Du durchsuchst gerade das Tag-Archiv des 'Xacobeo Tags.
Noch im Dunkeln brachen wir in Portomarin auf, alle liefen im Pulk, denn die Pfeile waren im Dunkeln schwer zu erkennen. Taschenlampen waren Mangelware, doch Santiago trug eine praktische Kopflampe. Mit der Dämmerung löste sich der Pulk immer mehr in kleine Grüppchen auf. Bei jedem Café schwenkten einige Gruppen ab, um zu pausieren, der Weg für uns wurde wieder freier. Xacobeo[1] in Galizien, das ist wundervoll, das Laufen eine Pracht, Wäldchen, sanfte Hügel. Wir passierten eine Camino-Steinsäule, die den Ort als „Alto de Rosario“ auswies.
Dort beteten wir natürlich einen – wenn man schon mal da ist! Es war wieder einmal Sonntagmorgen. In Palas de Rei besuchten wir einen familiären Gottesdienst, ach, diese Pausen liebte ich. Wir blieben natürlich nicht, es war ja erst Mittag, während Margarete hier schon die Herberge ansteuern würde.
Auf dem Marktplatz machten wir Frühstückspause auf einem Steinbänkchen an einem großen Platz. Menschen in Hülle und Fülle waren unterwegs, saßen am trauten Sonntag zusammen. Plötzlich hörten wir aus der Distanz Marschmusik. Ein Blasorchester marschierte direkt vor unsere Füße, gab ein Konzert. Und was hörten wir? „Jesus Christ Superstar“ und „I don’t know how to love him“. Wer’s nicht glaubt: ich habe es mit meinem Handy per Video aufgenommen. Nach dem Konzert ging es weiter. Ein sanfter Weg führte uns weiter durch Wald und Flur, Steinwälle, umwachsene Hohlwege, Bauerndörfer, Horréos.
Hier gab es alle paar Kilometer Herbergen, San Xulian, Ponte Campana, Leboreiro, viele private dabei, vorbei, vorbei! Unser Tagesziel hieß Melide, eine Herberge der Amigos. Am Wegesrand fanden wir oft Hortensiengärten, bestimmt bietet Galizien für die „Wasserschlürferin“[2] genug Regen.
Am Nachmittag rief mich meine Schwester an, der Sonntagnachmittag verführte die Daheimgebliebenen zum Anrufen, vor genau einer Woche hatte mein Sohn das erste Mal angerufen.
Der Weg nach Melide hinein war unendlich. Zum Anfang sah man moderne Türmchen, der bisher romantische Weg des Tages geht verloren. Man läuft an einem langen Industriegebiet nach Melide hinein, wo die Amigos eine Menge Gedenktafeln aufgerichtet haben. Am Ortseingang kommt man durch ein kleines Stück hübsche Altstadt, ist aber auch genau so schnell wieder draußen. Und dann zieht sich Melide einfach wie Kaugummi hin, keine sehr schöne Stadt, anders als so viele andere am Camino. Wir fragten picknickende Galizierinnen am Weg nach der Herberge, sie haben keine Ahnung. An der Straße liefen wir an einem Straßencafé vorbei. Auf einem der Tische lag ein Pilgerführer. Tatsächlich, hier bekamen wir unsere Wegweisung : die Herberge liegt kurz vor dem Ortsausgang. Die zwei Männer könnten Österreicher sein…Die Melider Herberge war groß und voll, erst unterm Dach fanden wir noch zwei freie Betten. Wir gingen zum Gottesdienst in die Kirche und – waren entsetzt. Einen solchen Gottesdienst hatten wir in ganz Spanien nicht erlebt. Der Pastor war unheimlich missmutig, schnarrte seinen Gottesdienst herunter, keinerlei nonverbale Geste der Freundlichkeit. Wir denken, Gottes Botschaft ist eine Botschaft des Glücks und der Freude! Am Ausgang der Kirche fanden wir ein Gästebuch und wir hinterließen diesem Pastor unseren Eindruck von seinem Gottesdienst.
