von Glaube, Liebe und Hoffnung bei? Und wenn nicht? Weg damit!
  • eine Rückkehr zu und ein Festhalten an positiven Leitsätzen, heilsamen inneren Bilder
  • ein klares NEIN, ein Gedankenstopp (den Gedanken aktiv wegschicken: „Jetzt aber raus, und mach die Tür von außen zu!“)
  • eine nebenwirkungsfreie Ersatzhandlung (wie z.B. ein Glas Wasser trinken, Abreagieren durch Bewegung, wie der Kaugummi bei der Raucherentwöhnung)

helfen, um die Stimme und das innere Drängen, das „Craving“ zum Verstummen zu bringen.

Und irgendwann kamen diese Worte zu mir: „Herr, bitte befreie mich von der Schlange!“ Das tut er dann auch. Einfach den Satz dreimal aussprechen, dann wurde es mir immer viel leichter und offener in der Gegend des Zwerchfells, ich bekam wieder Luft, und ich konnte mich aus drängenden, unangenehmen Gedanken lösen. Eine gute Sicht kam hinzu.

Das Wichtige an einem solchen Heiler und Therapeuten ist nicht so sehr das Studium (schadet jedoch auf keinen Fall), sondern eigene Heilung und Heilungserfahrung, sichere Verankerung in Gott durch den Heiligen Geist und Vertrauen in seine Gaben, denn der Heilige Geist gibt uns sehr häufig, was wir wissen und sagen sollten, vergleichbar zu Markus 13 (Lutherbibel 1984).

11 Und wenn sie euch hinführen und überantworten werden, so sorgt euch nicht vorher, was ihr reden sollt; sondern was euch in jener Stunde gegeben wird, das redet. Denn ihr seid’s nicht, die da reden, sondern der Heilige Geist.

Oft helfen auch Gleichnisse, ob aus Bibel, eigene positive, ermunternde Erfahrungen oder die anderer.

Zwei weitere Dinge sind unersetzlich: Der Glaube ist die entscheidende Kraft, ob wir es uns zutrauen, zu einem Lahmen zu sagen, „Im Namen Jesu Christi, geh umher!“ wie einst Petrus und uns dann ganz sicher sind, dass er es auch tut. Wenn ein Pfarrer im Sakrament der Eucharistie die Hostien wandelt, dann glauben wir auch jedes Mal daran, und keiner zweifelt, dass die Wandlung geschieht. Das Ergebnis können nur wenige prüfen. Beim Heilen ist das Ergebnis sichtbarer. Man könnte sich ja blamieren…[4]

Die andere Zutat ist die Liebe, die Liebesaustrahlung des Heilers, sein Mitgefühl, sein inniger Heilungswunsch für seinen Nächsten, sein barmherziges Wirken und Gebet, sein Spürenlassen von Liebe. Der Behandelte sollte in seiner Liebe „baden“ können. Wenn die Ausstrahlung von Glaube und Liebe groß genug ist, dann kann sich der Kranke, auf den Glauben und die Liebe des Heilers sich einlassend, ganz einfach „in den Glauben fallen“, dann tritt es ein, das „dein Glaube hat dir geholfen“. Je stärker der Glaube des Heilers, umso mehr vermittelt er durch seine Ausstrahlung und seinen authentischen Habitus statt eines: „Wollen wir mal  sehen, ob wir was tun können!“ ein „Mit Gott sind alle Dinge möglich!“.

Die tiefe Versenkung in Gott und das Geschehen während der Behandlungen, der religiösen Vertiefung ist ebenfalls eine wichtige Zutat. Hierfür ist es gut, wenn der Heiler über einen freien Kopf, einen gelösten Alltag und innere Ruhe und Balance verfügt.

Im Anschluss an einen sonntäglichen Gottesdienst schenkte mir eine Frau eine CD mit Liedern aus dem Marienwallfahrtsort Medjugorje. Ich hörte sie erstmals zwei Tage später während einer Behandlung. Eines der Lieder hieß „Veni Sancte Spirito – komm Heiliger Geist“, danach ein Lied, in dem einfach nur der Name Jesus wie ein Mantra wiederholt wurde. In dieses Lied und in seinen Namen geriet ich so tief hinein, dass ich mich selbst intensiv, eben seelisch-innig mit Jesus verbunden fühlte. Es ist viel passiert in dieser Behandlung, der stachelige Schmerz eines Bandscheibenvorfalls verschwand dauerhaft!

Der Heiler braucht darüber hinaus die Durchlässigkeit für Seine Worte und Seine Kraft und die seiner Helfer, die sichere Kenntnis (inkl. steter Anwendung im eigenen Leben) und Verabreichung von Gottes Medikamenten:

  • Liebe – zum Annehmen, wie es ist, gegen Gleichgültigkeit, Hass, Süchte

Johannes 15 (Lutherbibel 1984): 9 Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe! 10 Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe.