Als Unternehmensberaterin hatte ich häufig erkannt: Wenn die Führungskraft nicht gut ist, dann geht die ganze Abteilung den Bach runter. Es ist, wie es in dem deutschen Sprichwort heißt: Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken. Und so kam uns Melide vor: ein ungepflegter, schlecht geführter Ort, der sich kaum Mühe mit sich selbst gibt. Selbst der Brunnen für die Pilger war kaputt. So kann es sein, dass ein Pastor, der nicht mit Freude und im inneren Glück der Beziehung zu Gott stehend der Weide seiner Schafe nachgeht, eine deutlich lebensmindernden Einfluss auf die Entwicklung der ganzen Stadt haben kann. Ich weiß es nicht, ob es tatsächlich so ist, aber hier könnte es so sein.
An einer Palme neben einem Kapellchen und einem Cruzeiro beteten wir einen weiteren Rosario. Wir sind noch nicht durch und an diesem Tag war mein Sohn dran. Und an diesem Tag erlebte ich beim Beten das Verständnis der Mysterien, des Leidensweges Jesu. Die freudenreichen Mysterien erinnerten mich sehr an meine Zeit mit meinem Sohn. Das Glück zu erfahren, dass ich mit ihm schwanger war, es anderen zu erzählen, die Geburt. An dem Tag, als ich mich – nach langen Jahren der Kinderlosigkeit – gerade über einen positiven Schwangerschaftstest freute, klingelte bei uns der Schornsteinfeger! Mein Sohn ist im November geboren und als dann der Advent herankam, da konnte ich eines meiner Lieblingslieder nur mit einem dicken Kloß im Hals und Tränen in den Augen singen: „…der Sohn ist uns gesandt!“
In Melide waren wir schon bei den schmerzreichen Mysterien und mir war so klar: Jesus hat geglaubt, bei allem Leiden hat er geglaubt, gewusst, dass er auf dem richtigen Weg ist. Er ertrug es mit Langmut. So ist er zur Auferstehung gekommen, weil sein Glaube ihn durch den Tod trug. Doch davon später mehr!
In der Herberge setzte ich mich zu Santiago aufs Bett und behandelte noch seine Füße, die ihm inzwischen schon sehr weh taten. Er spürte beim Laufen zwar kaum Anstrengung, aber seine Schuhe schützten seine Füße nicht ausreichend vor der Härte des Weges. Er schlief ein, und irgendwann machte auch ich mich auf ins Bett.
Zwar wollten ein paar Damen doch auch noch um 23 Uhr Licht wieder anmachen, um noch ein wenig in ihren Rucksäcken zu kramen, doch sie wurden niedergezischt. So geht das nicht bei uns Pilgern. Frühe Nachtruhe ist ein Grundrecht des Pilgers!
[1] Galizisches Wort für Jakobus
[2] Der lateinische Name der Hortensie ist Hydrangea, das bedeutet Wasserschlürferin
Santiago de Compostela ist einer der drei klassischen Pilgerorte des christlichen Glaubens neben Rom und Jerusalem. Die spanische Bezeichnung des Jakobsweges heißt Camino de Santiago oder schlicht El Camino. Die sterblichen Überreste des Apostel Jakobus des Älteren stellen den heiligen Anlass des Pilgerns dar, ich werde ihn ab jetzt mit seinem Spanischen Namen Santiago (i.e. San Tjago, heiliger Jakobus) El Mayor bezeichnen.
Santiago ist einer der vier erstberufenen Jünger Jesu, der an den entscheidenden Momenten immer einer von denen war, die Jesus mit sich nahm. Er hatte die stärksten Wunder gesehen und daher war sein Glaube so besonders stark.
- Die Auferweckung der Tochter des Jaïrus
- Jesu Verklärung
- Gebet in Gethsemane
Santiago war der Jünger mit der größten Treue für Jesus, er liebte ihn sehr. Er war es, der bei der Verhaftung zum Schwert griff, denn er kam auch durch das Schwert um, wie Jesus es vorausgesagt hatte. Hätte Jesus ihn nicht davon abgehalten, so hätte er ihn in Treue bis auf den Tod verteidigt. Denn er war einer der Boanerges, der Donnersöhne, ein Mensch mit einem hitzigen Temperament.
Bibelstellen über Santiago El Mayor (Jakobus der Ältere)
Markus 10 (alle folgenden Zitate Lutherbibel 1984)
35 Da gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen: Meister, wir wollen, dass du für uns tust, um was wir dich bitten werden. 36 Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tue? 37 Sie sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit. 38 Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde? 39 Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde;40 zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das steht mir nicht zu, euch zu geben, sondern das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist. 41 Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes. 42 Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. 43 Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; 44 und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. 45 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.
Matthäus 26 Jesu Gefangennahme
47 Und als er noch redete, siehe, da kam Judas, einer von den Zwölfen, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und mit Stangen, von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes. 48 Und der Verräter hatte ihnen ein Zeichen genannt und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist’s; den ergreift. 49 Und alsbald trat er zu Jesus und sprach: Sei gegrüßt, Rabbi!, und küsste ihn. 50 Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, dazu bist du gekommen? Da traten sie heran und legten Hand an Jesus und ergriffen ihn. 51 Und siehe, einer von denen, die bei Jesus waren, streckte die Hand aus und zog sein Schwert und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab. 52 Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.
Apostelgeschichte 12
Der Tod des Jakobus
1 Um diese Zeit legte der König Herodes Hand an einige von der Gemeinde, sie zu misshandeln.2 Er tötete aber Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert.
Es heißt, dass Santiago nach dem Pfingsterlebnis zur Missionierung Spaniens auszog, in der Bibel oder alten Texten ist das allerdings nicht nachzulesen. Er kehrte nach Palästina zurück, wo er im Jahre 44 von Herodes getötet wurde. Der Legenda Aurea nach, einer von mehreren möglichen Geschichtsabläufen, wurde sein Leichnam in ein Boot gelegt und von seinen Jüngern Athanasius und Theodorus in sein Missionsgebiet Spanien überführt. In Padrón legte das Boot an. In dieser Region herrschte die Königin Lupa. Die Jünger des Santiago baten sie um ein Stück Land für das Grab. Erst schickte sie die Jünger zu König Duyo, der sie einsperrte, weil er Christen nicht mochte. Ein Engel verhalf ihnen jedoch zur Flucht. So kamen zu zurück zu Lupa, die sie daraufhin hieß, auf einem Berg wilde Stiere fangen, die sie als zahme Ochsen beschrieb. Als die beiden sich dem Berg näherten, kam ein Drache, der durch das Kreuzzeichen entzweibrach. Ein weiteres Kreuzzeichen zähmte die Stiere und sie ließen sich vor einen Karren spannen. Sie brachten den Leichnam zum Königspalast. All das überzeugte Lupa von der Heiligkeit dieser Christen, dass sie sich bekehrte und den Jüngern ihren eigenen Palast am Ort des heutigen Santiago de Compostela zur Beerdigung anbot. Die Jünger des Santiago blieben vor Ort und kümmerten sich um das Grab, beide wurden ebendort bestattet. Auf der Webseite des Erzbischofs von Santiago de Compostela findet sich eine interessante Beschreibung über die Entwicklung der Grabstätte über die Jahrhunderte.
Die zweite Reihe von Legenden rankt sich um das Wiederauffinden des Grabes. Der Eremit Pelayo soll im 9. Jahrhundert A.D. einen Stern über einem Feld gesehen haben und an dieser Stelle wurde eine Grabstelle, ein römisches Mausoleum aus dem 1./2. Jahrhundert A.D. gefunden. Dem Wort Compostela werden dabei zwei unterschiedliche Bedeutungen mitgegeben, zum einen Sternenfeld (lateinisch: campus=Feld und stella=Stern) und zum anderen Friedhöfchen (campo santo=Friedhof in der Verniedlichungsform).
Auch Karl der Große sollte schon eine Vision des Ortes gehabt haben, da ihm im Traum ein Sternenweg vom friesischen Meer nach Galizen gezeigt wurde. Er zog 778 A.D. in den Krieg nach Spanien, um den Spaniern gegen die Mauren beizustehen. Auf dem Weg über die Pyrenäen nach Roncesvalles trifft man auf die Rolandsquelle, die von diesem Epos kündet.