  • Berührung und Wärme – zum Auftauen, gegen Kälte und Einsamkeit
  • Vertrauen und Geborgenheit -  zum Mut fassen, für Veränderungsbereitschaft, für Hoffnung, gegen Angst, Sorgen und Eifersucht; kein Problem ist größer als Gott

Matthäus 6 (Gute Nachricht Bibel): 34 Quält euch also nicht mit Gedanken an morgen; der morgige Tag wird für sich selber sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last hat.

  • Vergebung – zur Entlastung, gegen Schuldgefühle, Verdrängung und sich Verstecken und Verharren,
  • Frieden – zum Vereinen von Gegensätzen, gegen Ärger, Wut, Konflikt und Gegensätzlichkeit,

Römer 15 (Lutherbibel 1984): 13 Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.

  • Dankbarkeit – zum Annehmen, gegen Mangelgefühle, Leidfokussierung, Einfallslosigkeit und Nicht-Verstehen der Realität

1. Thessalonicher 5 (Gute Nachricht Bibel): 18 Dankt Gott in jeder Lebenslage! Das will Gott von euch als Menschen, die mit Jesus Christus verbunden sind.

  • Freude  – zur Motivation, gegen Niedergedrücktheit, Antriebslosigkeit und Verzweiflung

Jakobus 1 (Einheitsübersetzung): 2 Seid voll Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet. 3 Ihr wisst, dass die Prüfung eures Glaubens Ausdauer bewirkt. 4 Die Ausdauer aber soll zu einem vollendeten Werk führen; denn so werdet ihr vollendet und untadelig sein, es wird euch nichts mehr fehlen.

  • Sinn und Verständnis – zum Finden von Gottes Welt, zur Stärkung von Akzeptanz, gegen die Entfremdung und Entfernung davon
  • Verbindung mit der inneren Essenz – zur Entwicklung von Selbstvertrauen, Gottvertrauen durch gemeinsame Heilserlebnisse und Selbstheilung, gegen Wankelmütigkeit, Selbstverleugnung, Selbstablehnung bis hin zum Selbsthass
  • Vereinfachung und Entschleunigung – zum Leben im Hier und Jetzt, gegen die Zersplitterung des Lebens und die Ablenkung vom Wesentlichen

Ohne Beteiligung des Kranken geht es allerdings nicht:

  • Heilungsbereitschaft – die Bereitschaft, sich in seinem Selbst in Liebe anzunehmen
  • Sich selbst gut weiterpflegen durch ein ausgewogenes Maß an Bewegung, Aktivität und Ruhe und eine nährstoffreiche materielle Ernährung

Prediger 10,10 (Einheitsübersetzung): Wenn die Axt stumpf geworden ist und ihr Benutzer hat sie nicht vorher geschliffen, dann braucht er mehr Kraft – Wissen hätte ihm den Vorteil gebracht, dass er sein Werkzeug vorbereitet hätte.

  • Sinnfindung im eigenen Sein und in den eigenen Werken
  • Veränderungsbereitschaft: Situationen und Beziehungen, die zur Veränderung anstehen, auch wirklich ändern, im echten Leben handeln, Umkehr
  • Dem Rückfall aktiv vorbeugen und seine schlechten Gewohnheiten abzulegen
  • Sich selbst einbringen in Seine Welt und zwar genau so, wie man ist.

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[1] Im antiken Griechenland hielt man das Zwerchfell für den Sitz der Seele… Als ob die Seele ein Filter wäre, durch die alles Aufgenommene passieren muss.

[2] Beim Handauflegen am Kopf, am Herzen und am Magen passiert es regelmäßig, dass sich der Darm entspannt und gehäuft Darmgeräusche wie Glucksen auftreten. Dies wird in der Bioenergetik auch als Psychoperistaltik genannt, wo sich bei geistigen und seelischen Verdauungsprozessen eben diese Darmgeräusche einstellen, die nicht durch materielle Verdauung verursacht sind, sondern durch die Entspannung des Darms.

[3] Einfach immer, leicht nicht unbedingt.

[4] Eine geschickte und praktische Gedankenbrücke gibt es in einem Zweig alternativer Medizin, den meine Mutter anwendet. Ab dem Zeitpunkt der Heilung sind alle Wahrnehmungen am Krankheitsherd so genannte „Regelungen“, Wirkungen der Gesundung. Der Geheilte sagt sich, wenn er was fühlt: „Aha, da tut sich was für meine Gesundung!“ anstatt Zweifel oder Unglaube an der Heilung: „Bin ich jetzt doch noch krank oder was ist das jetzt?“ Kränkende Gedanken werden dadurch sehr schön ausgebremst, der Glaube an die Heilung gestärkt, sowohl beim Heiler wie beim Geheilten, das Glaubensgerüst stürzt nicht so schnell wieder ein, der Zweifel findet für seinen giftigen Widerhaken keine Anhaftung.

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