Diese Entdeckung wurde von den Herren des Ortes, dem örtlichen Bischof und dem König von Asturien natürlich gern genutzt, um die Bedeutung des Ortes anzuheben und damit ihre eigene Erhöhung und Machtzuwachs zu betreiben. So wurde recht schnell eine Kirche gebaut, die Pilgerei fand zunächst regional statt, wurde dann aber überregional und hatte einen ersten Höhepunkt im 12. Jahrhundert. Zwischenzeitlich hatte sich Santiago auch im Kampf gegen die Mauren, der Reconquista, den Spaniern zur Seite gestellt, so dass er vielerorts als Matamoro, als Maurentöter verehrt wird. Wege, Brücken und Herbergen wurden gebaut.
In der Hoch-Zeit der Santiago-Wallfahrten sind bis zu einer halben Million Menschen nach Santiago gepilgert, oft geschützt durch die Tempelritter. Im 15. Jahrhundert ging die Pilgerei wieder zurück, erst im 17. Jahrhundert wurde es wieder mehr, als die Gnadenjahre eingeführt wurden, die jedes Mal ausgerufen werden, wenn der Jahrestag des Santiago, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt. Die Ankunft in Santiago im heiligen Jahr bedeutet für den Pilger den Erlass zeitlicher Sündenstrafen. Nächste heilige Jahre sind: 2010, 2021, 2027, 2032, 2038, 2049, 2055.
Dieses Privileg wurde Santiago de Compostela vom Papst Calixtus zugesprochen. Ihm schreibt man auch den Codex Calixtinus zu, einer Schriftensammlung aus dem 12. Jahrhundert, in der sich die Legende der Überführung des Santiago, Gesänge und Texte für die Messe befinden, von den Wundern des Santiago berichtet wird, die Pilgerroute, Kirchen und Herbergen beschrieben sind und der Weg Karls des Großen nach Galizien.
Seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde verstärkt wieder gen Santiago gepilgert, in den letzten Jahren ist er geradezu in Mode gekommen und hat einen starken „Run“ ausgelöst, im Jahr 2007 sind ca. 115.000 Pilger in Santiago angekommen, im letzten heiligen Jahr 2004 waren es ca. 180.000. Dabei ist der Jakobsweg ein typischer Fußpilgerweg für den Einzelpilger, anders als Rom, Lourdes oder Fátima, wo nur ein Bruchteil der Pilger zu Fuß oder einzeln ankommt, in Fátima noch mehr als in Lourdes. Die traditionellen Zeichen des Pilger sind die Jakobsmuschel und der Pilgerstab. Die Compostela, die auf Latein gefasste Pilgerurkunde, wird auch nur dem verliehen, der mindestens 100 km zu Fuß auf dem Jakobsweg gepilgert ist
Die Rituale in Santiago sind diese: Im Pilgerbüro erhält man bei Vorlage des Credencials und dem Nachweis der 100 km seine Compostela, die offizielle Bestätigung über das Pilgern auf dem Jakobsweg. Im Pilgergottesdienst werden alle Pilger, die am selben Tag oder am Vortage nach dem Pilgergottesdienst im Pilgerbüro ihre Compostela erhalten haben, einzeln erwähnt mit Startort und Nationalität.
Webseite der Kathedrale:
http://www.catedraldesantiago.es/
http://www.archicompostela.org/web/catedral/movie.html
In der Kathedrale gibt es vier Rituale:
- Das Auflegen der rechten Hand auf die Mittelsäule des Portico de la Gloria, um einen Wunsch auszusprechen
- Das Umarmen der großen Santiagogestalt am Mittelaltar der Kathedrale
- Der Besuch der Silberlade mit den Gebeinen unterhalb des Altars
- Der Besuch der abendlichen Pilgerandacht, wenn die Kathedrale nur noch für Pilger geöffnet ist.
Der Katholik sollte innerhalb der letzten 14 Tage vor der Pilgermesse oder in Santiago selbst sich dem Beicht-/Bußakrament widmen.
Der Jakobsweg ist kein bestimmter Weg, sondern ein paneuropäisches Wegenetz, bei dem alle Wege mal nicht nach Rom, sondern nach Santiago führen. Doch die meisten Menschen verstehen darunter jedoch den sogenannten Camino Francés, den französischen Weg, der von St. Jean Pied de Port in Frankreich am Nordrand der Pyrenäen auf ca. 850 km nach Santiago de Compostela führt. Inzwischen gibt es ein reichhaltiges Literaturaufkommen über diesen Pilgerweg, Sachbücher wie auch Belletristik. Die bekanntesten anderen Jakobswege in Spanien sind:
Übersichtskarte
http://www.gronze.com/mapes/jpg/general-cas.jpg
- Der Camino Aragonés, der in den Pyrenäen über den Somportpass führt und in Puente de la Reina in den Camino Francés einmündet
- Camino del Norte, der Küstenweg von Irún (nahe San Sebastian an der Grenze zu Frankreich) über Bilbao und Santander, der in Arzúa sich mit dem Camino Francés vereinigt
- Der Camino Primitivo, der wohl erste bekannte Weg über Oviedo und Lugo, der in Palas de Rei auf den Camino Francés trifft
- Die Via de la Plata, die Silberroute, die über Mérida und Salamanca führt und in Astorga den Camino Francés erreicht, allerdings kann man auch vorher abbiegen auf den auf den
- Camino Sanabrés, und zwar in Granja de Mareruela. Dieser Weg geht dann über Ourense direkt nach Santiago de Compostela.
- Der Camino Portugués, der portugiesische Weg, führt entweder von Lissabon über Coimbra, Porto und Pontevedra oder von der Algarve, und zwar von Faro oder Lagos über Évora und Ourense nach Santiago.
- Der Camino Inglés, der englische Weg, der hauptsächlich über das Meer führt und dann einen relativ kurze Strecke von 75 km nur in Galicien von A Coruña, man kann auch in Ferrol loslaufen, dann sind es 110 km und Compostela-würdig.
Die religiösen Beweggründe für das Pilgern auf dem Jakobsweg sind:
- Verehrung des Apostels Jakobus und die Wunderkraft der Reliquie
- Begegnung mit Jesus als DEM Pilger
- Wunsch nach Heilung von Krankheiten und Lebenssituationen
- Zur Buße und Sühne für Vergehen und Sünden, als Ersatz von Strafvollzug (das Vorweisen der Compostela-Urkunde diente dem Straferlass), zum Sündenerlass, Erlass von Kirchenstrafen
- Als Erfüllung eines heiligen Gelübdes
- Als Dank für eine erwiesene Gnade, Heilung
- Direkte religiöse Erfahrung, sich Zeit nehmen für Gott
- Zur geistigen Erneuerung in den Umstiegsstationen des Lebens
- Zur Verarbeitung von Trauer beim Tod naher Angehöriger
- Zur Fürbitte und Sühnehandlung für einen Verstorbenen
Als sonstige Beweggründe, besonders heute, findet man
- Lebensneuorientierung durch eine „bewegte“ Auszeit und dabei innere Einkehr
- Spirituelle Praxis ohne christlichen Hintergrund
- Moderne Visionssuche ohne religiösen Hintergrund
- Outdoorerlebnisse auf einem für den Reisenden preiswerten und gut ausgestatteten und markierten Wanderweg
- Erleben von Einfachheit und Natur
- Sportliche, körperliche Herausforderung
- Sich vom Jakobsweg angsprochen, angezogen fühlen und es selbst nachvollziehen wolle
- Schlicht und ergreifend: ein Urlaub
Karten, Routen, Pilgerinfos
http://caminodesantiago.consumer.es/
http://www.kirche-im-bistum-aachen.de/kiba/dcms/traeger/6/deutsche-jakobus-gesellschaft/index.html
Strecken des Camino Portugués von Porto bis Santiago de Compostela
Herbergsverzeichnis Camino Francés auf Spanisch
“Paderborner” Herbergsverzeichnis bzw. “der Schmidtke” auf Deutsch
Ein Blog für die Anreise zum Camino






